Einhandsegler auf Arpège entmannt und nach 11 Tagen im Mittelmeer gerettet

© Salvamento Marítimo

Ein 69-jähriger Einhandsegler an Bord einer Arpège wurde im Mittelmeer gerettet, nachdem er elf Tage lang fast 300 Seemeilen weit getrieben war. Er war von der spanischen Ostküste aus zu einer Küstenfahrt aufgebrochen, hatte den Mast entmastet und die Fähigkeit zu segeln verloren. Die anfängliche Suche nach dem Schiff war eingestellt worden.

Ein Küstenausflug, der zum Überleben wird

Der Segler hatte den Hafen von Gandia in der Nähe von Valencia mit dem Ziel Guardamar del Segura verlassen. Er segelte etwa 100 Meilen an der Küste entlang und hatte nicht vor, auf hoher See zu segeln. Aus bislang unbekannten Gründen wurde sein Segelboot entmastet, und es gelang ihm offensichtlich nicht, Hilfe zu rufen oder eine Nottakelung zu errichten. Das Boot trieb daraufhin ab und wurde allmählich aufs offene Meer hinausgetrieben.

Suche gestartet und dann eingestellt

Da es keine Neuigkeiten gab, leiteten die spanischen Behörden ab dem 17. Januar 2026 eine Suchaktion ein. Mehrere Tage lang wurden Luft- und Wasserfahrzeuge eingesetzt, bevor die Aktion am 22. Januar 2026 wegen fehlender Ergebnisse eingestellt wurde. Die in der Gegend fahrenden Handelsschiffe waren jedoch informiert worden, um eine aufmerksame Wachsamkeit aufrechtzuerhalten.

Sichtung vor der Küste Algeriens durch ein Frontex-Flugzeug

©Nv Charts
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Das Segelboot wurde schließlich am 28. Januar 2026 von einem Flugzeug der europäischen Grenzschutzagentur Frontex etwa 53 Seemeilen nordöstlich von Béjaïa gesichtet. An Bord befand sich ein Mann, der Notsignale gab. Die Position war mehr als 280 Seemeilen von ihrem Ausgangspunkt entfernt, was verdeutlicht, wie schnell eine Drift ein Segelboot selbst im Mittelmeer wegtreiben kann.

Den Bildern der Salvamento Marítimo, dem spanischen Pendant zur SNSM, zufolge ist der Mast der Arpège unterhalb der Pfeilstangen in zwei Hälften gebogen, und das Vorsegel schleift im Wasser.

Ein umgeleiteter Massengutfrachter

©Marine Traffic - Jan Verhoog
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Der in der Nähe befindliche Massengutfrachter Thor Confidence, der unter der Flagge Singapurs fährt, wich von seinem Kurs ab, um Hilfe zu leisten. Der Navigator wurde in guter Verfassung geborgen und an Bord des Handelsschiffs gebracht, das den Hafen von Algeciras ansteuerte.

Die genauen Umstände der Entmastung und die Überlebensbedingungen müssen noch geklärt werden. Die Episode erinnert jedoch daran, dass eine größere Havarie selbst bei einer auf den ersten Blick "sicheren" Küstenfahrt sehr schnell in eine Überlebenssituation umschlagen kann. Im Mittelmeer kann sich ein festgefahrenes Segelboot je nach Wind- und Strömungsverhältnissen schnell von der Küste entfernen, was die Ortung erschwert, wenn es keine autonomen und redundanten Warn- und Positionsbestimmungsmittel gibt, um ein Schiff ohne Kommunikationsmittel zu finden.

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