In der Saison 2026 soll eine neue Meisterschaft im Motorbootsport eingeführt werden. Diese Serie mit dem Namen Formula 60 Electric basiert auf einer Architektur, die bereits von Sprintpiloten bekannt ist. Sie ersetzt jedoch den Verbrennungsantrieb durch eine komplette Elektrokette. Eine technische Entwicklung, die für die Teams, Organisatoren und Ausrüster mehrere Fragen aufwirft.

Eine technische Grundlage, die den Fahrern der Formel 4 bekannt ist
Die Meisterschaft baut auf einer bestehenden Plattform auf. Die verwendeten Boote haben den Standardrumpf der Formel 4, der bei Motorboot-Sprintrennen weit verbreitet ist. Dieser Einheitsrumpf hat mehrere Vorteile. Er vereinfacht die Logistik der Teams und ermöglicht Leistungsvergleiche mit einer identischen Basis. Die Formula 4 wird bereits bei mehreren internationalen Wettbewerben eingesetzt und ist oft eine Einstiegsklasse für Fahrer, die neu in die Disziplin einsteigen.
Im Fall der Formula 60 Electric bleibt die Struktur des Bootes unverändert. Der Umbau bezieht sich hauptsächlich auf den Antrieb. Der Verbrennungsmotor und sein Versorgungssystem werden durch ein komplettes elektrisches Aggregat ersetzt. Auf diese Weise bleibt die sportliche Architektur des Bootes erhalten, während gleichzeitig ein anderer Antrieb eingeführt wird. Für Teams, die bereits an der Formel 4 beteiligt sind, bleibt die technische Anpassung daher relativ begrenzt.

Ein 48-V-Elektroantrieb, der für Sprintrennen konzipiert ist
Die Antriebskette basiert auf einem von Molabo entwickelten 48-V-Elektrosystem. Die Antriebseinheit besteht aus einem 50-kW-ARIES-Motor, der mit einem Satz austauschbarer Schiffsbatterien kombiniert ist. Die Leistung von 50 kW entspricht etwa 67 PS. Bei einem leichten Rennboot wie der Formula 4 ermöglicht diese Leistungsstufe eine Leistung, die für kurze Sprintrennen geeignet ist.
Die Entscheidung für eine 48-V-Architektur hat mehrere technische Vorteile. Die Spannungen bleiben im Vergleich zu den Hochspannungssystemen, die in Elektroautos verwendet werden, relativ niedrig. Dies vereinfacht bestimmte Sicherheitsanforderungen und die Integration an Bord. Das Batteriepaket ist so konzipiert, dass es zwischen zwei Läufen schnell ausgetauscht werden kann. Dieses Prinzip der austauschbaren Batterien zielt darauf ab, ein Renntempo aufrechtzuerhalten, das mit dem von Wettbewerben mit Verbrennungsmotor vergleichbar ist.

Ein französischer Kalender für die erste Saison 2026
Die Meisterschaft soll unter der Schirmherrschaft der Fédération française de motonautique (FFM) beginnen. Für die Eröffnungssaison sind in Frankreich bereits vier Rennwochenenden angesetzt.
Der angekündigte Zeitplan umfasst :
- Albi, 7. und 8. Juni 2026
- Mâcon, 27. und 28. Juni 2026
- Chalon sur Saône, 29. und 30. August 2026
- Caen, 5. und 6. September 2026
Diese Etappen entsprechen Wasserflächen, die bereits mit Motorbootwettbewerben vertraut sind. Sie ermöglichen es, die neue Kategorie in ein technisches Umfeld zu integrieren, das den Organisatoren und Teams bekannt ist. Die Rennen werden voraussichtlich in einem Sprintformat ausgetragen, das für die Formula-Serien charakteristisch ist.
Ein neues Klassenzimmer für Teams im Aufbau
Die Formula 60 Electric befindet sich noch in der Strukturierungsphase. Die Organisatoren suchen nach Teams, die Gründungsmitglieder der Kategorie werden sollen. Diese Teams würden sich an der Festlegung der technischen und sportlichen Parameter beteiligen. Dies betrifft insbesondere die zulässigen Einstellungen, die Organisation der Läufe oder auch die Bedingungen für die Zulassung des Materials.
Diese Vorgehensweise, die häufig bei der Einführung einer neuen Wassersportklasse angewandt wird, ermöglicht es, die Regeln nach und nach an das Feedback aus der Praxis anzupassen. Für interessierte Teams steht zweierlei auf dem Spiel. Einerseits können sie an der Einführung einer neuen Sportklasse teilnehmen. Andererseits müssen sie eine Entwicklungsphase akzeptieren, in der die technischen Gleichgewichte noch nicht vollständig stabilisiert sind.

Energiewende von Motorbootfahrern beobachtet
Das Projekt wurde mit mehreren Akteuren der Branche entwickelt. Zu den an den Vorbereitungen beteiligten Partnern gehören die Union Internationale Motonautique und Mercury Racing. Das angekündigte Ziel geht über den Rahmen einer nationalen Meisterschaft hinaus. Die Promotoren planen bereits eine internationale Ausweitung ab der Saison 2027 unter dem Regelwerk der IMU.

/ 








