Bleimennige in Schiffszimmereien: Vorschriften, Verwendung und Vorsichtsmaßnahmen

An dieser orangefarbenen Färbung erkennbar, ist Bleimennige Teil der Schiffszimmermannslandschaft
An dieser orangefarbenen Färbung erkennbar, ist Bleimennige Teil der Schiffszimmermannslandschaft © Maxime Leriche

Bleimennige wurde lange Zeit beim Bau und der Reparatur von Holzbooten verwendet und wird immer noch mit traditionellen Techniken zum Schutz von Strukturen in Verbindung gebracht. Seine Verwendung wird heute jedoch aus Gesundheits- und Umweltgründen stark eingeschränkt.

In der traditionellen Schiffszimmerei war Bleimennige lange Zeit ein Standardprodukt zum Schutz von Holz und Metallverbindungen. Diese hochwirksame Korrosionsschutzfarbe wurde auf Beschläge, Bolzen oder bestimmte Strukturteile aufgetragen. Aufgrund der Toxizität von Blei ist seine Verwendung jedoch mittlerweile streng reglementiert.

Ein historisches Produkt aus dem Holzschiffbau

Bleimennige ist ein Pigment auf der Basis von Bleioxid. Wenn es mit einem Öl oder Bindemittel vermischt wird, bildet es eine Farbe, die besonders feuchtigkeits- und korrosionsbeständig ist.

In der Schiffszimmerei diente Mennige auch als Korrosionsschutzgrundierung vor dem Anstrich. Seine Fähigkeit, die Oxidation von Metallen in feuchter Umgebung zu verhindern, machte es zu einem sehr beliebten Produkt.

Eine Toxizität, die zu strengen Einschränkungen geführt hat

Blei ist heute als giftige Substanz für die menschliche Gesundheit und die Umwelt anerkannt. Das Einatmen oder Verschlucken von Bleistaub kann zu Saturnismus führen, einer schweren Vergiftung, die insbesondere das Nervensystem beeinträchtigt.

Aus diesem Grund ist die Verwendung von Bleimennige in Europa stark eingeschränkt. Sein Inverkehrbringen für die breite Öffentlichkeit ist verboten. Bleihaltige Produkte dürfen nur in bestimmten beruflichen Zusammenhängen und unter bestimmten Bedingungen verwendet werden.

Ausnahmen für die Wiederherstellung des maritimen Erbes

Bei der Restaurierung von Schiffen im Kulturerbe können bestimmte Ausnahmen bestehen. Bei historischen Schiffen, die unter Denkmalschutz stehen, oder bei einer originalgetreuen Restaurierung kann es manchmal erforderlich sein, Originaltechniken oder -produkte zu verwenden.

In diesen Situationen müssen sich die Fachkräfte an strenge Protokolle halten:

  • arbeit in kontrollierter Umgebung
    atemschutz und geeignete Ausrüstung
    spezifisches Management von bleihaltigem Abfall
    rückverfolgbarkeit der verwendeten Produkte

Diese Bedingungen zielen darauf ab, die Risiken für die Bauarbeiter und die Umwelt zu begrenzen.

Ersatzprodukte jetzt bevorzugt

Heutzutage bevorzugen Werften moderne bleifreie Korrosionsschutzgrundierungen. Epoxid- oder Polyurethanfarben bieten eine vergleichbare oder sogar bessere Leistung beim Schutz vor Oxidation.

Sie ermöglichen es, die Holzteile zu erhalten und gleichzeitig die heutigen Gesundheitsstandards einzuhalten. In Werften, die sich auf die Restaurierung von traditionellen Schiffen spezialisiert haben, ist Bleimennige vor allem ein historischer Marker aus einer Zeit, in der Umwelt- und Gesundheitsauflagen noch kaum berücksichtigt wurden. Heute ist sein Vorkommen in den Werkstätten für Schiffszimmerei eher die Ausnahme.