Der Start des Argo-Trimarans markiert einen Meilenstein auf dem Weg einer bereits auf MOD70 erfahrenen Crew, deren Programm nun auf große Überfahrten und Rekorde ausgerichtet ist.
Von der MOD70 zur Ultim, eine angenommene Maßstabsveränderung
Der Wechsel von einem MOD70 zu einem 32 Meter langen Trimaran wirft eine einfache Frage auf: Warum sollte man die Plattform wechseln, wenn das aktuelle Boot eine solide Erfolgsbilanz vorweisen kann? Das Argo Racing Team segelte bisher auf einem 21,20 Meter langen Einheits-Trimaran, der im Laufe der Saisons immer weiter optimiert wurde. Die Durchschnittsgeschwindigkeit und die Fähigkeit, lange Wetterfenster auf dem Nordatlantik zu halten, stoßen nun an ihre Grenzen.
Die zukünftige Argo ist 32 Meter lang und 23 Meter breit und gehört zur Kategorie der Ultims. Diese Art von Mehrrumpfboot bietet eine größere Rumpfverlängerung, eine breitere Plattform und damit mehr nutzbare Segelkraft. Für die Segler ändert sich dadurch das Management der Strukturkräfte, das Verhalten bei rauer See und die Wetterstrategie auf Strecken wie der Route de la Découverte.
Gestaltungsfreiheit außerhalb des Klassenrahmens
Die Wahl von VPLP Design ist nicht unbedeutend. Das Büro hat bereits mehrere neuere Hochseetrimarane unter Vertrag genommen, darunter auch Einheiten, die bei hoher Geschwindigkeit fliegen können (Banque Populaire XI und SVR Lazartigue). Im Fall von Argo fällt auf, dass das Boot nicht an alle Regeln der Ultim-Klasse gebunden ist, da es nur auf Rekorde ausgerichtet ist. Dieser offenere Rahmen ermöglicht es den Architekten, ohne bestimmte Beschränkungen bei der Vermessung zu arbeiten.
Konkret eröffnet dies neue Wege bei den Anhängseln, den Foils oder auch der Volumenverteilung. Der Decksplan, die Struktur der Verbindungsarme und das Design der Schwimmer können an ein einziges Ziel angepasst werden, nämlich die Leistung auf Rekordstrecken. Diese technische Freiheit erfordert jedoch eine strenge Validierung, insbesondere hinsichtlich der Materialfestigkeit und der Ermüdungszyklen. Die Entscheidungen müssen über Tausende von Meilen bei hoher Geschwindigkeit Bestand haben.

Multiplast, eine Werft, die mit Mehrrumpf-Rennbooten vertraut ist
Die Multiplast-Werft in Vannes wird den Bau übernehmen. Diese bretonische Werft verfügt über eine solide Erfahrung mit Mehrrumpfbooten für den Hochseebereich und Imoca-Booten. Die Wahl der Werft entsprach mehreren Gründen. Zunächst die Nähe zu VPLP, die den Austausch zwischen Architekten und Produktionsteams erleichtert. Zweitens das Know-how in Bezug auf fortschrittliche Verbundwerkstoffe, insbesondere Carbon-Prepregs, die für leichte und steife Strukturen verwendet werden.
Der Bau einer Ultim bringt besondere Anforderungen mit sich: große Teile, enge Toleranzen und die Beherrschung von Vakuum- oder Autoklavenverfahren. Die Verwaltung der Verbindungen, insbesondere an den Auslegern und den Verbindungsbereichen des Schwimmkörpers, bleibt ein Schlüsselpunkt für die Zuverlässigkeit.
Ein über drei Jahre verteilter Zeitplan
Die Planung erstreckt sich über mehrere klar abgegrenzte Phasen. VPLP muss die Pläne für die Plattform bis Ende 2026 liefern. Der Bau beginnt im Januar 2027 bei Multiplast. Diese Bauzeit von etwa zwei Jahren entspricht den Standards für einen Trimaran dieser Größe und umfasst die Herstellung der Plattform, der Anhänge und die Systemintegration.
Der Stapellauf ist für das erste Quartal 2029 geplant. Darauf folgen Testfahrten auf See, hauptsächlich in Frankreich, um die Einstellungen, die Bordsysteme und das Verhalten des Bootes bei verschiedenen Geschwindigkeiten zu überprüfen. Anschließend ist eine Überführungsfahrt in die USA geplant, um sich in einem günstigen Wetterfenster für einen Rekordversuch im Nordatlantik zu positionieren.
Ein auf Ozeanrekorde ausgerichtetes Programm
Im Gegensatz zu anderen Ultims, die an Rennstrecken teilnehmen, zielt Argo vorrangig auf Crew-Rekorde ab. Die vom Team genannten Referenzen, wie die Überquerung des Nordatlantiks oder die Route de la Découverte, erfordern hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten über mehrere Tage. Das Boot muss ein hohes Leistungsniveau aufrechterhalten, ohne seine Struktur zu verschlechtern.
Das Argo-Projekt folgt also einer klaren Logik: einen Maxi-Trimaran zu betreiben, der ohne strenge Klassenvorgaben konzipiert, mit bewährten Methoden gebaut und nach einem kontrollierten Zeitplan in Betrieb genommen wird, um ozeanische Referenzen anzustreben.

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