CG30 Vento, eine neue 30-Fuß-Segelyacht, die ohne übermäßige Komplexität auf ORC und IRC abzielt

Ein neuer 30-Fuß-Segler kommt in das Segment der erschwinglichen Offshore-Rennyachten. Die CG30 Vento zielt sowohl auf Küstenregatten als auch auf Hochseeregatten nach ORC- und IRC-Standards ab. Die straffen Linien mit mehreren technischen Entscheidungen verdienen es, genauer betrachtet zu werden.

Die CG30 Vento gehört zu einer hart umkämpften Kategorie von 9-Meter-Rennyachten, die zwischen Hochseeregatten und Küstenstrecken wechseln können. Das Projekt, das von Cossutti Ganz Yacht Design in Zusammenarbeit mit Northern Light Composites entwickelt wurde, wirft einige technische und praktische Fragen auf.

Die Balance zwischen Steifheit und Vielseitigkeit beim Laufen finden

Die erste Herausforderung ist der Kompromiss zwischen Stabilität und Leistung. Mit einer Verdrängung von 2950 kg und einem Kiel von 1350 kg sucht die CG30 Vento nach einer Steifigkeit, die ausreicht, um effizient mit Doppel- oder Kleinstbesatzung auf dem offenen Meer zu segeln, ohne die Leistung zu beeinträchtigen, wenn die Stabilität bei Vollbesatzung größtenteils von der menschlichen Rückstellung abhängt.

Der Rumpf wurde auf der Grundlage einer Analyse der Bedingungen im Mittelmeer und in den wichtigsten europäischen Revieren entworfen. Die Wahl nicht zu extremer Formen zielt darauf ab, die nasse Oberfläche bei Leichtwind zu begrenzen und gleichzeitig gleichmäßige Durchschnittsgeschwindigkeiten im Chop und bei instabilen Winden beizubehalten. Diese Entscheidung richtet sich eindeutig an Regattasegler, die vorwiegend im Küstenbereich und im Halbhochwasserbereich segeln, und weniger an engagierte Hochseeprogramme.

Vereinfachung von Transport und Logistik, ohne das Sportprogramm zu beeinträchtigen

Die Frage des Transports ist bei dieser Bootsgröße von zentraler Bedeutung. Die CG30 Vento ist von Anfang an mit Vorrichtungen ausgestattet, die das Abnehmen von Kiel und Ruderblatt erleichtern. Das Kassettenkielsystem ermöglicht eine schnelle Montage und Demontage, was für Teams, die häufig von einem Gewässer zum anderen reisen, von entscheidender Bedeutung ist.

Das Ruder wird in einer einfachen, auf dem Heckspiegel montierten Version angeboten, mit der Option eines aufklappbaren Doppelruders. Diese Alternative ermöglicht es, das Boot an verschiedene Programme anzupassen, von reinen Küstenfahrten bis hin zu engagierteren Segeltörns mit kontrolliertem Trimm auf dem Vorwindkurs.

Ein Decksplan, der auf eine kleine Besatzung ausgelegt ist

Der Decksplan entspricht einer klaren Problematik, nämlich effizientes Manövrieren im Solo- oder Doppelboot zu ermöglichen, ohne die Ergonomie bei voller Besatzung zu opfern. Alle Manöver werden im Cockpit durchgeführt, mit einer Organisation, die sich um 10 Blocker dreht, die auf dem Deck angeordnet sind.

Die zwei Cockpitwinschen und zwei zusätzliche Winschen auf dem Roof bieten zusammen mit dem dreidimensionalen Genuaschienensystem einen Trimmbereich, der sowohl für ORC- als auch IRC-Messungen geeignet ist. Das Cockpit, das durch lange, profilierte Luken geschützt ist, soll das Eindringen von Wasser bei rauer See begrenzen, ein Punkt, der bei Hochseeregatten auf Booten dieser Größe selten vernachlässigt wird.

Eine Takelage, die sich an das Rennprogramm anpassen lässt

Die 9/10-Takelage bietet zwei Hauptkonfigurationen. Eigner können sich für ein Großsegel mit Horn und doppeltem Achterstag entscheiden oder für eine halbquadratische Version, die mit einem langen äußeren Ende und einem einzelnen Achterstag kombiniert wird.

Die Segelfläche am Wind beträgt 56 m2, während die Segelfläche am Vorwindkurs über 130 m2 beträgt. Die Wahl eines Aluminiummastes und -baums als Standard mit Karbonoptionen spiegelt den Willen zur Kostenkontrolle wider, lässt aber gleichzeitig Raum für Entwicklungen für die engagiertesten Teams. Das in das Deck integrierte, einziehbare Carbon-Topp ermöglicht das Setzen des Gennakers und des Code Zero an der Spitze, ohne die Manöver zu komplex werden zu lassen.

Sandwich-Bauweise und kontrollierter industrieller Ansatz

Die Konstruktion beruht auf einer Sandwich-Laminierung aus Glas, PVC- und PET-Kern, die unter Vakuum mit Vinylesterharz verarbeitet wird. Die inneren Strukturen, die CNC-geschnitten, verklebt und dann laminiert werden, während die Trennwände aus Schiffssperrholz zur Gesamtsteifigkeit des Ganzen beitragen.

Diese Material- und Methodenwahl zielt auf eine industrielle Wiederholbarkeit ab, die mit einer Serienproduktion vereinbar ist, wobei das Niveau der Endbearbeitung einem Offshore-Rennsegler angepasst ist, der in die Kategorie CE A eingestuft ist.

Ein funktionales Interieur für die Hochseeschifffahrt

Bei der Inneneinrichtung steht die Funktionalität im Vordergrund. vier feste Kojen sorgen für die Erholung der Crew, ergänzt durch strukturelle Sitzgelegenheiten rund um den Mastfuß und den Kiel. Der Navigationsplatz, die Möglichkeit eines Tischmoduls und das Vorhandensein einer kompakten Küchenzeile erfüllen die Anforderungen von mehrtägigen Fahrten.

Die flexiblen Tanks, der 12-Volt-Stromkreis mit separaten Batterien und die Grundausstattung ermöglichen eine angemessene Reichweite ohne unnötige Überladung. Das Ganze richtet sich eindeutig an Segler, die das Interieur in erster Linie als Rennwerkzeug sehen.

Die CG30 Vento wird in Monfalcone von Northern Light Composites gebaut und soll im Herbst 2026 erstmals ausgeliefert werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese neue 30-Fuß-Yacht gegen die bereits etablierte Konkurrenz positionieren wird, sowohl auf dem Wasser als auch in den ORC- und IRC-Ranglisten.

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