Der Stapellauf der ersten Pioneer PY60 markiert einen wichtigen Meilenstein für diese junge Werft mit Sitz in Stralsund, Deutschland. Vor ihrem ersten öffentlichen Auftritt beim Cannes Yachting Festival vom 8. bis 13. September 2026 wird dieses erste Exemplar eine Testreihe absolvieren, um seine Leistung und Funktionsweise unter realen Segelbedingungen zu überprüfen.

Ein Konzept, das von Anfang an auf Solarenergie ausgelegt war
Im Gegensatz zu vielen Projekten, bei denen eine bestehende Plattform an einen Elektroantrieb angepasst wird, wurde der PY60 bereits bei den ersten Entwürfen rund um sein Antriebssystem konzipiert.
Das erklärte Ziel von Pioneer Yachts besteht darin, die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Energie in einem einzigen Konzept zu vereinen. Dieser Ansatz wirkt sich direkt auf die Form der Rümpfe, die Gewichtsverteilung sowie die Abmessungen des Aufbaus aus, um den Energiebedarf zu begrenzen und gleichzeitig die bei einem Kreuzfahrtkatamaran dieser Größe erwarteten Raumvolumina beizubehalten.
Die Werft erklärt, dass dieser Ansatz einem Navigationskonzept entspricht, das auf Autonomie und lange Zeiträume fernab von Hafeninfrastrukturen ausgerichtet ist.

Eine integrierte Energiekette zur Reduzierung technischer Zwischenstopps
Das Herzstück des Projekts bildet eine Energiearchitektur, die Solarmodule, Batterien, Elektroantrieb und Dieselgeneratoren miteinander kombiniert.
Auf dem Dach des Katamarans befindet sich eine große Fläche mit Photovoltaikmodulen, die während der Fahrt und vor Anker die Batterien mit Strom versorgen. Die Batterien sorgen dann für einen geräuscharmen Antrieb, sofern die Bedingungen dies zulassen.
Die Stromaggregate ergänzen die Anlage, um die Autarkie zu gewährleisten, wenn die Solarstromerzeugung nicht mehr ausreicht. Das Ganze funktioniert als koordiniertes System, das darauf abzielt, den Verbrauch fossiler Energien während der regulären Fahrten zu reduzieren.
Der Hersteller gibt eine Höchstgeschwindigkeit von 11 Knoten und eine Reisegeschwindigkeit von 7,5 Knoten an.

Ein Boot, das für den Eigengebrauch des Eigentümers bestimmt ist
Trotz ihrer Länge von 60 Fuß wurde die PY60 so konzipiert, dass sie auch für Eigner geeignet ist, die ohne professionelle Besatzung segeln möchten.
Die Werft setzt auf einen Elektroantrieb in Verbindung mit vereinfachten Bedienelementen und Bordsystemen, die darauf ausgelegt sind, die Komplexität des Betriebs zu verringern. Diese Philosophie erstreckt sich auch auf die Hauptstromversorgung.
Der Katamaran wird mit einem 48-Volt-Bordnetz betrieben ? eine Entscheidung, die damit begründet wird, die Wartung zu vereinfachen und gleichzeitig die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Bordausrüstung zu gewährleisten.

Ein Projekt, das deutsche und italienische Kompetenzen vereint
An der Entwicklung der PY60 waren mehrere Akteure aus der Bootsbranche beteiligt.
Das Außendesign stammt vom italienischen Architekturbüro Cossutti & Ganz, das insbesondere für mehrere Serien-Segelyachten und Rennboote bekannt ist. Mit der Innenausstattung wurde Micheletti + Partners beauftragt, ein Studio, das bereits an verschiedenen Projekten für Kreuzfahrtyachten gearbeitet hat.
Die technische Entwicklung wird in Deutschland von Pioneer Yachts übernommen, einem Unternehmen, das vor zwei Jahren vom Ingenieur Mike Frank gegründet wurde. Nach Angaben der Werft verfügt das Team über insgesamt mehr als 275 Jahre Erfahrung im Bootsbau.

Seeversuche vor der Präsentation in Cannes
Das erste Exemplar mit dem Namen ?Pioneer One? wird auch als Entwicklungsplattform dienen. Mike Frank plant, persönlich an Bord zu segeln, um Nutzungsdaten zu sammeln, die in die Weiterentwicklung künftiger Serienmodelle einfließen werden.
In dieser Testphase werden das Verhalten des Katamarans, die Effizienz seines Antriebskonzepts und seine Reichweite unter realen Einsatzbedingungen vor seiner Weltpremiere beim Cannes Yachting Festival 2026 überprüft.
Der PY60 richtet sich an Segler, die einen Kreuzfahrtkatamaran suchen, mit dem sich längere Törns unternehmen lassen, ohne dabei stark auf Hafeninfrastrukturen angewiesen zu sein, und der gleichzeitig über bewusst vereinfachte technische Systeme verfügt.

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