Foiler, eine Marke mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten, hat auf der Abu Dhabi International Boat Show 2025 das Projekt Ghost enthüllt. Diese 28 Meter lange Privatjacht greift das Prinzip auf, das bereits bei der Foiler Spirit verwendet wurde, einem Foil-Boot, das dank tragender Anhänge von der Oberfläche abheben kann. Mit Ghost wechselt die Werft den Maßstab und strebt ein Programm für schnelle Kreuzfahrten an, das hohe Geschwindigkeit, Stabilität und weniger Aufprall im Wellengang miteinander verbindet.

Ein 28 Meter langer Rumpf, der um die Foils herum konzipiert ist
Ghost hat eine Länge von 28 Metern und eine Breite von 8 Metern ohne Foils. Mit ausgefahrenen Flügeln erreicht die Gesamtbreite etwa 20 Meter. Das Boot ist aus Kohlefaser und Titan gefertigt, um das Gewicht gering zu halten und gleichzeitig eine hohe strukturelle Steifigkeit zu erreichen.
Das von ENATA entwickelte Foilsystem ermöglicht es der Jacht, sich etwa zwei Meter über das Wasser zu erheben. In dieser Konfiguration schränkt der Rumpf den Kontakt mit dem Meer stark ein. Die Werft gibt eine Reisegeschwindigkeit zwischen 30 und 35 Knoten an, wobei die Höchstgeschwindigkeit bei über 40 Knoten liegt.
Bei diesen Geschwindigkeiten bleibt der Komfort an Bord das angestrebte Ziel. Zu den technischen Argumenten des Herstellers gehört die Reduzierung von Rumpfstößen und Vibrationen. Das dynamische Verhalten soll auch die Roll- und Nickbewegungen begrenzen, die bei herkömmlichen schnellen Yachten oft stark ausgeprägt sind.

Eine Plattform, die auf proprietäre Steuerung ausgelegt ist
Ghost nimmt ein integriertes Cockpit mit Joystick-Steuerung an. Foiler möchte eine vereinfachte Steuerungslogik beibehalten, um einem Eigner die Möglichkeit zu geben, das Boot selbst zu steuern.
Der Entwurf übernimmt auch die charakteristischen Vordersitze der früheren Modelle der Marke. Der Hersteller betont die Integration der elektronischen Steuerung und der Automatismen, die mit der Steuerung der Foils verbunden sind.
Diese Architektur erfordert eine umfangreiche Softwarearbeit. Bei einem fliegenden Boot korrigieren die Foils ständig den Trimm und die Stabilität je nach Geschwindigkeit, Seegang und Lastschwankungen. Die Steuerung wird daher weitgehend von Bordsystemen unterstützt.

Ungewöhnlich viel Platz im Inneren für eine Yacht dieser Größe
Die Werft gibt die Innenfläche ohne Kabinen mit 133 m² und die Außenfläche mit 52 m² an. Da die Aufbauten die gesamte Breite des Schiffes einnehmen, erinnert das Volumen an größere Yachten.
Die Einrichtung sieht je nach gewählter Konfiguration drei bis fünf Kabinen vor. Im Heck befindet sich ein Beach Club, der direkt auf das Meer hinausgeht. Der Plan setzt auf große, raumhohe Fenster, um einen 360°-Panoramablick zu ermöglichen.
Das Innendesign nimmt sehr fließende Linien an, im Gegensatz zu den strafferen äußeren Formen. Die Architekten bevorzugten offene Volumen mit wenig visueller Trennung.
Ein in die Struktur integriertes und verstecktes Kransystem ermöglicht es, einen Tender oder Jetski zu Wasser zu lassen, ohne die äußere Silhouette des Bootes zu verändern.

Ein Bau in limitierter Auflage ist ab 2029 geplant
Das Design der Ghost wurde mit Bozca Design entwickelt, einem Studio, das bereits in der Welt der Superyachten und schnellen Schiffskonzepte aktiv ist. Der Bau wird von ENATA übernommen, einem Unternehmen, das auch für seine Arbeit in der Luft- und Raumfahrt und für Verbundwerkstoffe bekannt ist.
Das Projekt wird als eine halbwegs anpassbare Plattform für eine begrenzte Serienproduktion vorgestellt. Die ersten Bauphasen sollen innerhalb von 12 bis 18 Monaten beginnen. Der erste Stapellauf ist für 2029 angekündigt.
Mit Ghost verfolgt Foiler einen Weg, der im Bereich der großen Freizeitboote noch eine Randerscheinung ist. Bisher blieben Foils hauptsächlich mit Wettkampfschiffen, Schnellfähren oder experimentellen Einheiten verbunden. Der Übergang zu einer 28-Meter-Privatjacht stellt andere Anforderungen, insbesondere an das Lastmanagement, die Zertifizierung und die langfristige Wartung der tragenden Systeme.

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