Wenn eine Besatzung ihr Schiff verlassen muss oder sich einer kritischen Situation auf See gegenübersieht, ist die EPIRB oft das letzte Glied in der Sicherheitskette. Alle neueren Beacons basieren auf demselben Prinzip: Sie senden einen Alarm über das internationale Satellitennetzwerk Cospas Sarsat auf 406 MHz und erleichtern gleichzeitig das Auffinden von Schiffbrüchigen. Doch hinter dieser scheinbaren Einheitlichkeit unterscheiden sich die derzeit auf dem Markt erhältlichen Modelle durch mehrere Funktionen.
Welche Modelle der EPIRB gibt es und zu welchem Preis?
Auf dem französischen Markt werden sechs EPIRB AIS-Baken von Navicom oder Furuno France vertrieben. Die Modelle McMurdo G8 AIS+, Kannad Safe Pro AIS+ und GME MT606G werden von Navicom zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 779 ? (inkl. MwSt.) als manuelle Version mit Wandhalterung vertrieben. Das Jotron Tron 60 AIS, das ebenfalls von Navicom vertrieben wird, kostet 969 ? (inkl. MwSt.). Furuno France bietet das Ocean Signal EPIRB3 für 972 ? und das ACR GlobalFix V5 für 1.002 ? an.
Alle sechs Beacons basieren auf derselben Sicherheitsarchitektur mit 406 MHz Cospas Sarsat-Übertragung, 121,5 MHz Ortungssignal und integriertem AIS. Die Preisunterschiede sind hauptsächlich auf das Vorhandensein des Return Link Service (RLS), NFC- oder Handy-App-Funktionen sowie auf Unterschiede im Gewicht und in der Batterielebensdauer zurückzuführen.

Alle vermarkteten EPIRBs verfügen über eine umfassende technische Grundlage
Bevor Sie die Optionen vergleichen, sollten Sie daran denken, dass die aktuellen EPIRBs alle Funktionen an Bord haben, die für die Seenotrettung unerlässlich sind.
Jedes Modell verfügt über einen Cospas Sarsat-Sender auf 406 MHz, ein Ortungssignal auf 121,5 MHz, ein eingebautes AIS, einen GNSS-Empfänger, LED- und Infrarotlichter sowie eine Mindestbetriebsdauer von 48 Stunden.
Mit dem 406-MHz-Signal werden die Rettungskoordinationszentren alarmiert. Das 121,5-MHz-Signal erleichtert dann die endgültige Annäherung der Rettungsmittel. Das AIS-Signal sendet die Position der Bake an Schiffe mit AIS-Empfänger in der Nähe.
Für einen Segler, der auf Küsten- oder Hochseekreuzfahrten unterwegs ist, stellen diese Funktionen nun die Mindestgrundlage dar, die beim Kauf einer EPIRB angestrebt wird.

Der Return Link Service bestätigt, dass die Warnung empfangen wurde
Der Return Link Service, häufiger RLS genannt, ist die sichtbarste Entwicklung der letzten Jahre. Diese Funktion ermöglicht es bestimmten Satelliten des Galileo-Systems, nach dem Empfang des Notrufsignals eine Bestätigungsnachricht an die Bake zu senden. Der Schiffbrüchige weiß dann, dass seine Nachricht tatsächlich aufgefangen und von den Rettungszentren bearbeitet wurde. Konkret reduziert diese Information eine erhebliche Unsicherheit. Ohne RLS gibt es keine Möglichkeit zu wissen, ob der Alarm korrekt abgesetzt wurde oder nicht.
Von den Baken verfügen nur die Modelle Jotron Tron 60 AIS, Ocean Signal EPIRB3 und ACR GlobalFix V5 über den Return Link Service. Für Segler, die an Hochsee- oder Ozeanüberquerungen beteiligt sind, verdient diese Funktion besondere Aufmerksamkeit.

Integriertes AIS: eine große Hilfe, wenn sich Schiffe in der Nähe befinden
AIS ist nun in allen verglichenen Modellen vorhanden. Sein Nutzen wird oft unterschätzt. Während das 406-MHz-Signal über Satelliten läuft, bevor es die Notrufzentralen erreicht, wird AIS sofort von benachbarten Schiffen empfangen, die mit einem Empfänger ausgestattet sind.
Eine EPIRB mit AIS erhöht also die Chance, dass sie schnell von einem Handelsschiff, einem vorbeifahrenden Segelboot oder einer bereits in der Gegend befindlichen Rettungseinheit geortet wird. Für Sportbootfahrer, die in belebten Revieren wie dem Ärmelkanal, dem Mittelmeer oder den großen Handelsrouten unterwegs sind, kann diese Funktion die Suchaktionen erheblich beschleunigen.

GPS, Galileo und Glonass: Nicht alle Konstellationen sind gleichwertig
Die Genauigkeit der Positionsbestimmung hängt direkt von der Anzahl der Satelliten ab, die der Sender nutzt. Alle Modelle verfügen mindestens über einen GPS-Empfang (amerikanisch) und einen Galileo-Empfang (europäisch). Einige fügen auch die russische Glonass-Konstellation hinzu.
Die Modelle Ocean Signal EPIRB3, ACR GlobalFix V5 und Jotron Tron 60 AIS nutzen somit GPS, Galileo und Glonass gleichzeitig.
Der Sinn dahinter ist einfach: Je mehr Satelliten zur Verfügung stehen, desto schneller erhält die Bake eine genaue Position, vor allem bei schlechteren Bedingungen oder einem teilweise verdeckten Himmel.

Mobile App und NFC vereinfachen die Verwaltung des Beacons
Mobile Apps, die lange Zeit nicht in der maritimen Sicherheitsbranche zu finden waren, tauchen nun auch bei einigen EPIRBs auf. Die Modelle Ocean Signal EPIRB3 und ACR GlobalFix V5 verfügen über eine NFC-Konnektivität (kontaktlose Verbindung zwischen Beacon und Smartphone) in Verbindung mit einer speziellen App.
Diese Verbindung ermöglicht es, den Batteriestatus abzufragen, Programmeinstellungen zu überprüfen oder bestimmte Wartungselemente einfach über das Smartphone zu kontrollieren.
Für Eigner, die ihre Sicherheitsausrüstung selbst überwachen, bedeutet diese Funktion eine erhebliche Vereinfachung. Sie ist vor allem für Langzeit-Cruiser interessant, die ihre Ausrüstung regelmäßig überprüfen wollen, ohne komplizierte Verfahren durchlaufen zu müssen.
Gewicht, Akkulaufzeit und Preis bleiben Auswahlkriterien
Neben den elektronischen Funktionen unterscheiden sich die Modelle noch durch mehrere praktische Kriterien.
Das Gewicht ist je nach Hersteller sehr unterschiedlich und reicht von 422 g für die Ocean Signal EPIRB3 bis zu 810 g für die ACR GlobalFix V5. Dieses Kriterium ist nicht sehr wichtig, da die Bake im Inneren des Bootes befestigt wird.
Die Lebensdauer der Batterie beträgt normalerweise bis zu 10 Jahre, aber der Jotron Tron 60 AIS gibt 11 Jahre an, bevor er ausgetauscht werden muss.
Schließlich reichen die Preise von ca. 779 ? bis 1.002 ? in den manuellen Versionen. Eine große Spanne, die man berücksichtigen sollte, wenn man sich die angebotenen Funktionen genau ansieht.
Die wichtigste Frage bei der Auswahl ist also die nach dem Navigationsprogramm. Für den gelegentlichen Einsatz in Küstennähe kann eine EPIRB ohne RLS die Anforderungen erfüllen (auch wenn wir sie nicht empfehlen). Für Hochseetörns und Navigation fernab von Rettungsdiensten sind RLS, Multikonstellation-GNSS und die Verfolgung über eine mobile Anwendung besonders wichtige Auswahlkriterien.

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