Oliver Heer Ocean Racing hat den offiziellen Start seiner Kampagne Vendée Globe 2028 bekannt gegeben. Ein großer Wendepunkt für den Schweizer Segler, ein Jahr nach seiner ersten Weltumsegelung im Alleingang und ohne Zwischenstopps, die er im Februar 2025 in 99 Tagen beendete. Diesmal macht das Team keinen Hehl aus seinen Ambitionen: Die Erfahrung der ersten Vendée Globe in ein strukturiertes, wettbewerbsfähiges Projekt zu verwandeln, das darauf ausgelegt ist, an der Spitze der IMOCA-Klasse mitzuspielen.
Von der ersten Vendée Globe bis zum "Leistungsmodus"

Die Kommunikation des Teams ist klar: Diese neue Kampagne ist nicht einfach eine Fortsetzung. Sie markiert einen Dimensionswechsel. Das erste Programm hatte es Oliver Heer ermöglicht, bei dem anspruchsvollsten Rennen des Hochseesegelsports viel Erfahrung zu sammeln. Das zweite Programm zielt nun auf eine reine Progression ab, mit einer Steigerung der sportlichen und technischen Leistungsfähigkeit.
" Die Ziellinie meiner ersten Vendée Globe zu überqueren, war nicht das Ende der Geschichte, sondern der Anfang ", fasst Oliver Heer zusammen. " Ich war davon überzeugt, dass ich die zweite Kampagne ehrgeiziger, erfolgreicher und schneller gestalten wollte. "
Der Ex-Foiler von Justine Mettraux
Einer der sichtbarsten Marker dieser neuen Phase ist die Wahl des Bootes. Oliver Heer hat sich einen 2017 gestarteten IMOCA gekauft, der zuvor von Justine Mettraux (TeamWork-Team Snef) gesteuert wurde. Eine anerkannte und bewährte Plattform, die bei der Vendée Globe 2024 den achten Platz belegte, und die es dem Schweizer Skipper ermöglichen wird, sich auf eine bereits leistungsfähige technische Basis zu stützen.

Das Boot befindet sich derzeit in Lorient, wo es unter der Leitung von Beyou Racing einem kompletten Refit unterzogen wird. Anschließend ist eine Einarbeitungs- und Schulungsphase in Frankreich geplant, bevor das Projekt nach Großbritannien verlegt wird.
Eine britische Basis für ein wachsendes Team
Eine weitere strategische Entwicklung war die Einrichtung einer Basis im Vereinigten Königreich, in Gosport. Eine Entscheidung, die mit dem Werdegang des Skippers übereinstimmt, der zu Beginn seiner Karriere mehr als ein Jahrzehnt auf der anderen Seite des Ärmelkanals verbracht hat. Das Team betont diese neue Niederlassung als eine Säule der Kampagne: Strukturierung des Projekts, Aufstockung der Belegschaft und leistungsorientierte Organisation.
Mit einem foilenden Boot, einem wachsenden Team und einer funktionierenden Basis legt Oliver Heer Ocean Racing den Grundstein für eine professionellere Kampagne in einem IMOCA-Kalender, der mittlerweile extrem dicht und wettbewerbsintensiv geworden ist.
Ein "Portfolio"-Sponsoring statt eines Titelpartners
In wirtschaftlicher Hinsicht bekennt sich das Team zu einer starken Entscheidung: weg vom klassischen Modell des einzelnen Titelpartners hin zu einem sogenannten "Portfolio"-Sponsoring-Ansatz. Mehrere Gründungspartner werden gleich zu Beginn angekündigt, und das Team weist darauf hin, dass weitere Möglichkeiten offen bleiben, um sich der Kampagne um 2028 anzuschließen.

In dieser ersten Welle stechen zwei Schweizer Namen hervor: Bossard und Burgerstein Vitamine.
Bossard tritt dem Programm als technischer Partner bei. "Wir werden eng mit Oliver und seinem Team zusammenarbeiten, um die am besten geeigneten Befestigungselemente und Zugangslösungen für das gesamte Boot zu identifizieren und zu integrieren", sagt Florian Heuter, Geschäftsführer von Bossard Deutschland und Vice President Products and Engineering.
Burgerstein Vitamine setzt sein Engagement an der Seite des Skippers fort. "Wir freuen uns, dass wir unsere Partnerschaft fortsetzen und auf dem Erfolg von Tut gut bei der letzten Vendée Globe aufbauen können", sagt Tanja Zimmerman, CEO von Burgerstein Vitamine.
Erster sportlicher Termin: The Ocean Race Atlantic
Die Kampagne wird nicht lange in der "Projektphase" bleiben. Eine erste große Etappe steht bereits im Kalender: The Ocean Race Atlantic, die neue Transatlantikroute für IMOCAs mit voller Besatzung. Es wird am 1. September in New York starten und in Europa ankommen.
Für Oliver wird dieses Rennen ein wichtiger Test sein. Sie wird das Potenzial des Bootes, den Vorbereitungsstand des Teams und die Fähigkeit des Programms, sich schnell mit einer sehr starken IMOCA-Flotte zu messen, bewerten.

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