Wie kann man sein Boot bei Hitze ohne Klimaanlage abkühlen?

© Maxime Leriche

Wenn die Temperaturen am Kai auf über dreißig Grad steigen, die Luft an Bord schwül wird und die Kabine sich in eine Dampflok verwandelt, kann das Leben an Bord schnell unangenehm werden. Auch wenn eine Klimaanlage aus Energie- oder Ausstattungsgründen nicht immer in Frage kommt, gibt es doch einige praktische und von Seglern erprobte Lösungen, um den Wärmekomfort an Bord im Sommer zu verbessern.

Die natürliche Luftzirkulation nutzen

Die erste und einfachste Methode besteht darin, einen Luftzug zu erzeugen. Sowohl im Stillstand als auch vor Anker ist es wichtig, die Luftein- und -auslässe so weit wie möglich zu öffnen. Durch die Anbringung eines windseitig ausgerichteten Luftschlauchs aus Segeltuch an der vorderen Decksblende lässt sich ein Luftstrom ins Innere leiten. Manche Segler verwenden zudem verstellbare Verdecke oder Biminis, die die Luft leiten und gleichzeitig vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Elektrische Ventilatoren, die über die Batteriebank oder einen Landstromanschluss mit Strom versorgt werden, können diese Belüftung zusätzlich verstärken.

Schatten spenden und den Wärmeeintrag begrenzen

Es ist unerlässlich, die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Ein Sonnensegel ist unverzichtbar, aber man kann auch ein leichtes weißes Tuch über dem Deck oder sogar über die gesamte Länge des Dachs aufhängen, um die Innentemperatur zu senken. In den heißesten Häfen zögern manche nicht, glänzende Rettungsdecken zu verwenden, um einen Teil der Sonnenstrahlung zu reflektieren. Im Innenraum tragen das Schließen der nach Süden ausgerichteten Bullaugen und die Verwendung heller Vorhänge ebenfalls dazu bei, eine Überhitzung zu begrenzen.

Der Trick mit der Verdunstung

Wasser ist nach wie vor ein hervorragendes Mittel, um die Luft an Bord durch Verdunstung zu erfrischen. Wenn man das Deck regelmäßig %E2euros%93 mit Meerwasser besprüht, um die Vorräte nicht anzutasten %E2euros%93, lässt sich die Raumtemperatur senken. Ein feuchtes Handtuch, das im Niedergang aufgehängt wird, eine nasse Decke auf dem Dach oder sogar eine einfache Schüssel mit Wasser vor einem Ventilator können dazu beitragen, die Raumluft zu kühlen. Das Prinzip ist einfach: Wenn das Wasser verdunstet, entzieht es der Umgebung Wärme.

Die vorhandene Ausrüstung optimieren

Manche Ausstattungsgegenstände lassen sich sinnvoll umfunktionieren. Ein gut mit eiskalten Wasserflaschen gefüllter Kühlschrank wird so zu einer Kühldose. Stellt man diese Flaschen vor einen kleinen Ventilator, entsteht eine provisorische Kühllüftung. Es ist auch sinnvoll, an die Isolierung zu denken: Eine gute Wärmedämmung unter dem Dach oder dem Deck verbessert den Komfort an Bord deutlich. Gut isolierte Einheiten ? wie beispielsweise bestimmte Boote mit eingespritztem Schaum ? halten ihre Innentemperatur besser aufrecht.

Einen angemessenen Lebensrhythmus finden

Schließlich muss man seinen Alltag an die Hitze anpassen. Es ist besser, die heißesten Stunden in der Kabine zu vermeiden und Aktivitäten am frühen Morgen oder späten Abend vorzuziehen. Segeln ist, sofern der Wind es zulässt, nach wie vor die beste Möglichkeit, der Gluthitze im Hafen zu entfliehen. Und für die Glücklichsten unter uns heißt es: Kurs auf die gemäßigten Zonen! Die Atlantikküste, der Golf von Biskaya oder das Iroise-Meer bieten manchmal echte thermische Erholung.

Kurz gesagt: Eine Hitzewelle an Bord ist kein unabwendbares Schicksal. Mit ein wenig Organisation, einigen einfachen Hilfsmitteln und gesundem Seemannsvernunft lässt sich auch ohne Klimaanlage ein gewisses Maß an Komfort gewährleisten.