CH16-Anwendung und Sicherheit auf See, MAYDAY, MOB und SAR-Zentren verwalten

Auf See bleibt die Reaktionszeit der Schlüsselfaktor im Falle einer Havarie. Dabei kommt es darauf an, den richtigen Ansprechpartner zu finden und eine verwertbare Nachricht zu übermitteln. Mit CH16 können mehrere Funktionen in einem einzigen Tool auf dem Handy zusammengefasst werden.

Alarm zentralisieren, die Nachricht strukturieren, die richtige Zentrale lokalisieren - das sind die Punkte, die diese Anwendung abdecken will, in einem Umfeld, in dem die Rettungskette von zahlreichen Akteuren abhängt.

Die Identifizierung des richtigen SAR-Zentrums, eine operative Herausforderung in der Hochseeschifffahrt

Wenn ein Segelboot die Hoheitsgewässer verlässt, wechselt es schnell in ein anderes SAR-Gebiet. Jedes Gebiet untersteht einem anderen MRCC oder JRCC mit seinen eigenen Verfahren und Mitteln. Und hier werden die Dinge kompliziert. In einer schlechten Situation muss die Besatzung wissen, wen sie wie kontaktieren muss. Ein Fehler in der Zentrale oder eine Verzögerung bei der Identifizierung kann die Einleitung von Hilfsmaßnahmen verzögern.

Die Anwendung CH16 bietet eine Kartografie der SRR-Zonen mit automatischer Identifizierung des zuständigen Zentrums. Die Vorteile liegen auf hoher See oder bei großen Kreuzfahrten klar auf der Hand, insbesondere bei einer Transatlantikfahrt, bei der mehrere Gerichtsbarkeiten aufeinander folgen. Jede Rettungsleitstelle ist per Telefon oder E-Mail direkt erreichbar, indem sie in der App angeklickt wird. Dadurch werden Übertragungsfehler vermieden.

Die App funktioniert sogar offline, wenn man kein Netz hat. Die Aktualisierungen der MRCC-Koordinaten erfolgen einmal im Monat, wenn das Handy eine Verbindung hat. Die verwendete Datenbank ist identisch mit der Datenbank der Website, die von allen globalen Akteuren weitgehend genutzt wird.

Strukturierung einer konformen MAYDAY-Nachricht zwischen GMDSS-Standard und Feldrealität

Eine Notmeldung folgt einer bestimmten Struktur, die von der IMO und GMDSS festgelegt wurde. Doch unter Stress verschlechtert sich die Reihenfolge der Informationen oder ihre Klarheit. Die Anwendung enthält einen Generator für MAYDAY- und PAN-PAN-Meldungen. Das Prinzip, um die Nachricht zusammenzustellen, besteht darin, den Benutzer durch die Reihenfolge zu führen, wobei die Daten des Schiffes und der Position automatisch integriert werden.

Die App bietet sogar eine Sprachausgabe der Nachricht an. In den Einstellungen der App ist es auch möglich, den Namen des eigenen Bootes aufzunehmen. So wird der PAN PAN oder MAYDAY vollständig abgespielt. Sie müssen nur Ihr Handy vor das UKW-Gerät halten und die Wiedergabe starten. Alle Parameter, der Grund der Nachricht, die Position... werden mit einem offiziellen Abspielrhythmus übertragen.

Mann über Bord, von der GPS-Ortung bis zur tatsächlichen Bergung

Der MOB-Modus speichert eine GPS-Position und bietet eine Zielführung zum Absturzpunkt an. Diese Funktion ist mittlerweile in vielen Trackern enthalten. Bei einer mobilen Anwendung hat man jedoch immer das Telefon in der Tasche. Die Vorteile liegen vor allem darin, ein bestehendes System zu ergänzen. Bei einer kleinen Einheit ohne fortgeschrittene Elektronik oder bei leichter Navigation kann dies eine zusätzliche Orientierungshilfe sein.

Planpassage und MRCC-Meldung, antizipieren statt erleiden

Passage Plan führt eine andere Logik ein. Es geht nicht mehr darum, zu reagieren, sondern vorausschauend zu handeln. Die Anwendung ermöglicht es, eine Route zu deklarieren und die entsprechenden SAR-Zentren über eine E-Mail in ihrer Sprache zu benachrichtigen. Dieser Ansatz entspricht einer Praxis, die erfahrene Segler bereits kennen, indem sie ihre Routenabsichten übermitteln. Der Nutzen ist zweifach. Einerseits verfügen die Zentren über Informationen im Vorfeld. Andererseits kann die Suche im Falle eines Problems schneller beginnen.

Von Global SAR zu CH16, eine aus der Praxis entstandene Operationsbasis

CH16 ist die Fortsetzung von Global SAR, einer Datenbank, die von zwei Schichtleitern des CROSS entwickelt wurde. Ihre anfängliche Feststellung bezog sich auf unvollständige oder veraltete MRCC-Kontakte. Das Projekt zielte darauf ab, den Zugriff auf die Kontaktdaten der Notrufzentralen zuverlässiger zu gestalten. Das Tool wurde bereits in mehr als 120 Ländern eingesetzt und ermöglichte es, die Zeit bis zur Kontaktaufnahme zu verkürzen.

Und diese Logik findet sich auch in der mobilen Anwendung wieder. Man entwickelt sich von einem Tool zum Nachschlagen zu einem eingebetteten Tool, mit automatisierten Nachrichten und der Integration von Navigationsfunktionen.

Die Anwendung ist kostenlos und kann im App Store heruntergeladen werden (eine Android-Version ist für Mai 2026 geplant). Eine werbefreie Version, die jedoch keine wichtigen Funktionen hinzufügt, ist ohne Abonnement zum Einzelpreis von 5,99 ? erhältlich.

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