The Ocean Race Atlantic 2026: Warum findet der eigentliche Start nicht in New York statt?

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Die sechs IMOCA-Yachten von ?The Ocean Race Atlantic? verlassen New York am 1. September 2026. Die Regatta beginnt jedoch erst am 2. September. In der Zwischenzeit müssen die Crews bereits 145 Seemeilen zurücklegen.

Der Start des ?The Ocean Race Atlantic 2026? erfolgt in zwei Etappen. Die sechs IMOCA-Yachten werden New York am Dienstag, dem 1. September, verlassen, doch erst am Mittwoch, dem 2. September 2026, beginnt der sportliche Wettstreit in Richtung Lorient. Dieses Konzept hält die Flotte bewusst von den Küstengewässern fern und stellt die Crews vor eine ungewöhnliche erste Etappe, bevor es zu einem transatlantischen Sprint kommt, bei dem die Positionierung mehrerer Boote in der Rangliste noch schwer einzuschätzen ist.

Ein sportlicher Start, der auf 145 Meilen von New York verschoben wurde

Am 1. September 2026 um 12 Uhr Ortszeit werden die IMOCA-Yachten im Hafen von New York an einer Startsequenz teilnehmen. Die Stoppuhren werden jedoch noch nicht laufen.

Die eigentliche Startlinie befindet sich 145 Seemeilen vor der Küste. Der sportliche Start ist für Mittwoch, den 2. September 2026, um 6 Uhr Ortszeit vorgesehen, das entspricht 10 Uhr UTC und 12 Uhr in Frankreich (Festland).

Diese Entscheidung zielt darauf ab, Begegnungen mit Meeressäugern und der Megafauna in den Küstengewässern zu begrenzen. Damit wird eine klare Trennung zwischen der öffentlichen Veranstaltung vor New York und dem Start des Rennens geschaffen.

Für die Segler bedeutet dies vor allem, dass sie eine beträchtliche Strecke zurücklegen müssen, bevor sie überhaupt mit dem Regattieren beginnen können. Die Vorhersagen sagen für diese Fahrt aufs offene Meer hin schwache Winde voraus. Zum Zeitpunkt des sportlichen Starts dürfte sich die Lage ändern: Dann wird ein Nordostwind mit einer Stärke zwischen 12 und 15 Knoten erwartet.

Eine kurze Atlantiküberfahrt, die wenig Zeit lässt, sich zu erholen

New York und Lorient liegen auf der von den Veranstaltern bekannt gegebenen Strecke etwa 3.000 Seemeilen auseinander. Für eine moderne IMOCA mit vier Besatzungsmitgliedern gleicht dieses Format eher einem Sprint als einem Hochseerennen, bei dem sich die Rangordnung über mehrere Wochen hinweg neu ordnen kann.

Der Start kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Es gilt, schnell den richtigen Kompromiss zwischen Wetterlage und Geschwindigkeit zu finden, wobei nicht zu vergessen ist, dass diese Einrumpfboote innerhalb von 24 Stunden mehrere hundert Seemeilen zurücklegen können, wenn die Bedingungen es zulassen, hohe Geschwindigkeiten beizubehalten.

Die Zusammensetzung der Besatzungen verändert auch die Art und Weise, wie die Boote eingesetzt werden. Jedes IMOCA-Boot hat vier Besatzungsmitglieder an Bord, zwei Frauen und zwei Männer, zu denen noch ein Reporter an Bord kommt. Im Gegensatz zu Einhand- oder Zweierregatten stehen den Besatzungen bei Manövern, Segelwechseln, Einstellungen und beim Steuern stets mehr helfende Hände zur Verfügung.

Dadurch lässt sich das Boot unterschiedlich stark beanspruchen. Bei einer kurzen Atlantiküberquerung muss man aber auch auf die Ausrüstung achten. Tritt in den ersten Stunden ein Schaden auf, bleibt nur wenig Zeit, um wieder Anschluss zu finden.

Zwei neue IMOCA-Yachten werden endlich auf Konkurrenz treffen

Der Wettkampf erhält durch das Renndebüt zweier neuer IMOCA-Yachten eine neue Dimension. Boris Herrmann geht mit dem neuen Team Malizia an den Start, während Kojiro Shiraishi auf der DMG MORI Global One an den Start geht.

Die beiden Projekte verfolgen nicht genau denselben architektonischen Ansatz. Die ?DMG MORI Global One? stammt aus der Feder von Guillaume Verdier und zeichnet sich insbesondere durch einen markanten Längsvolumen unter dem Rumpf aus. Vor allem aber treten beide Boote im Vergleich zu ihren Konkurrenten mit wenigen Wettkampferfahrungen an.

Für ihre Besatzungen ist diese Überfahrt daher ebenso ein Rennen wie eine erste Bewährungsprobe unter realen Bedingungen.

Boris Herrmann räumt ein, dass hier ein gewisses Maß an Ungewissheit besteht: ?Es ist sehr aufregend, mit einem neuen Boot zu segeln, an dessen Feinabstimmung wir noch arbeiten.?

Kojiro Shiraishi befindet sich in einer ähnlichen Situation. Sein Team muss noch weitere Seemeilen zurücklegen und das Verhalten des neuen Bootes bei verschiedenen Kursen besser verstehen.

Und im Vergleich zu ihnen haben die Crews, die über bereits bewährte Boote verfügen, einen Vorteil, der sich nur schwer beziffern lässt: Sie kennen die tatsächlichen Leistungskurven, die Einstellungen und die mechanischen Grenzen ihrer IMOCA.

Ein IMOCA mit Schwimmern gegen die Foiler

In dieser Flotte aus sechs Booten nimmt MSIG Europe einen besonderen Platz ein. Conrad Colman segelt auf einer älteren IMOCA ohne Foils.

Auf dem Papier macht sich der Unterschied bemerkbar, wenn neuere Boote ihre Tragflügel bei hohen Geschwindigkeiten nutzen können. Doch beim Nordatlantik geht es nie nur um einen Vergleich der Geschwindigkeitskurven.

Der Seegang, Wetterwechsel, Windwinkel und die Zuverlässigkeit können das Kräfteverhältnis beeinflussen. Ein Boot, das unter bestimmten Bedingungen weniger schnell ist, verfügt zudem über eine bewährte Konstruktion, die weniger von der Funktionsweise seiner Tragflügel abhängig ist.

Conrad Colman verfolgt zudem ein weiteres Ziel. Seine Crew ist weniger erfahren, und dieses Rennen soll dazu beitragen, das Team vor der nächsten Weltumsegelung zusammenzuschweißen.

Die virtuelle Startlinie am 2. September 2026 wird somit eine eher seltene Konstellation bieten: sechs IMOCA-Yachten, mehrere Bootsgenerationen und Crews mit unterschiedlichem Erfahrungsniveau, die gemeinsam auf den Nordatlantik hinausfahren. Doch bevor es nach Lorient geht, muss zunächst einmal die Abfahrt aus New York reibungslos gelingen.

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