Der Maxi Edmond de Rothschild hat diese Woche nicht nur das Wasser verlassen. Sie hat vor allem ein Maß an Stabilität und Reife gezeigt, das selten so früh im Leben eines neuen Ultim-Trimarans zu beobachten ist. Bei 10 bis 13 Knoten Wind hat Gitana 18 in nur wenigen Minuten ihren Flugmodus gefunden. Eine Sequenz, die die Beobachter des Hochseerennsports bereits beeindruckt.

Ein schneller Start trotz ungünstiger Bedingungen
Große Trimarane lieben normalerweise den Druck in den Segeln, bevor sie von der Oberfläche abheben. Dennoch startete Gitana 18 am Montag, dem 25. Mai 2026, bei einer relativ schwachen Strömung vor Belle Île.
Für die Experten der Ultim-Klasse war dies wahrscheinlich der markanteste Punkt dieser ersten Fahrt. Eine 32 Meter lange und fast 20 Tonnen schwere Plattform in nur 10 bis 13 Knoten fliegen zu lassen, bedeutet viel Arbeit an den Foils und an der allgemeinen Balance des Bootes.
Das Steuerbord-Foil, das einige Tage vor dem Segeln installiert wurde, zieht alle Blicke auf sich. Mit einer Spannweite von über 10 Metern und einer Y-Form, die von den America's-Cup-Forschungen übernommen wurde, verleiht das Anhängsel dem Trimaran eine andere Silhouette.
Was den in Lorient anwesenden Seglern aber vor allem auffällt, ist die scheinbare Leichtigkeit, mit der das Boot auf seine Stützen gekommen ist. Auf den vom Gitana-Team verbreiteten Bildern scheint der Trimaran ohne abrupte Bewegungen schnell eine stabile Trimmung zu finden.

Eine Ultim, die angespannter und nervöser ist als Gitana 17
Charles Caudrelier spricht von einem "sehr steifen und nervösen" Boot. Im Vokabular der Segler beschreibt dies eine Plattform, die sofort auf Einstellungen und Laständerungen reagiert. Gitana 17 war bereits ein Meilenstein auf dem Weg zum Ozeanflug. Aber Gitana 18 treibt diese Logik der strukturellen Steifheit und der aerodynamischen Kontrolle noch weiter voran.
Das verkleinerte Cockpit, die stromlinienförmigen Oberflächen und die stark bearbeiteten Volumen rund um die Plattform zeigen die ständige Suche nach der Reduzierung des Luftwiderstands. Selbst die Verkehrszonen wirken kompakt. Bei einer modernen Ultim zählt jede Turbulenz. Diese allgemeine Spannung des Bootes erklärt auch, warum die ersten Flüge so sehnsüchtig erwartet wurden. Ein sehr steifer Trimaran kann extrem leistungsfähig werden, aber auch anspruchsvoller für den Autopiloten und den Skipper.
Und doch scheint das bei dieser ersten Fahrt beobachtete Verhalten bereits recht sauber zu sein. Das überrascht mehrere konkurrierende Teams am meisten.

Die Stabilität des Fluges verändert bereits den Blick auf Gitana 18
Seit zehn Jahren können die Ultims fliegen. Das eigentliche Thema ist nun ein anderes: diesen Flug lange, schnell und ohne Erschöpfung des Skippers durchzuhalten. Der Direktor des Gitana-Teams, Cyril Dardashti, erklärt, dass das Ziel der ersten Studien darin bestand, einen stabilen Flug anzustreben, der fast sofort nutzbar ist.
Die Tatsache, dass sie in weniger als dreißig Minuten einen kohärenten Trimm gefunden haben, sorgt bereits für viel Gesprächsstoff in der Hochseeregattaszene. Denn die Abstimmung von Gitana 17 hatte wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen.
Die technischen Teams wissen jedoch, dass eine Fahrt in einem relativ wendigen Meer nicht ausreicht, um ein Programm zu bestätigen. In den nächsten Monaten muss sich zeigen, wie sich das Boot im Atlantik verhält, mit Kreuzwellen, Körnern und schnellen Wetterwechseln. Aber dieser erste Eindruck zählt enorm viel. Im Leben eines Ultim-Projekts geben bestimmte Segeltörns sofort einen Trend vor. Und Gitana 18 hat den Einstieg eindeutig geschafft.

Ein Konzentrat an Technologie an Bord auf 32 Metern
Der Trimaran beeindruckt auch durch die Menge an Systemen, die an Bord sind. Das Boot verfügt über etwa 500 Sensoren und fast 8 km elektrische Kabel. Der mit WDS entwickelte Autopilot ist eines der Schlüsselelemente des Projekts. Bei diesen Geschwindigkeiten bedeutet das Steuern einer Ultim nun, dass man Systeme überwachen muss, die ständig Trimm und Kurs korrigieren können.
Die elektrische Lenkung gehört ebenfalls zu den Neuheiten, die auf der Gitana 18 beobachtet werden konnten. Diese Technologien bringen die Ultim immer mehr in die Nähe der Prototypen des America's Cup oder sogar in die Nähe bestimmter Luftfahrtkonzepte. Für Schiffsarchitekten und Ingenieure wird Gitana 18 bereits zu einem Labor in Lebensgröße für den Offshore-Flug.

Die Route du Rhum 2026 rückt schon näher
Der Zeitplan bleibt dennoch eng. Die Route du Rhum 2026 wird am 1. November 2026 in Saint Malo starten.
Das Backbord-Foil muss in den nächsten Tagen noch montiert werden. Danach folgen lange Trainingsfahrten und die ersten Konfrontationen mit härteren Meeren. Charles Caudrelier erinnert selbst daran, dass Gitana 17 fast zwei Jahre lang entwickelt werden musste, bevor sie ihr volles Potenzial entfalten konnte.
Aber in Lorient geben viele bereits zu, dass diese ersten Flüge die Wahrnehmung des Projekts verändern. Denn abgesehen von den Zahlen und den spektakulären Bildern vermittelt Gitana 18 vor allem den Eindruck eines Bootes, das mit mehreren Längen Vorsprung vor seiner Entwicklungsphase geboren wurde.

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