Bevor man bei einer Vendée Globe an den Start gehen kann, sind mehrere Jahre der Entwicklung erforderlich. Genau diese Phase, die selten zu sehen ist, möchte Benjamin Dutreux in einer neuen Serie auf YouTube zeigen. Die erste Folge entführt die Zuschauer mitten ins Herz des Projekts ? von den ersten Konstruktionsentscheidungen bis hin zu den Werkstätten, in denen seine zukünftige IMOCA Gestalt annimmt.
Eine neue IMOCA bauen, um um die Spitzenplätze mitzukämpfen
Schon in den ersten Minuten macht Benjamin Dutreux das Ziel dieser neuen Kampagne deutlich. Nach seinem zehnten Platz bei der Vendée Globe 2024 erklärt der Skipper, dass er mit einem Boot zurückkehren möchte, das um die vorderen Plätze mitkämpfen kann.
Diese Entscheidung bedeutet den Bau einer neuen IMOCA, deren Konzeption vollständig auf Leistung ausgerichtet ist. Die Serie zeigt, dass ein solches Projekt weit über den sportlichen Rahmen hinausgeht. Es mobilisiert über mehrere Jahre hinweg Architekten, Ingenieure, Verbundwerkstoffspezialisten sowie Experten für Takelage, Elektronik und Hydraulik.
Eine unter strengster Geheimhaltung durchgeführte Entwicklung
Das Video bietet einen Einblick in den industriellen Prozess, der zur Entstehung eines Prototyps der neuesten Generation führt. Die ersten bei Multiplast gedrehten Sequenzen veranschaulichen die einzelnen Schritte bei der Herstellung der Formen, der Rumpfhälfte und der inneren Struktur des Bootes.
Ein Großteil der Arbeit bleibt bewusst im Verborgenen. Die Teams erklären, dass bestimmte Produktionsbereiche nicht gefilmt werden dürfen, um die technischen Entscheidungen und die von den Architekten und Planungsbüros entwickelten Lösungen zu schützen.
Diese Diskretion ist in der Welt der IMOCAs zur Regel geworden. Innovationen werden bis zum Stapellauf geheim gehalten, um den Austausch von Ideen zwischen konkurrierenden Teams zu begrenzen.
Ein gemeinsames Projekt mit dem Team Paprec
Das zukünftige Boot wird parallel zu dem des Team Paprec entwickelt. Beide Teams nutzen einen Teil der industriellen Ressourcen gemeinsam, insbesondere bei der Herstellung der Formen.
Diese Organisation ermöglicht es, bestimmte Bauphasen gemeinsam zu gestalten und gleichzeitig die projektspezifischen Entwicklungen beizubehalten. Der Austausch zwischen den technischen Teams trägt zudem dazu bei, bestimmte Ausrichtungen zu bestätigen oder, im Gegenteil, bei Bedarf vorsichtigere Lösungen zu bevorzugen.
Der Entwurf des Bootes stammt von Antoine Koch, der bereits mehrere IMOCA-Boote entworfen hat, die bei der letzten Vendée Globe zum Einsatz kamen und auch in künftigen Programmen dieser Klasse zum Einsatz kommen werden.
Über 40.000 Stunden Arbeit, um ein Boot auf die Welt zu bringen
Eine der Erkenntnisse aus diesem ersten Video betrifft den Umfang des Projekts. Die Teams sprechen von mehr als 40.000 Stunden für Konstruktion und Fertigung vor dem Stapellauf. Rumpf, Deck, Cockpit, Ruder, Tragflügel, Deckshaus, Hydrauliksysteme, Elektronik und die gesamte Ausrüstung werden schrittweise zusammengebaut, bis ein komplettes Boot entsteht.
Jede Phase muss abgeschlossen sein, bevor die nächste in Angriff genommen werden kann. Sobald die Formen gefertigt oder bestimmte Teile laminiert sind, gibt es kein Zurück mehr. Diese Abfolge technischer Entscheidungen erklärt, warum zwischen dem Start eines Projekts und den ersten Testfahrten auf See oft mehrere Jahre liegen.
Ergonomie wird zu einem Leistungshebel
Der Dokumentarfilm zeigt zudem, dass die Leistung nicht mehr allein von den seetüchtigen Eigenschaften des Bootes abhängt.
Die Teams arbeiten an der Ergonomie des Cockpits, der Position des Skippers, seinem Wachsitz sowie der Anordnung der Bedienelemente. Mithilfe digitaler Konstruktionswerkzeuge, Virtual-Reality-Simulationen und Modellen im Maßstab 1:1 lassen sich die Bewegungsabläufe an Bord optimieren und die Ermüdung bei langen Einhandsegeltörns verringern.
Der Sitz des Skippers wurde eigens entwickelt, um sich genau an seine Körperform anzupassen und den Halt während der Wachphasen zu verbessern.
Eine Serie, die weitere Enthüllungen verspricht
Diese erste Folge legt den Grundstein für eine Serie über die Entstehung eines IMOCA der neuesten Generation. Die nächsten Videos werden voraussichtlich den Baufortschritt, den Einbau der verschiedenen Ausrüstungskomponenten und die ersten Testfahrten vor dem Stapellauf zeigen.
Für Fans des Hochseesegelns bietet diese Serie einen seltenen Einblick hinter die Kulissen eines Vendée-Globe-Projekts. Sie beleuchtet die Teamarbeit, die bereits lange vor dem Start des Bootes bei seinen ersten Hochseeregatten geleistet wurde.

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