Test / Pacific Craft 650 T: Warum wieder zum Angelboot mit Steuerpult?

© Yamaha Marine

Mit der 650 T kehrt Pacific Craft in ein Segment zurück, das die Modellreihe bisher vernachlässigt hatte: das der kleinen, ganzjährig einsetzbaren Steuermannboote. Hinter diesem Modell steht vor allem eine strategische Entscheidung. Die Werft setzt auf Bewegungsfreiheit an Bord und Einfachheit ? genau das, was Küstenfischer verlangen.

Ein fehlendes Glied in der Pacific Craft-Produktpalette

Die Pacific Craft 650 T ist nicht nur ein neuer 6,50 m langer Rumpf, der den Katalog ergänzt. Ihr Reiz liegt vor allem darin, dass sie ein Programm wiederbelebt, das bisher auf Open-Boote und Sun Cruiser ausgerichtet war. Diese Boote eignen sich gut für Sommerausflüge, Wassersport oder Familienausflüge, aber weit weniger für diejenigen, die im November auf der Suche nach Wolfsbarsch in See stechen, bei einem Regenschauer segeln oder sich einfach nur Schutz suchen möchten, ohne auf ein großes Cockpit verzichten zu müssen.

Le 650 T et le 750 T ©YamahaMarine
Der 650 T und der 750 T ©YamahaMarine

Die 650 T verfügt somit wieder über ein geschlossenes Steuerhaus in der Mitte des Bootes ? eine klassische Lösung, die sich bewährt hat.

Pacific Craft ergänzt das Modell um einen 7,5 m langen ?großen Bruder?, der derselben Philosophie folgt. Die 650 T ist jedoch das kompakteste Modell dieser neuen Baureihe und wahrscheinlich dasjenige, dessen Lastenheft die interessantesten Kompromisse erfordert: Beibehaltung eines echten Steuerhauses, Schaffung von ausreichend Platz an Deck zum Angeln und Beibehaltung einer Größe, die noch leicht zu handhaben ist.

Ein Boot, das speziell für die Küstenfischerei gebaut wurde

Das Konzept wird sofort deutlich, sobald man an Bord geht. Freiraum steht im Vordergrund. Das passt gut zum Angeln. Ob man nun zu mehreren driftet, einem Fisch folgt, der um das Boot herumschwimmt, oder einen Ankerplatz wechselt ? man muss schnell vom Cockpit nach vorne gelangen können.

©YamahaMarine
©YamahaMarine

Das Boot dient jedoch nicht nur dem Angeln. Die Cockpitbank, die optional erhältlichen Heckplattformen und die kleine Kabine unter dem Vorderdeck laden auch zu Ausflügen oder Familienausflügen ein. Doch die Prioritäten sind klar erkennbar: Das Boot ist in erster Linie darauf ausgelegt, draußen zu arbeiten und sich drinnen Schutz zu bieten.

Straßenfahrzeugabmessungen und eine angemessene Motorisierung

Der 650T ist 6,46 m lang und vor allem 2,49 m breit, was ihm die Zulassung für den Straßenverkehr ermöglicht. Mit einem Leergewicht von 1.150 kg muss das Zugfahrzeug jedoch entsprechend ausgelegt sein, und Einsätze werden nicht täglich stattfinden.

Was den Antrieb betrifft , Pacific Craft erlaubt eine Motorleistung von bis zu 115 ch am Heck. Unser Testmodell war mit einem mechanisch gesteuerten Yamaha-Viertaktmotor mit 100 ch ausgestattet.

©YamahaMarine
©YamahaMarine

Auf dem Papier erscheint die Leistung bescheiden in einer Zeit, in der manche Konkurrenten ähnlicher Größe 175 oder 200 ch leisten. Sie entspricht jedoch dem angestrebten Konzept. Ein Angelboot muss nicht unbedingt 35 Knoten erreichen, um seinen Zweck zu erfüllen. Es muss unter Last gut anfahren, eine brauchbare Reisegeschwindigkeit halten und einen Kraftstoffverbrauch aufweisen, der für lange Tage auf dem Wasser geeignet ist.

Der Test wird zeigen, ob diese Wahl richtig war: Mit 100 PS erreichte das Boot 26 Knoten. Noch aussagekräftiger ist jedoch, dass es bei 4.500 U/min mit einer Geschwindigkeit von 18,9 Knoten fuhr und dabei 17 l/h verbrauchte.

Die 650 T setzt damit klare Prioritäten. Sie soll weder ein Wochenendboot noch ein Open-Boot werden. Ihr Konzept basiert auf bewährten Grundsätzen: ein funktionales Cockpit, gute Bewegungsfreiheit an Deck und Schutz. Ein altbewährtes Rezept zwar, aber für den Angelsport genau das Richtige.

©YamahaMarine
©YamahaMarine
Weitere Artikel zum Thema