MP12 Marcopolo, steppender Rumpf und entwicklungsfähige Einrichtung, eine technische Herausforderung

Das Marcopolo MP12, das im Januar 2026 auf der boot Düsseldorf vorgestellt wurde, kommt auf das Wasser. Dieses Modell setzt auf einen erweiterbaren Decksplan und einen muskulösen Außenbordantrieb. Hinter dem Konzept stehen jedoch mehrere Punkte, die für Bootsfahrer von direktem Interesse sind.

Mit der MP12 führt die 3AF-Werft eine 12,70 m lange Einheit ein, die versucht, mehrere Segelprogramme abzudecken. Zwischen offenem Dayboat und geschlossenem Cruiser verspricht das Boot eine Anpassung im Laufe der Zeit. Es bleibt abzuwarten, was das für den tatsächlichen Gebrauch, die Konstruktion und die Leistung bedeutet.

Echte Modularität oder ein struktureller Kompromiss

Der Kernpunkt des MP12 liegt in seiner Fähigkeit, sich von einer offenen Version in eine Cruiser-Konfiguration umzuwandeln. Diese Umwandlung beruht auf Strukturmodulen, die so konzipiert sind, dass sie nach dem Wassern hinzugefügt oder verändert werden können.

Auf dem Papier entspricht die Idee einer konkreten Nachfrage, nämlich der von Reedern, die ihr Programm von der Küstenschifffahrt zur Küstenkreuzfahrt weiterentwickeln. Allerdings wirft dieser Ansatz eine technische Frage auf, nämlich die nach der Gesamtsteifigkeit und den Schnittstellen zwischen den Modulen.

Die Baustelle kündigt ein Design an, das von Anfang an für diese Entwicklungen gedacht war. Das bedeutet, dass die Lasten, die Verankerungspunkte und die Torsionsbeanspruchungen vorausschauend geplant werden. Für den Nutzer liegt das Interesse in der Lebensdauer des Bootes und seinem Wert beim Wiederverkauf. Andererseits müssen eine gewisse Komplexität und potenzielle Kosten im Zusammenhang mit den Umbauten in Kauf genommen werden.

Ein starker, aber exklusiver Außenbordantrieb

Der MP12 ist ausschließlich für Außenbordmotoren ausgelegt. Es können drei 450-PS-Blöcke eingebaut werden, was insgesamt 1350 PS ergibt. Es gibt eine Alternative mit 3 x 350 PS, um den Verbrauch zu begrenzen.

Diese Entscheidung strukturiert das gesamte Heck des Bootes. Die seitlichen Badeplattformen ersetzen das klassische Achterdeck, das von den Motoren besetzt ist. Der Zugang zum Wasser ist weiterhin möglich, unterscheidet sich aber von den Inboard-Konfigurationen.

Beim Segeln verspricht diese Motorisierung eine hohe Reisegeschwindigkeit von rund 40 Knoten. Er ist für Segler interessant, die sich schnell zwischen den Ankerplätzen bewegen wollen. Im Gegenzug sind der Verbrauch und die Wartungskosten hoch und der Geräuschpegel kann höher sein als bei einem Innenbordmotor.

Ein steppender Rumpf, der auf Geschwindigkeit und Trimmung ausgelegt ist

Der Rumpf hat ein dreifaches Redan-Design. Diese Art von Unterwasserschiff soll die nasse Oberfläche und den hydrodynamischen Widerstand verringern. Das erwartete Ergebnis betrifft die Beschleunigung, die Längsstabilität und den Verbrauch bei hohen Geschwindigkeiten.

Die Entwicklung stützt sich auf CFD-Berechnungen mit dem klaren Ziel, bei hohen Geschwindigkeiten eine stabile Trimmung zu erhalten. Für den Segler bedeutet dies ein gesünderes Verhalten bei Wellengang, vorausgesetzt, die Gewichtsverteilung wird beibehalten.

Aber ein gesteppter Rumpf erfordert eine gewisse Handhabung. Bei niedrigen Geschwindigkeiten oder bei bestimmten Seebedingungen kann er anders reagieren als ein herkömmlicher Rumpf. Dieser Rumpftyp eignet sich daher für Nutzer, die bereits mit schnellen Einheiten vertraut sind.

Ein Deckplan, der sich am Leben an Bord und am Verkehr orientiert

Das Cockpit ist um einen modulierbaren Raum herum organisiert. Die abklappbaren Seitenterrassen vergrößern die Nutzfläche beim Ankern. Die Sonnenliege am Heck, kombiniert mit einer umbaubaren Sitzgruppe, strukturiert den Wohnbereich.

Der Verkehr wird durch breite Gänge und eine Seitentür am Steuerstand erleichtert. Dies ist wichtig für das Manövrieren mit einer kleinen Besatzung. Im Bug bietet das Deck einen zweiten Entspannungsbereich mit Sonnenliege und Sitzgelegenheiten.

Unter dem Hardtop ist der Raum durch Glasscheiben geschlossen, was das Boot einem Cruiser ähnlicher macht. Das Vorhandensein einer Bar mit Spüle und Kühlschrank bestätigt die Ausrichtung auf längere Tagesausflüge oder kürzere Kreuzfahrten.

Materialauswahl aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie

Im MP12 sind mehrere technische Materialien integriert. Für die Struktur wird recyceltes PET verwendet, während einige Teile aus Polypropylen-Waben bestehen. Ziel ist es, das Gewicht zu reduzieren und gleichzeitig eine ausreichende Steifigkeit zu erhalten.

Die Verwendung von Kohlefaser für das Hardtop und die Säulen senkt den Schwerpunkt. Dies verbessert die Stabilität, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten. Das Deck kann mit einem Verbundbelag mit Kork versehen werden, der eine rutschfeste und isolierende Oberfläche bietet.

An Bord werden für die Polsterung Materialien aus der Automobilindustrie verwendet, wobei besonders auf den Wärmewiderstand geachtet wird. Für einen Bootsfahrer bedeutet dies einen höheren Komfort am Ankerplatz, insbesondere im Sommer.

Ein zu klärendes Hybrid-Navigationsprogramm

Die MP12 ist auf ein breites Spektrum ausgerichtet, vom schnellen Dayboat bis zum Familienkreuzer. Mit 14 erlaubten Personen an Bord und einer Treibstoffkapazität von 1735 L eignet sie sich sowohl für Tagesausflüge als auch für mehrtägige Segeltörns.

Die vordere Kabine, zusätzliche Schlafplätze und ein separater Waschraum ermöglichen es, auch Übernachtungen an Bord in Betracht zu ziehen. Die Organisation bleibt jedoch open-typisch, mit einer starken Abhängigkeit von den Wetterbedingungen, um die Außenbereiche voll auszunutzen.

Diese Hybridpositionierung ist für Bootsfahrer interessant, die ein einziges Boot für mehrere Zwecke benötigen. Aber sie zwingt auch zu Kompromissen. Die MP12 ist kein vollständiger Ersatz für einen geschlossenen Cruiser für lange Fahrten oder ein reines Dayboat für die einfache Nutzung.

Alles in allem richtet sich dieses Modell an Nutzer, die Wert auf Geschwindigkeit, Modularität und gesellige Ausflüge legen und dabei einen recht ausgeprägten technischen Ansatz verfolgen.

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