SailGP Bermuda: Wie das französische Team das Wochenende trotz der Verletzung von Glenn Ashby retten konnte?

Doppelter Bruch für Glenn Ashby auf dem F50 Tricolore.
Doppelter Bruch für Glenn Ashby auf dem F50 Tricolore. © Simon Bruty for SailGP

Das DS Automobiles SailGP Team France verlässt Bermuda mit zwei Laufpodiumsplätzen und einem fünften Platz in der vorläufigen Gesamtwertung der Meisterschaft. Dabei war das Wochenende am Samstag gekippt, nachdem sich Glenn Ashby auf dem Trampolin des französischen F50 verletzt hatte.

Das Bermuda-Wochenende der Rolex SailGP Championship 2026 hat wieder einmal gezeigt, wie sehr eine F50-Crew von jeder Schlüsselposition an Bord abhängig ist. Das gilt insbesondere für den Flügeltrimmer, der das Metronom des Fluges ist. Nach dem doppelten Schienbein- und Wadenbeinbruch von Glenn Ashby am Samstag musste das DS Automobiles SailGP Team France in der Not improvisieren, um sein Sportprogramm aufrechtzuerhalten.

Die Position des Flügeleinstellers wird zentral für die Leistung der F50

Die Verletzung von Glenn Ashby schwächte die französische Organisation sofort. Der Australier hatte in dieser Saison Leigh McMillan ersetzt und brachte eine seltene Erfahrung mit fliegenden Mehrrumpfbooten mit. Sein Unfall am Samstag vor dem zweiten Rennen zwang das Team dazu, die gesamte operative Kette zu überdenken.

Bei stärkeren Winden am Samstag fielen die fehlenden Automatismen schwer ins Gewicht. Die Franzosen mussten die Wettfahrten 2 und 3 aufgeben, bevor sie die vierte Regatta mit Tom Needham, der aus dem australischen Team gekommen war, fortsetzten.

Am Sonntag, dem 10. Mai, ging David Gilmour an Bord des F50 Tricolore. Der junge Australier, der von Artemis Racing ausgeliehen wurde, entdeckte jedoch ein sehr spezielles Umfeld: andere Verfahren, interne Kommunikation, die schnell erlernt werden muss, und spezielle Einstellungen des französischen Bootes.

Diese Abhängigkeit von hochspezialisierten Profilen wird zu einer strukturellen Realität des SailGP. Anders als im olympischen Segelsport oder bei vielen Offshore-Rennstrecken bleiben improvisierte Auswechslungen auf diesem Leistungsniveau selten.

Bermuda hat gezeigt, wie wichtig die technische Anpassung an die Wetterbedingungen ist

Die Bermuda-Wasserfläche bot zwei sehr unterschiedliche Tage. Am Samstag zwang der starke Wind zu kraftvollen Konfigurationen und einer Navigation unter großer körperlicher Belastung. Am Sonntag wurden die Karten neu gemischt, da der Wind nachließ.

Philippe Presti, Teammanager des DS Automobiles SailGP Team France, fasst diese Reaktionsfähigkeit zusammen:

"Was das Team heute gezeigt hat, ist ziemlich unglaublich. Nach der Verletzung von Glenn wäre es einfach gewesen, den Kopf hängen zu lassen, aber es gab einen echten kollektiven Willen, wieder aufzustehen und nicht aufzugeben."

Die Franzosen beendeten den Bermuda Sail Grand Prix schließlich als Neunte, holten aber mit 25 Punkten einen Platz in der vorläufigen Gesamtwertung der Meisterschaft zurück.

Die Saison 2026 von Les Bleus wird zu einer Übung für permanentes Krisenmanagement

Das DS Automobiles SailGP Team France belegt nun den vorläufigen fünften Platz in der Meisterschaft hinter Australien, Emirates GBR, Spanien und den Vereinigten Staaten. Diese Position täuscht jedoch über eine Saison hinweg, die bereits von mehreren Anpassungen der Mannschaft geprägt war.

Manon Audinet war in Rio unter anderem durch Liv McKay ersetzt worden. Auch Leigh McMillan hatte vor der Ankunft von Glenn Ashby vorübergehend den Posten des Flügeleinstellers abgegeben.

Diese Instabilität erschwert zwangsläufig die Entwicklung von Automatismen an Bord. Bei SailGP wird die Präzision der Manöver jedoch immer entscheidender, je höher das durchschnittliche Niveau der Flotte ist.

Stéphane Kandler, CEO von K Challenge, räumt diese Schwierigkeit ein:

"Wir sind immer noch ein junges Team in SailGP. Das Niveau der Meisterschaft steigt jedes Jahr und diese Momente sind auch Teil des Lernprozesses auf sehr hohem Niveau."

Die unmittelbare Baustelle betrifft nun den dauerhaften Ersatz für Glenn Ashby. Das französische Team prüft mehrere Lösungen, von der Einstellung eines erfahrenen Profils bis hin zur Integration junger Talente aus der Akademy K Challenge.

Der Kalender lässt keine Verschnaufpause zu. Am 30. und 31. Mai 2026 geht es in New York weiter, bevor im Juni Halifax und Ende Juli Portsmouth an der Reihe sind. In einer so engen Liga kostet jedes verlorene Wochenende schnell mehrere Plätze in der Gesamtwertung.

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