Das Cachouten, auch als Segelgerben bekannt, ist eine traditionelle Methode, um die Widerstandsfähigkeit von Segeln gegen raue Seebedingungen zu erhöhen. Diese Praxis zielt vor allem darauf ab, das Verrotten von Naturfasern wie Leinen, Hanf oder Baumwolle zu verhindern und sie vor den schädlichen Auswirkungen von Sonne, salzhaltiger Gischt und ständiger Feuchtigkeit zu schützen. Indem sie die Segel mit tanninreichen Substanzen imprägnierten, sicherten sich die Seeleute einen wirksamen Schutz vor diesen schädlichen Elementen. Heute wird dieses Wissen weitergegeben, um die Erinnerung an einen wichtigen Teil des nautischen Erbes zu bewahren und zu erhalten.
Ein traditionelles Gerbverfahren
Das Cachouting-Verfahren bestand aus mehreren sorgfältigen Schritten. Zunächst wurden die Segel in Meerwasser eingetaucht, um die Fasern für die Behandlung vorzubereiten. Anschließend wurde eine kochende Cachou-Lösung auf das Segeltuch aufgetragen, oft mit Bürsten, um ein gleichmäßiges Eindringen des Produkts zu gewährleisten. Dieser Vorgang wurde auf jeder Seite des Segels wiederholt. Nachdem das Cachou gut durchtränkt war, wurden die Segel erneut mit Salzwasser gespült, um überschüssiges Wasser zu entfernen und die Farbe zu fixieren. Schließlich wurden die Segel auf das Schiff gehisst, damit sie im Wind trocknen konnten. So waren sie bereit, ein weiteres Jahr den Bedingungen auf See zu trotzen.




Wenn die Natur Farbe beweist
Kaschu, der zentrale Bestandteil dieses Verfahrens, ist ein tanninreicher Pflanzenextrakt. Er wird hauptsächlich aus dem Holz der Acacia catechu, einem in Südasien beheimateten Baum, gewonnen. Dieses Naturprodukt verleiht den Segeln eine rötlich-braune bis schwarze Färbung, je nach verwendeter Konzentration und lokalen Traditionen. Neben Kaschu wurden in manchen Rezepten auch andere pflanzliche Stoffe beigemischt, um bestimmte Nuancen zu erzielen.
Regionale Unterschiede beim Gerben
Das Verstecken von Segeln ist eine alte Praxis, deren genauer Ursprung nur schwer genau zu datieren ist. Sie scheint jedoch mindestens bis ins 18. Jahrhundert, wenn nicht sogar noch früher, zurückzugehen. Die Verwendung von Tanninen zum Schutz von Stoffen, die der Witterung ausgesetzt sind, war bereits aus anderen Bereichen wie dem Färben und Imprägnieren von Tüchern bekannt. Das Cachoutage entwickelte sich besonders im 19. Jahrhundert mit dem Aufschwung der Fischerei- und Handelssegelschiffe. Die Techniken des Cachoutage, die auf traditionellen Schiffen weit verbreitet waren, variierten damals je nach Region und den lokal verfügbaren Ressourcen. Im Golf von Morbihan verwendeten die Seeleute zum Beispiel zerstoßene Pinienrinde zum Gerben, was den Segeln eine unverwechselbare rote Färbung verlieh. Die Segel der Sinagots wurden daher traditionell versteckt.

Im Finistère wurde eine höhere Konzentration von Eichenrinde verwendet, wodurch die Segel eine dunklere braune Farbe erhielten. Diese Unterschiede machten es möglich, die Herkunft der Schiffe anhand der Farbe ihrer Segel zu identifizieren.




Die Tradition des Versteckens hielt sich bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts, bevor sie mit dem Aufkommen von Kunstfasern und modernen Verarbeitungsmethoden zurückging. Heute wird sie vor allem zu patrimonialen Zwecken praktiziert s und bei historischen Reenactments.


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