Wenige Wochen vor dem für August in Southampton geplanten Stapellauf werden die wichtigsten Merkmale der zukünftigen IMOCA von Sébastien Simon vorgestellt. Es handelt sich um mehr als nur einen neuen Foiler, sondern um eine bedeutende Weiterentwicklung. Ihr Konstrukteur, Guillaume Verdier, stützt sich auf mehrjährige Forschungsarbeit, um die für die AC75 des America?s Cup entwickelten Lösungen an die Vendée Globe anzupassen.
Ein Rumpf, der darauf ausgelegt ist, den Widerstand zu verringern
Die wichtigste Neuerung betrifft die Form des Rumpfes. Die neue IMOCA verfügt über einen ?Bustle?, einen länglichen, zentralen Ausbuchtung unterhalb des Rumpfes.

Diese Lösung, die bereits bei den fliegenden Einrumpfbooten des America?s Cup zum Einsatz kommt, zielt darauf ab, die benetzte Oberfläche zu verringern, wenn das Boot von seinen Tragflügeln getragen wird. Ein kleinerer Teil des Rumpfes bleibt mit dem Wasser in Kontakt, wodurch der Fahrwiderstand verringert wird.
Im Gegensatz zu früheren IMOCA-Generationen, die für das Segeln mit starker Krängung ausgelegt waren, wurde dieses Boot so konzipiert, dass es sich bei einer Krängung zwischen 0 und 12 Grad bewegt. Das Ziel ist es, eine horizontalere Trimmung beizubehalten und gleichzeitig die Längsstabilität zu verbessern, wenn das Boot beschleunigt.
Laut Guillaume Verdier ermöglicht diese Bauweise, eine gute Leistung beizubehalten und gleichzeitig ein gleichmäßigeres Fahrverhalten bei Seegang zu bieten.
Komfort wird ebenfalls zu einem Leistungsfaktor
Geschwindigkeit ist nicht mehr der einzige Entwicklungsschwerpunkt bei den IMOCA-Yachten der neuesten Generation. Die Konstrukteure sind auch bestrebt, den Skipper während mehrwöchiger Einhandseesegeltörns zu schützen.

Der neue Rumpf trägt zu diesem Ziel bei, indem er die Bewegungen des Bootes dämpft. An Bord wurden zudem mehrere Ausrüstungsgegenstände speziell auf die Segelgewohnheiten von Sébastien Simon zugeschnitten.
Die Wachsitze wurden maßgefertigt, damit er das Boot steuern, die Leistung des Bootes überwachen, seine Wetterstrategie ausarbeiten oder sich in einer ergonomischeren Position erholen kann.

Dieses Streben nach Komfort entspricht einer Realität der Vendée Globe. Ein weniger erschöpfter Skipper behält mehr Klarheit im Kopf, um das Potenzial seines Bootes während des fast dreimonatigen Rennens voll auszuschöpfen.
Eine von der Luftfahrt inspirierte Steuerung
Das Cockpit verfügt zudem über eine in der Welt der IMOCAs ungewöhnliche Steuerung. Das herkömmliche Rudersystem wird durch einen Sidestick ergänzt, der mit dem in vielen modernen Verkehrsflugzeugen verwendeten Seitensteuerknüppel vergleichbar ist.

Dieses System steuert den Kurs des Bootes elektrisch und verfügt über eine einstellbare Rückmeldung des Steuerwiderstands. Diese Technologie zielt darauf ab, die Präzision der Steuerung zu verbessern und gleichzeitig die körperliche Belastung des Steuermanns bei langen Schiffswachen zu verringern.
Diese Entwicklung ist Teil eines grundlegenden Trends im Hochseesegeln, bei dem die Ergonomie ebenso wie die Aerodynamik oder die Hydrodynamik zu einem Leistungsfaktor wird.
Ein neuer Lebensabschnitt für Sébastien Simon
Sébastien Simon, der bei der Vendée Globe 2024?2025 trotz des Verlusts eines Foils im Indischen Ozean den dritten Platz belegte, beginnt mit diesem Boot, das vollständig auf sein Programm zugeschnitten ist, einen neuen sportlichen Zyklus.

Die von Carrington Boats gebaute und von Guillaume Verdier entworfene IMOCA wird im August 2026 zu Wasser gelassen, bevor sie nach Les Sables d'Olonne überführt wird. Die Taufe ist für den 3. September 2026 geplant.
Das Sportprogramm beginnt dann mit der ?Route du Rhum? 2026, bevor es auf das Hauptziel des Projekts, die ?Vendée Globe? 2028, ausgerichtet wird.

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