Sturz über Bord: Die vier Säulen der Prävention für die Sicherheit auf See

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Jedes Jahr kommt es bei Stürzen ins Meer zu schweren Unfällen, die manchmal sogar tödlich enden. Es gibt konkrete Maßnahmen, um sie zu verhindern und wirksam darauf zu reagieren. Von der persönlichen Ausrüstung bis zum Bergungsverfahren - ein Überblick über bewährte Praktiken.

1. Den Absturz vermeiden: Sicherheit an Bord neu denken

Stürze über Bord sind nach wie vor eine der häufigsten Ursachen für tödliche Unfälle auf See, insbesondere bei Berufsschiffen. Eine regelmäßige Analyse der Risiken und des Erfahrungsrückflusses ist von entscheidender Bedeutung.

Die wichtigsten Sturzfaktoren :

  • verschlechterte Wetterbedingungen,

  • erhöhte Müdigkeit während der Schicht,

  • ungesicherte Zugänge zum Meer

  • fehlen einer klaren Aufgabenverteilung

Empfohlene vorbeugende Maßnahmen :

  • ergonomische Gestaltung des Decks (Handläufe, Rutschstopp),

  • tragen von Auffanggurten und Sicherheitsleinen in gefährdeten Bereichen,

  • regelmäßige Sensibilisierung der Besatzungen,

  • annahme einer Kultur der gemeinsamen Wachsamkeit.

2. Sicheres Floaten: Die richtige Wahl des VFI

Das Tragen einer Schwimmweste oder eines Schwimmanzugs (VFI) ist Pflicht und unerlässlich. Sie muss jedoch dem Profil des Seemanns und der ausgeübten Aktivität angepasst sein.

Geltende Vorschriften :

  • in der Berufsschifffahrt schreibt Division 226 das Tragen eines zugelassenen (CE oder SOLAS) VFI mit einem Mindestauftrieb von 150 N auf ungeschützten Decks vor.

  • für Sportbootfahrer empfiehlt Division 240 mindestens 100 N in Küstengebieten.

Auswahlkriterien:

  • auftrieb, der für den Träger und die Art der Navigation geeignet ist,

  • ergonomie (Bewegungsfreiheit, schnelles Anziehen),

  • kompatibilität mit anderen Ausrüstungsgegenständen (Gurtzeug, VHF, Bake).

Selbstaufblasende Modelle bieten einen guten Kompromiss, vorausgesetzt, sie werden regelmäßig überprüft (Kapsel, Patrone, Kammer).

3. Den Mann über Bord orten: schnell reagieren, richtig reagieren

Die Schnelligkeit der Ortung ist entscheidend für die Wirksamkeit der Rettung. Es gibt mehrere Systeme, mit denen eine über Bord gegangene Person gemeldet und geortet werden kann.

Empfohlene individuelle Vorrichtungen :

  • aIS MOB-Baken: Verbinden sich mit Plottern oder Radar,

  • pLB (Personal Locator Beacon): Übertragung über Satellit,

  • lED-Blitzlichter und retroreflektierendes Band,

  • rauchgranaten oder Handfeuerwerke, die an die PSA angepasst sind.

Einige Modelle haben eine automatische Auslösung beim Eintauchen in Wasser integriert. Das Ganze muss regelmäßig überprüft und gewartet werden.

4. Den Mann aus dem Meer bergen: Die Rettungskette an Bord

Die Bergung eines Schiffbrüchigen ist komplex, vor allem bei rauer See oder auf einem Schiff mit großem Freibord. Daher ist es wichtig, sich im Vorfeld darauf vorzubereiten.

Schlüsselverfahren und -ausrüstung :

  • manöver zur Rückkehr in die Zone (Schleife, Kehrtwendung usw.),

  • bergungsvorrichtung (Arm, Leiter, Kran, Netz),

  • sicherer Bergungspunkt auf dem Schiff

  • vordefinierte Rolle jedes Crewmitglieds.

Regelmäßiges Training, sowohl am Tag als auch in der Nacht, ist unerlässlich. Durch simulierte Übungen können Reaktionsfähigkeit und Koordination verbessert werden.

Schlussfolgerung: Die Sicherheit vor dem Sturz ins Meer beruht auf einer integrierten Präventionskette: antizipieren, ausrüsten, lokalisieren und bergen. Jedes dieser Glieder muss durch ständige Weiterbildung und eine gemeinsame Risikokultur gestärkt werden.

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