Die Werft aus der Vendée zielt auf eine viel stärker küstennahe und stationäre Nutzung von Sportbooten ab, die auf den tatsächlichen Gewohnheiten der Segler basiert. Dieser Ansatz wurde nun auch vom Pôle Mer Bretagne Atlantique anerkannt, der dem Projekt auf seiner Vorstandssitzung im April 2026 das Label "Innovatives Projekt" verliehen hat.
Ein Boot, das eher für das Ankern als für große Kreuzfahrten gedacht ist
Das Projekt Loopia 290 geht von einer Feststellung aus, die bei der Konzeption von Freizeitbooten selten berücksichtigt wird. Laut Sea Loop Marine segeln die meisten Eigner nur wenig und nutzen ihr Boot vor allem als Freizeitplattform vor Anker.

Der von der Marc Lombard Design Group entworfene Katamaran nimmt also eine Architektur an, die sich auf die Stabilität beim Stehen und die Bewegung an Bord konzentriert. Mit einer Breite von 3,90 m und einer Länge von 9 m legt das Boot den Schwerpunkt auf Wohnraum und einfache Fortbewegung.
Diese Ausrichtung hat einen direkten Einfluss auf den Rumpf und die gewünschte Leistung. Die Loopia 290 verfügt über zwei 40-kW-Elektromotoren, die mit einem 92-kWh-Batteriepaket verbunden sind. Sea Loop Marine gibt eine Reichweite von 60 Seemeilen bei 6 Knoten und eine Höchstgeschwindigkeit von 17 Knoten an. Die technische Positionierung zielt eher auf Küstenfahrten, Binnengewässer, Tagesankerplätze oder professionelle touristische Nutzung ab als auf Langstreckenüberquerungen.
Barrierefreiheit wird von Anfang an zu einem Designkriterium
Einer der markantesten Schwerpunkte des Projekts ist die Barrierefreiheit. Im Gegensatz zu vielen nachträglich angepassten Booten wurde die Loopia 290 von Anfang an so konzipiert, dass sie auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität aufnehmen kann.
Das flache Deck ohne Stufen, die breiten Verkehrswege und der ebenerdige Zugang vom Ponton aus sind die zentralen Elemente dieses Ansatzes. Sea Loop Marine hat mit APF France Handicap zusammengearbeitet, um diese Einschränkungen bereits in der Entwicklungsphase zu berücksichtigen.

Diese Konzeption verändert die Architektur des Schiffes grundlegend. Bei vielen Freizeitbooten machen Höhenunterschiede, schmale Gänge oder steile Abfahrten die Fortbewegung selbst für eine gesunde Besatzung kompliziert.
Die Zugänglichkeit ist auch für bestimmte berufliche Zwecke von Interesse. Wassersportzentren, touristische Einrichtungen oder Anbieter von Bootsausflügen suchen zunehmend nach Einheiten, die ein breites Publikum aufnehmen können, darunter auch ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Der Loopia 290 kann in der Kategorie D in der Version Family bis zu 20 Personen aufnehmen.
Ein elektrischer Antrieb, der für begrenzte Küstenanwendungen geeignet ist
Die Entscheidung für einen reinen Elektroantrieb steht im Einklang mit dem Programm des Bootes. Die meisten der von Sea Loop Marine erwähnten Fahrten sind weniger als 10 Seemeilen lang. In diesem Rahmen ist die Autonomie weniger wichtig als bei der Hochseeschifffahrt. Die Werft setzt auch auf eine Energieerzeugung an Bord, die dank der Solarpaneele für die Komfortausstattung bestimmt ist.
Das Geschäftsmodell des Bootes wird aber auch von der Entwicklung der Hafeninfrastruktur abhängen. Der Bedarf an Schnellladevorrichtungen in Yachthäfen ist je nach Fahrtgebiet noch sehr unterschiedlich.

Das Gewicht des Batterieparks, die Ladezeiten und die Kosten für den Austausch der Akkus bleiben ebenfalls wichtige Themen für zukünftige professionelle Betreiber. Für den Einsatz im Tourismus oder in Seen sind die Geräuschlosigkeit des Betriebs und das Fehlen direkter Emissionen jedoch echte betriebliche Vorteile, insbesondere in Sperrgebieten oder geschützten Naturräumen.
Ökodesign wird zu einem industriellen und ökologischen Argument
Sea Loop Marine weist auch auf eine stark territorialisierte Fertigung rund um Les Sables d'Olonne hin. Die Lieferkette soll sich auf einen Radius von 30 Kilometern um die Werft konzentrieren. Die Loopia 290 soll zu 70 % aus recycelten Materialien bestehen und zu 80 % am Ende der Lebensdauer wiederverwertet werden können. Dieser Ansatz ist eine Antwort auf den wachsenden Druck, der auf der Schifffahrtsbranche lastet, was den Umgang mit Verbundwerkstoffen und das Recycling von Sportbooten betrifft.
Das Thema wird für die Schiffsbauer immer zentraler. Die Umweltbestimmungen schreiten voran und mehrere Häfen beginnen damit, Umweltkriterien in ihre Aufnahmepolitik oder ihre Ausschreibungen aufzunehmen. Diese lokale Industrialisierung stellt auch eine wirtschaftliche Herausforderung für die nautische Region Vendée dar. Sea Loop Marine kündigt bis zum Sommer 2026 Neueinstellungen an, um den Produktionsstart in Les Sables d'Olonne zu begleiten.
Das Label des Pôle Mer Bretagne Atlantique dient auch als industrieller Beschleuniger
Neben dem symbolischen Aspekt eröffnet das Label "Innovatives Projekt" vor allem den Zugang zu den Begleitmaßnahmen des Pôle Mer Bretagne Atlantique. Die Werft kann ihr Projekt vor öffentlichen und privaten Geldgebern präsentieren und Zugang zum industriellen und akademischen Netzwerk des Zentrums erhalten. Für ein junges nautisches Unternehmen ist dieser Schritt oft entscheidend für den Übergang vom Prototypen zur Serie.
Sea Loop Marine geht davon aus, dass der Prototyp Ende 2026 ins Wasser gelassen und im Frühjahr 2027 der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Zwei Einheiten sollen bereits nach Plan reserviert worden sein. Die Werft kündigt außerdem an, dass 2027 ein 25-Fuß-Modell und 2028 ein 35-Fuß-Modell auf den Markt kommen soll. Das erklärte Ziel ist es, bis 2029 60 Einheiten zu produzieren.

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