Die Elektrifizierung an Bord von Fahrtenseglern schreitet voran, aber nicht nur beim Hauptantrieb. Bei Baltic Yachts wird 48 V zu einer zentralen Architektur, die sowohl die Manövriersysteme als auch die Hybridunterstützung im Hafen oder am Ankerplatz versorgen kann.

48 V Niederspannung, ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Leistung
Die finnische Werft arbeitet mit Molabo aus Bayern zusammen, um 48-V-Elektromotoren zu integrieren, die "safe to touch" sind, d. h. ohne die Einschränkungen von Hochspannungssystemen bedient werden können.
Die ARIES-Reihe von Molabo liefert ein hohes Drehmoment bei niedriger Spannung. Wir sprechen hier von Leistungen bis zu 50 kW bei 48 V. Das Ergebnis ist ein sofortiges Ansprechen, eine präzise Steuerung der Drehzahl und eine deutliche Reduzierung von Lärm und Vibrationen im Vergleich zu einem thermischen Hilfsaggregat.

Und vor allem bleibt die Installation einfacher als bei einem 400- oder 800-V-System. Es gibt keine aufwändigen Hochspannungszertifizierungsverfahren und keine spezielle Infrastruktur für die Wartung. Für einen Eigner oder eine Crew auf Langfahrt fällt dieser Punkt ins Gewicht.
Elektrifizierte Funktionen über den Antrieb hinaus
Bei neueren Baltischen Schiffen werden diese 48-V-Motoren nicht nur für den Antrieb des Propellers verwendet. Sie versorgen auch die Hydrauliksysteme für Segel, Bug- und Heckstrahlruder und sogar einige Kiel-, Ruder- und Trimmantriebe.
Für ein schnelles Fahrtensegelboot oder einen Performance Cruiser wie die Freedom 67 bedeutet dies, dass Sie für die üblichen Manöver weniger auf einen Verbrennungsmotor oder Generator zurückgreifen müssen.

"Elektrische Hilfssysteme sind eine logische Entwicklung für Langstreckenyachten" das ist eine gute Idee", erklärt Kim Kolam, leitender Elektroingenieur bei Baltic Yachts. "In der Schifffahrt ermöglichen 48-V-Motoren den Betrieb wichtiger Systeme, während die Betriebszeit des Hauptmotors und des Generators begrenzt wird."
Konkret bedeutet dies, dass der Batteriepark mit hoher Kapazität die Versorgung der Ausrüstung am Ankerplatz sicherstellt, ohne den Diesel für eine Ankerwinde oder eine hydraulische Winsch zu starten.
Parallelhybridisierung und Unterstützung unter Segeln
Baltic implementierte auch parallele 48-V-Hybridkonfigurationen, die für Hafenmanöver oder zum Ankern gedacht waren.
Die vielleicht interessanteste Anwendung für eilige Segler ist jedoch die Navigation. Mit einer geringen Leistung von 200 bis 500 W kann man bei Leichtwind das Schiff auf Kurs halten.

Dieser unauffällige Zusatz beeinflusst die Geschwindigkeit des Bootes und damit den Winkel und den Druck des scheinbaren Windes. Das Ergebnis ist eine bessere Aufrechterhaltung des Laminarflusses über die Segel, eine effizientere Trimmung und, bei einigen Foils oder Semi-Foils, die Möglichkeit, länger "auf der Schanze" zu bleiben.
Hier geht es nicht darum, einen Kreuzer in einen IMOCA umzuwandeln, sondern darum, ein Leichtwindregime zu optimieren.
Für welche Browser?
Diese Elektrifizierung mit 48 V richtet sich in erster Linie an Langfahrtsegelboote und leistungsstarke Einheiten, bei denen das Energiemanagement zu einem zentralen Bestandteil des Programms wird.
Vorteile: höhere Sicherheit durch Niederspannung, geringere Lärmbelastung, bessere Integration von Hilfseinrichtungen, flexibler Betrieb am Ankerplatz und im Hafen.
Grenzen: Batteriekapazität muss fein dimensioniert werden, Wärmemanagement und anfängliche Kosten sind höher als bei einer herkömmlichen Dieselanlage.
Aber der Trend ist da. Und auf Werften wie Baltic Yachts ist die 48 V nicht mehr nur ein Prototyp. Sie wird zur technischen Basis der Werft, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Was denken Sie darüber? Eine Modeerscheinung oder eine echte Begeisterung?

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