Die Zahl der verlorenen Container steigt wieder an ? welche Folgen hat das für die Reedereien?

Nach mehreren Jahren rückläufiger Zahlen nehmen die Verluste von Containern auf See wieder zu. Der World Shipping Council verzeichnet für das Jahr 2025 insgesamt 1.478 vermisste Container. Ein Großteil dieses Anstiegs ist auf den Untergang eines Containerschiffs vor der Küste Indiens zurückzuführen.

Jedes Jahr werden auf den weltweiten Seewegen fast 280 Millionen Container befördert. Die Verluste sind daher mit nur 0,0005 % der transportierten Einheiten nach wie vor gering. Die Bilanz des World Shipping Council für das Jahr 2025 markiert jedoch einen Bruch mit den Vorjahren.

Der Untergang der MSC Elsa 3 schlägt in den Statistiken schwer zu Buche

Le MSC Elba 3 avait chaviré au large de l'Inde
Die MSC Elba 3 war vor der Küste Indiens gekentert

Der World Shipping Council verzeichnet für das Jahr 2025 1.478 auf See verlorene Container, gegenüber 576 im Vorjahr. Allein der Untergang der MSC Elsa 3 im Mai 2025 vor der indischen Küste macht 640 Container aus, was fast 43 % der Verluste des Jahres entspricht.

©Fx Ricardou
©Fx Ricardou

Auch die Winterstürme über dem Nordatlantik und dem Nordpazifik trugen zu mehreren Zwischenfällen bei und setzten die Ladungen einer starken Belastung aus.

Ein Risiko im Zusammenhang mit der Ladungssicherung und der Ladung

Dem Bericht zufolge erhöhen eine unsachgemäße Verzurrung, eine ungenaue Gewichtsangabe oder schlecht verpackte Güter das Risiko, Container bei schwerem Wetter zu verlieren, erheblich. Die Stabilität der Containerstapel hängt direkt von diesen Angaben ab.

Eine weitere bemerkenswerte Entwicklung: Im Jahr 2025 konnten 128 Container geborgen werden ? ein Wert, der nur selten erreicht wird. Seit dem 1. Januar 2026 verpflichtet eine Änderung des SOLAS-Übereinkommens die Kapitäne, jeden Containerverlust unverzüglich den betroffenen Küstenstaaten und dem Flaggenstaat zu melden. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Bergungsmaßnahmen zu beschleunigen und die Risiken für die Schifffahrt zu begrenzen.

Wie lässt sich das Risiko einer Kollision mit einem treibenden Container minimieren?

Für einen Freizeitkapitän geht die größte Gefahr von teilweise unter Wasser liegenden Containern aus. Wenn sie Wasser aufnehmen, können sie knapp unter der Oberfläche schwimmen und fast unsichtbar werden, insbesondere bei rauer See, bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang oder in der Nacht. Die visuelle Wachsamkeit bleibt daher das wichtigste Mittel zur Vorbeugung. Es wird empfohlen, die Geschwindigkeit an die Sichtverhältnisse anzupassen, auf dringende Meldungen an die Schifffahrt zu achten, die auf einen Ladungsverlust hinweisen, und die empfohlenen Routen einzuhalten, wenn sich ein Seeunfall ereignet hat.

©Fx Ricardou
©Fx Ricardou

Das Radar kann bestimmte, noch über Wasser liegende Container nur selten erkennen. Die Sea.Ai-Kamera, mit der fast alle IMOCA- und Ultim-Boote ausgestattet sind, hat bereits mehrere Kollisionen verhindert.

Sollte ein treibender Container gesichtet werden, ist es wichtig, dessen GPS-Position zu ermitteln und diese unverzüglich an das CROSS oder die zuständigen Seebehörden zu melden, um andere Schiffsführer zu warnen.

Weitere Artikel zum Thema