Navan wird das vom 8. bis 13. September 2026 stattfindende Cannes Yachting Festival nutzen, um die C38, sein neues 38-Fuß-Motorboot, vorzustellen. Hinter dieser Vergrößerung verbirgt sich vor allem eine Weiterentwicklung des Programms: Die Marke aus Brunswick möchte die offene Architektur einer zentralen Konsole beibehalten und gleichzeitig den nötigen Platz bieten, um mehrere Tage an Bord zu verbringen.
Ein C38, der Navan in eine andere Kategorie befördert
Die C38 markiert einen Meilenstein in der Entwicklung von Navan, einer Marke der amerikanischen Brunswick Corporation. Der Hersteller positioniert sie in der Kategorie der Boote für Entdeckungsfahrten ? ein recht weit gefasster Begriff, der hier Küstenfahrten, Tagesausflüge und Törns mit Übernachtung an Bord umfasst.

Bei dieser Größe muss ein Motorboot zwei manchmal widersprüchliche Anforderungen unter einen Hut bringen. Es gilt, freie Bewegungsräume im Außenbereich und ein nutzbares Cockpit zu gewährleisten und gleichzeitig unter Deck genügend Platz für echte Wohnräume zu schaffen.
Navan kündigt eine Kabine und ein Duschbad mit Stehhöhe sowie Platz für vier Personen an. Der Hersteller macht noch keine genauen Angaben zur Aufteilung der Schlafplätze.
Die C38 beschränkt sich also nicht darauf, die Modellpalette der kleineren Boote zu erweitern. Sie muss das Leben an Deck und das Segeln miteinander in Einklang bringen, ohne dass das Deck dabei zu einem Hindernisparcours wird.
Eine Mittelkonsole, um den Durchgang rund um den Steuerstand freizuhalten
Navan bleibt einer Architektur mit Mittelkonsole treu. Der Steuerstand ist in der Längsachse des Bootes angeordnet, sodass auf beiden Seiten Gangwege verbleiben. Diese Anordnung ist bei Sportfischerbooten und Tagesbooten üblich, da sie den Weg zwischen Cockpit und Vordeck erleichtert. Bei einem Boot, das für längere Fahrten ausgelegt ist, hat dies zudem den Vorteil, dass der Steuermann nicht vollständig vom Rest der Besatzung abgeschnitten ist.

Der Nachteil betrifft die Nutzung des Innenraums. Eine Mittelkonsole und zwei Durchgänge beanspruchen mehr Breite als ein an einer Seite angeordneter Aufbau. Die Architekten müssen daher die Zentimeter, die durch die Außenwege verloren gehen, unter Deck wieder ausgleichen.
Gerade in diesem Punkt wird es interessant sein, die endgültige Innenausstattung der C38 in Cannes zu begutachten. Der Hersteller gibt Wohnräume an, die Platz für vier Schlafplätze bieten, nennt jedoch noch keine Innenmaße und legt auch noch keinen detaillierten Grundriss vor.
Das hintere Cockpit soll vom Angeln auf Kreuzfahrten umgestellt werden
Das Heck ist das andere zentrale Element des Entwurfs. Navan kündigt einen modularen Heckbereich an, der sich an verschiedene Zwecke anpassen lässt, darunter Angeln, Kreuzfahrten oder die Zubereitung von Mahlzeiten.
Diese Modularität entspricht einer recht deutlichen Entwicklung bei Motorbooten dieser Größe. Ein Eigner nutzt sein Boot nicht unbedingt während der gesamten Saison auf dieselbe Weise. Das Cockpit muss bei einem Familienausflug Platz für einen Tisch und Sitzgelegenheiten bieten und anschließend mehr Platz für Wassersportaktivitäten oder das Angeln freigeben.

Der C38 verfügt über eine ausfahrbare Badeplattform. Im ausgefahrenen Zustand vergrößert sie die verfügbare Fläche am Ankerplatz und bringt das Cockpit näher an die Wasseroberfläche.
Diese Art von Ausstattung schafft zusätzlichen Platz, ohne die permanente Breite des Bootes zu vergrößern. Allerdings kommen dadurch auch Mechanismen, Gelenke und bewegliche Teile in einem Bereich hinzu, der der Gischt ausgesetzt ist. Die Verarbeitungsqualität, die Verriegelung während der Fahrt und der Zugang zu den Mechanismen gehören daher zu den Details, auf die man bei der Besichtigung des Bootes achten sollte.
Ein Rumpf mit Absatzerhöhung, dessen Leistungsfähigkeit noch zu ermitteln ist
Unterhalb der Wasserlinie weist die Navan wieder ihren T-förmigen Redan-Rumpf auf. Der Hersteller schreibt dieser Bauweise ein verbessertes Fahrverhalten und eine höhere Effizienz bei hohen Geschwindigkeiten zu. Das Prinzip eines Absatzes besteht darin, die Wasserströmung unter einem Gleitrumpf so zu verändern, dass die benetzte Oberfläche bei steigender Geschwindigkeit verringert wird. Das Vorhandensein eines Absatzes allein lässt jedoch keine Rückschlüsse auf den Kraftstoffverbrauch oder das Seeverhalten zu.
Gewicht, Schwerpunkt, Rumpfwinkel, Wasserlinienlänge, Propeller und Antrieb spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Und genau hier fehlen noch einige Angaben aus dem technischen Datenblatt. Navan gibt in seiner Anzeige weder die installierte Leistung, noch die Höchstgeschwindigkeit, die Reisegeschwindigkeit, das Tankvolumen noch die Reichweite an.
Man muss also die endgültigen technischen Daten und vor allem die ersten Testfahrten abwarten, um beurteilen zu können, was dieser Rumpf bei einem für Kreuzfahrten beladenen 38-Fuß-Boot tatsächlich bewirkt.
Der C38 kündigt bereits ein zweites Modell für 2027 an
Bei der Präsentation in Cannes geht es nicht nur um ein neues Boot. Navan bestätigt zudem die Markteinführung einer S38 Anfang 2027. Der Hersteller gibt derzeit so gut wie keine Details zu diesem zukünftigen Modell bekannt. Die einheitliche Bezeichnung lässt jedoch eine Plattformstrategie rund um diese neue Größe erkennen.

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