Route du Rhum 2026: Die ?Actual Ultim 4? erhält einen dynamischen Mast, der vom America?s Cup inspiriert ist


Die ?Actual Ultim 4? setzt ihre Umrüstung im Hinblick auf die ?Route du Rhum? 2026 fort. Der Trimaran von Anthony Marchand erhält einen neuen Mast, der so entwickelt wurde, dass er direkt auf die Form des Großsegels einwirkt. Diese Weiterentwicklung wird von einem Messsystem begleitet, das mit an Bord installierten LIDAR-Sensoren arbeitet.

Wenige Monate vor der Route du Rhum 2026 treibt das Team Actual die technische Weiterentwicklung seines Ultim voran. Nach dem Kauf der ehemaligen Gitana im Januar 2025 wird mit dem Einbau einer komplett neu konzipierten Takelage ein weiterer Meilenstein erreicht. Ziel ist es, die aerodynamische Kontrolle der Segel zu verbessern, um die Einstellungen präziser an die verschiedenen Kursrichtungen und Flugphasen des Trimaran anzupassen.

Ein Mast, der dazu dient, die Form des Großsegels zu verändern

Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Mast wurde dieser neue Mast so entwickelt, dass er sich bewusst verformt, um direkt auf das Profil des Großsegels einzuwirken.

©Anne Beaugé
©Anne Beaugé

Dank eines Systems aus Hydraulikzylindern lässt sich das Rohr nach vorne biegen. Diese Bewegung verschiebt die Mitte des Mastes und verändert die Wölbung des Segels. Ziel ist es, den Kompromiss zwischen Leistung und Luftwiderstand an die jeweiligen Segelbedingungen anzupassen. Diese Konstruktionsphilosophie orientiert sich an den Entwicklungen, die in den letzten Jahren bei den Einrumpfbooten des America?s Cup zu beobachten waren.

Eine Carbonkonstruktion, die auf diese neue Funktion zugeschnitten ist

Um diese kontrollierte Verformung zu erreichen, haben die Ingenieure die innere Architektur des Mastes überarbeitet. Auch wenn sein äußeres Profil weiterhin dem eines klassischen Riggs ähnelt, wurde seine Karbonstruktur komplett neu gestaltet.

©Anne Beaugé
©Anne Beaugé

Die Anordnung der verschiedenen Faserschichten wurde überarbeitet, um diese Biegsamkeit zu ermöglichen und gleichzeitig die für ein Ultim-Segel erforderlichen mechanischen Eigenschaften beizubehalten. An der Entwicklung waren die Konstruktionsabteilung von Team Actual, GSEA Design, North Sails France und der Hersteller Lorima beteiligt.

LIDAR zur Echtzeit-Messung der Segelfläche

Eine weitere Neuerung betrifft die Einstellvorrichtungen. Auf dem Deck sind vier LIDAR-Sensoren installiert, um die Geometrie des Großsegels kontinuierlich zu messen.

©Anne Beaugé
©Anne Beaugé

Diese Laser-Fernerkundungstechnologie ermöglicht es, das Segel in verschiedenen Höhen zu scannen. Die gesammelten Daten dienen dazu, den Einfluss der Mastkrümmung zu überwachen und die Einstellungen während der Fahrt anzupassen. Die Arbeiten an der Glasfaserleitung im Mast wurden gemeinsam mit der Firma Pixel sur Mer durchgeführt.

Geplante Testfahrten vor den Rennen der Saison

Die Aufrigge ist für den 30. Juni 2026 vorgesehen, noch vor den ersten Seeversuchen, die für Anfang Juli geplant sind. Auch die Segelkonfiguration wurde angepasst, um mit dieser neuen Takelage im Einklang zu stehen.

Der Zeitplan lässt nur wenig Zeit bis zu den wichtigsten Terminen der Saison. Anthony Marchand wird seine Testfahrten im ?Faux-Solo?-Modus fortsetzen, bevor er an den 24H Ultim teilnimmt, die vom 24. bis 27. September 2026 in Lorient stattfinden, sowie an der Route du Rhum, deren Start am 1. November 2026 in Saint-Malo erfolgt. Diese ersten Seemeilen werden es ermöglichen, das Verhalten des neuen Mastes zu überprüfen und die Einstellungen vor den großen Regatten der Saison zu verfeinern.

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