Die J/70-Weltmeisterschaft Corinthian 2026 brachte eine besonders dichte Flotte von J/70-Einheitsklassen auf der Reede von Marseille zusammen. Die Veranstaltung wurde vom Club La Pelle und der Union Nautique Marseillaise organisiert und spiegelte die Dynamik und das sehr hohe Niveau dieser Meisterschaft für Amateure wider.
Regelmäßigkeit bleibt die wichtigste Waffe in einer Flotte von 88 Booten
In einer so kompakten Flotte kostet der kleinste Fehler mehrere Dutzend Plätze. Die Hedgehog, die von Alec Cutler unter der Flagge Bermudas gesteuert wird, hat ihren Erfolg genau auf diesem Gebiet aufgebaut.
Trotz eines 27. Platzes in der ersten Runde blieb die Mannschaft danach mit einer besonders homogenen Serie von Ergebnissen in der Spitzengruppe. Dank dieser Fähigkeit, größere Minderleistungen zu vermeiden, konnte Hedgehog das Rennen mit einem Vorsprung von 10 Punkten auf den nächsten Verfolger beenden.
Marseille bestätigt die Technizität seiner Wasserfläche

Die Rennwoche war von wechselnden, manchmal schwachen Winden geprägt, die die Mannschaften dazu zwangen, ihre Einstellungen und taktischen Entscheidungen ständig anzupassen.
Die letzte Wettfahrt veranschaulichte diese Situation perfekt. Die Teilnehmer warteten lange an Land, bevor sich eine thermische Brise auf der Wasserfläche etablierte. Nachdem das Verfahren gestartet war, schwankte der Wind zwischen 8 und 9 Knoten, bevor er auf dem letzten Vorwindkurs schwächer wurde. Diese Instabilität stellte die Wettfahrtleitung vor eine schwierige Aufgabe. Ein großes Lob geht an Corine Aubert, die Vorsitzende des Wettfahrtkomitees, die ein dichtes Sportprogramm aufrechterhielt und erfolgreich dafür sorgte, dass die Starts in den verfügbaren Wetterfenstern sorgfältig verwaltet wurden.
Die Stärke von erfahrenen Crews
Der Erfolg von Hedgehog macht auch einen anderen Faktor deutlich, der bei Regatten oft entscheidend ist: die Stabilität der Mannschaft.
Alec Cutler segelt seit Jahrzehnten mit Charles Pucciariello, Keith Davids und Brad Rodi. Sie alle teilten ihre Anfänge auf den Schulbänken der US-Marineakademie, bevor sie ihre Karriere auf verschiedenen Regattastrecken fortsetzten.

Diese gemeinsame Erfahrung erleichtert die Entscheidungsfindung an Bord, reduziert unnötige Diskussionen und ermöglicht es, taktische Entwicklungen schneller zu antizipieren. Andererseits ist die J/70 ein sehr anspruchsvolles Sportboot, das selbst bei einer Amateurmeisterschaft ein sehr hohes Maß an Beherrschung und Training erfordert.
Ein sehr internationales Podium
Hinter Hedgehog belegte der Australier Sam Haynes auf Celestial mit 33 Punkten den zweiten Platz. Der Este Tonu Toniste an Bord von Lenny komplettierte das Podium mit 39 Punkten.
Der Sieg in der letzten Runde ging an den Spanier Juan Calvo Boronat auf Let It Be vor dem Dänen Frederik Hvalsoe auf Sassy und Hedgehog.

Die Türkin Nevra Eker erhielt die Trophäe für die beste Steuerfrau mit einer rein weiblichen Crew. Der Preis für die beste junge Crew ging an die Schweizer Simon Kaiser, Niklas Kaiser, Carlos Biber und Philip Kleisner.
Eine Auszeichnung erhielt auch das beste gemischte Team, bestehend aus Lorenz Kausche, Timon Kausche, Morgane Emery und Chloé Fischer.
Diese Preise zeugen von einer schrittweisen Entwicklung der J/70-Flotte, bei der die Vielfalt der Besatzungen zu einem strukturierenden Element für die Entwicklung der Klasse wird.
Die Franzosen unter der Führung von Denis Infante
Auf französischer Seite erzielte Denis Infante mit einem 12. Platz in der Gesamtwertung die beste Leistung der Tricolore. Er segelte mit Louis Barbet, François Barbet und Sylvestre De Giuli Morghen unter den Farben des COYCH, des Club La Pelle und der SNM und erreichte insgesamt 101 Punkte.
Pierre Yves Lambert belegte mit 116 Punkten den 17. Platz, vor Philippe Guigné, der mit 140 Punkten den 23. Diese drei französischen Mannschaften beendeten das Rennen im ersten Viertel einer Flotte von 88 J/70, ein solides Ergebnis in einer Meisterschaft, in der jeder Start und jedes Umschlagen des Windes schwer wog.

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