Nodus Factory bereitet seinen Managementwechsel vor und orientiert sich an einer geteilten Governance

Nach zehn Jahren der Entwicklung tritt die Nodus Factory in eine neue Phase ein. Der Ausrüster will sein Wachstum in der Industrie strukturieren, ohne seine nautischen Wurzeln zu verlassen. Der Gründer, Yves Laurant, bereitet seinen für September 2026 geplanten Abgang vor. Die Übertragung eines Unternehmens bleibt oft eine heikle Angelegenheit, vor allem wenn es auf einer starken technischen Kultur und einem über lange Zeit aufgebauten Netzwerk beruht. Bei Nodus Factory wird dieses Thema nun offen angesprochen.

Das 2015 gegründete Unternehmen, das sich auf textile Lösungen und Kompositbeschläge spezialisiert hat sucht eine neue Führungskraft um ihre Entwicklung, insbesondere in der Industrie, zu begleiten, wobei sie ihre aus dem Segelsport und dem Offshore-Bereich stammende DNA beibehält.

Ein intern vorbereiteter Übergang

Yves Laurant, Gründer und Vorsitzender der Nodus Factory, kündigt an, seine Führungsposition Ende September 2026 aufgeben zu wollen. Der Geschäftsführer betont jedoch einen Punkt: Es handelt sich weder um eine klassische Veräußerung noch um eine Liquidation. Die Struktur wird weiterhin von ihren historischen Aktionären und einem bereits im Unternehmen engagierten Team getragen.

Telefonisch kontaktiert, erklärt er uns:" Es handelt sich keinesfalls um einen klassischen Verkauf oder eine Liquidationsveräußerung. Es handelt sich um ein Vorgehen, das auf Kontinuität beruht. "Um diesen Übergang abzusichern und die in den letzten zehn Jahren entwickelten Kompetenzen zu sichern, bereitet das Unternehmen die Einführung eines Aktienplans vor, der den wichtigsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorbehalten ist.

Das Unternehmen öffnet nun das Sourcing für ein Profil von " Externer Vorsitzender-Mentor ", der in der Lage ist, die nächste Etappe zu steuern. Das gesuchte Profil ist in erster Linie ein Management- und Strategieprofil: Exportkultur, Geschäftsentwicklung und die Fähigkeit, mit großen Industriekonzernen zusammenzuarbeiten, gehören zu den Prioritäten.

Vom Ponton in die Industrie

Auch wenn Nodus Factory nach wie vor gut mit der Welt der Freizeitboote und Hochseeregatten identifiziert ist, hat das Unternehmen nach und nach einen wichtigen Teil seiner Aktivitäten auf die Industrie und technische Anwendungen verlagert. Das Unternehmen entwickelt heute Textil- und Verbundstofflösungen für mehrere Sektoren: Schifffahrt, Offshore, Luftfahrt, Infrastruktur oder auch Aquakultur. Zu den genannten Kunden gehören Naval Group, Airbus, RTE oder Enedis.

Diese Entwicklung stellt nun höhere Anforderungen an die Industrie, insbesondere in Bezug auf Zertifizierung, Normung und Qualitätsüberwachung. Das Unternehmen behält jedoch eine starke Verbindung zum Segelsport. Sein nautischer Katalog ist nach wie vor umfangreich: Textilschäkel, Karabinerhaken, Loops, Reibungsringe, Baumzubehör oder Decksausstattungen für Freizeit- und Wettkampfsegelboote. Diese Tätigkeit stellt immer noch ein wichtiges technisches Schaufenster dar. Yves Laurant ist im Übrigen der Ansicht, dass diese maritime Kultur für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens unerlässlich bleibt, da der Segelsport wie ein Labor in Lebensgröße wirkt, das in der Lage ist, Lösungen zu produzieren, die anschließend an die Bedürfnisse der Industrie angepasst werden.

Schnelles Wachstum muss strukturiert werden

Nodus Factory verzeichnete im Jahr 2025 ein Wachstum von 48 %. Ein bedeutender Fortschritt für die Struktur, die heute eine Präsenz in mehreren Dutzend Ländern für sich beansprucht. Das Unternehmen verweist auch auf sein Patentportfolio und seine branchenübergreifende Entwicklung, die mittlerweile weit über den Bereich der Freizeitschifffahrt hinausgeht. Seine Aktivitäten erstrecken sich insbesondere auf die Bereiche Outdoor, Paragliding, Offroad sowie Stadt- und Industrieausrüstungen.

In diesem Zusammenhang muss der zukünftige Leiter die Zwänge einer agilen Struktur ebenso verstehen wie die eines industriellen Auftraggebers. Eine Größenänderung, die auch einen Wandel in der Unternehmensführung vieler technischer KMUs bedeutet. Yves Laurant erklärt, dass er diesen Übergang aktiv begleiten und während der Übergabephase als Mentor präsent bleiben will, um das industrielle Werkzeug schrittweise zu übergeben und gleichzeitig den ursprünglichen Geist der Marke zu bewahren.

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