Ein RC-Monocoque aus 100 % Foiler: die technische Herausforderung von vier Ingenieurstudenten

Eineinhalb Jahre Planung, eine Woche Vollzeitarbeit für die Herstellung der Form, einen Monat lang abends nach der Schule und bei der vierten Fahrt ein Modell, das auf seinen Foils reitet. Matthis Johnson, der in Lorient ein BTS in Schiffbau absolvierte und heute eine Ingenieurschule besucht, hat sich mit drei Klassenkameraden, Edern Daniel, Maéthan Rochois und Thomas Lescanne, in ein wahres Labor für Architektur und Verbundwerkstoffe gestürzt. Die Geschichte einer Gruppe junger Designer, die beim Bauen lernen.

Eineinhalb Jahre Planung, eine von Grund auf neu gebaute Form, ein erster Rumpf, der abends nach der Schule gefertigt und zusammengebaut wurde, und bei der vierten Fahrt ein Modell, das in die Luft flog. Matthis Johnson, ein Ingenieurstudent mit Schwerpunkt Schiffbau, hat ein ebenso leidenschaftliches wie technisches Projekt geleitet: die Entwicklung und den Bau eines ferngesteuerten Einrumpfbootes, das zum Foilen gedacht ist. Eine umfassende Herausforderung, die von CAD über Verbundwerkstoffe bis hin zu den ersten Wassereinsätzen reichte.

Ein Projekt, das aus einem dualen Studium in der Schifffahrt entstanden ist

Der 21-jährige Matthis Johnson hat nicht bis zum Ende seines Studiums gewartet, um sich mit den Realitäten der Schiffskonstruktion auseinanderzusetzen. Als Student des BTS CICN (Conception et Industrialisation en Construction Navale) in Lorient und anschließend am Icam in Vannes setzte er seine Modellierungsfähigkeiten in Rhino für ein ehrgeiziges Projekt ein, das er zu viert durchführte: die Entwicklung eines ferngesteuerten Einrumpfbootes, das zu 100 % aus Foilern besteht. Hinter dem spektakulären Bild eines Bootes, das sich auf seinen Anhängseln erhebt, ging es den vier Studenten vor allem darum, den Prozess bis zum Ende durchzuziehen, indem sie von der digitalen Zeichnung zur Form und von der Form ins Wasser gingen.

Rumpf neu gestalten, Stabilität berechnen

Das Projekt beginnt am Bildschirm. Matthis zeichnet die Rumpfformen von A bis Z in Rhino und bearbeitet die Formen und Volumen durch mehrere Stabilitätsschleifen. Die Stabilitätsberechnungen und die Integration eines Pendelkiels, der 60° erreichen kann, sowie dessen einstellbarer Tilt werden zu zentralen Themen. Jede Linie muss in der Software genau angepasst werden, da sich die kleinste Annäherung beim Zusammenbau rächen wird. Diese numerische Strenge wird zum Fundament des gesamten Projekts.

Eintauchen bei Ovington Boats

Ein dreimonatiges Praktikum im Rahmen des Studiums bei Ovington Boats markiert einen Wendepunkt im Projekt. Matthis lernte dort den CNC-Schneideprozess zur Bearbeitung von Schaumstoff kennen, beobachtete industrielle Prozesse und beteiligte sich an der Herstellung technischer Teile. Diese Erfahrung ermöglicht es ihm, die Realität der Produktionszwänge zu verstehen und das Projekt zu verfeinern. Er fand die Zeit, seine Form von A bis Z herzustellen und kehrte nach eineinhalb Jahren mit diesem Schlüsselelement nach Frankreich zurück.

Bau und erste Segeltörns

Die Herstellung folgt dann in einem schnellen Rhythmus. Eine ganze Woche wird dem Aufbau der Form gewidmet, dann wird der Rumpf innerhalb von vier Wochen abends nach der Schule gebaut. Das Projekt wurde zunächst von Matthis in den Vorstudien mit Unterstützung seiner drei Freunde vorangetrieben. Als der Rumpf N1 in der Form Gestalt annahm, wurde es zur gemeinsamen Aufgabe aller. Gemeinsam drapieren sie den ersten Rumpf und bauen ihn dann zusammen.

Bei der vierten Fahrt, nach einem Zuverlässigkeitszyklus, stieg das Modell auf seine Foils. Das Boot fliegt und bestätigt die Richtigkeit des Konzepts, auch wenn die aktuelle Version noch weiter verbessert werden soll. Es folgten drei weitere Boote, die alle besser sein sollten als das vorherige.

Eine Version, die noch weiterentwickelt wird

Die derzeitigen Foils aus Aluminium werden durch steifere, verstellbare Karbonanhänge ersetzt, die ebenfalls eine innovative Geometrie aufweisen und sich deutlich von dem unterscheiden, was man derzeit bei den größten Booten sehen kann. Der Prototyp entwickelt sich in aufeinanderfolgenden Iterationen, getreu dem Ansatz eines aufstrebenden Ingenieurs.

Vom Studententraum zum Bauherrenerlebnis

In eineinhalb Jahren hat Matthis Johnson sein Projekt von der Modellierung bis zur Navigation durchgeführt. Digitales Design, Berechnungen, Formenbau, Verbundkonstruktion, Tests auf dem Wasser: ein komplettes Eintauchen in den Beruf des Schiffbauers. Ein Beweis dafür, dass mit Methode, Leidenschaft und vielen Stunden in der Werkstatt ein Studententraum bereits in die Luft gehen kann.

Die Fortsetzung

Der Erfolg dieser ersten Flüge ist erst der Anfang. Nach dieser Bestätigung auf dem Wasser wird die Form wieder in Betrieb genommen, um die Boote Nr. 2, Nr. 3 und Nr. 4 hervorzubringen.

Auch in Bezug auf das Studium ist der Kurs festgelegt. Matthis, Edern und Maéthan streben nun die Integration des DPEA in Schiffsarchitektur in Nantes an, um ihre Kenntnisse in diesem Bereich zu perfektionieren.

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