Mit dem Sport Weekender 42 Open , Nimbus fängt nicht ganz von vorne an. Der schwedische Hersteller behält die Plattform seines Sport Weekender 42 bei und konzentriert sich bei den Änderungen auf den oberen Teil des Bootes. Das Ziel ist es, eine Variante anzubieten, die in ihrer Silhouette und ihrer Nutzung dem offenen Daycruiser näher kommt.
Die Veränderung springt sofort ins Auge. Das T-Top wurde durch einen Targa-Bügel aus Glasfaser ersetzt, der sich quer durch das Cockpit erstreckt. Diese Konstruktion sorgt für mehr optische Freiheit auf dem Deck und ermöglicht es vor allem, die Abdeckung bei geeigneten Bedingungen fast vollständig zu entfernen.
Nimbus verweist übrigens ausdrücklich auf sein 32 Ballisten , ein Modell, das in der Saison 1990 auf den Markt kam und bis 2005 im Sortiment blieb, um die Form dieses Bügels zu erklären. Der historische Bezug ist natürlich auf die gestalterische Entscheidung der Werft zurückzuführen. Konkret ist der Bügel des neuen Modells während der Fahrt feststehend, lässt sich jedoch für den Transport oder die Lagerung umklappen.
Die Sport Weekender 42 Open ist 12,70 m lang und 3,46 m breit. Sie gehört zur neuen 42er-Familie von Nimbus, zu der im europäischen Programm des Herstellers auch die Sport Tender 42 und die Sport Coupé 42 gehören.
Diese Entwicklung unterscheidet sich zudem vom Nimbus W11 die dieser Generation vorausging. Dessen Länge wurde mit 12,40 m angegeben. Das allgemeine Prinzip bleibt jedoch unverändert: ein großes, schnelles Boot, das hauptsächlich auf das Leben an Deck ausgelegt ist, aber unter Deck ausreichend ausgestattet ist, um einen Törn auf mehrere Tage auszudehnen.

Ein abnehmbares Verdeck, mit dem man zwischen Überdachung, Schatten und offenem Deck wählen kann
Der praktische Vorteil der Open-Version liegt vor allem oberhalb des Cockpits. Nimbus kombiniert den Überrollbügel mit einem Verdeck, das aus mehreren unabhängigen Elementen besteht: einem Oberteil, einer Frontscheibe und zwei Seitenschutzelementen.
In geschlossener Konfiguration schützt die Konstruktion das Cockpit und den hinter der Windschutzscheibe befindlichen Salon. Das Prinzip entspricht natürlich nicht dem eines festen Steuerhauses: Es handelt sich um einen nachträglich angebrachten Schutz aus Stoff. Dieser Unterschied ist für ein Boot von Bedeutung, das dafür ausgelegt ist, auch bei widrigen Wetterbedingungen zu fahren.
Durch das Entfernen der vorderen und seitlichen Elemente bei gleichzeitiger Beibehaltung des oberen Teils verfügen Fahrer und Beifahrer über ein Dach, während das Cockpit weiterhin gut belüftet bleibt. Außerdem können vorne und hinten Sonnenschutzvorrichtungen angebracht werden.
Schließlich lässt sich das gesamte Verdeck abnehmen. Der Sport Weekender 42 erhält dann wieder die Architektur eines offenen Daycruisers, vom Achterdeck bis zum Vorderdeck. Laut Nimbus dauert der Wechsel von einer Konfiguration zur anderen nur wenige Minuten und kann im Hafen oder vor Anker durchgeführt werden. Diese Zeitangabe ist jedoch eine Herstellerangabe und nicht das Ergebnis einer zeitlich gemessenen Handhabung während eines Tests.
Darin liegt wahrscheinlich der wesentliche Unterschied in der Nutzung gegenüber einer Konfiguration mit feststehendem T-Top. Das Open-Modell legt den Schwerpunkt auf das Erlebnis unter freiem Himmel und akzeptiert im Gegenzug einen Schutz, der bei Wetterumschwüngen einen höheren Aufwand erfordert.

Das Cockpit bleibt der wichtigste Bereich des Bootes
Unter dem neuen Bugbogen behält die Nimbus den allgemeinen Grundriss der Sport Weekender 42 bei. Der hintere Cockpitbereich bildet den zentralen Aufenthaltsbereich mit flexibel anordbaren Sitzgelegenheiten rund um die Sitzgruppe und einer nahe gelegenen Außenküche.
Der Decksplan ist so konzipiert, dass ein Durchgang in Längsrichtung vom Heck zum Bug gewährleistet ist. Dieses Prinzip ist in dieser Modellreihe nicht neu. Schon der W11, der dem Sport Weekender 42 vorausging, zeichnete sich durch großzügige Außenbereiche, eine Cockpitküche und umbaubare Sitzgelegenheiten aus.
An Bord der 42 Open sind sowohl im Bug als auch im Heck Sonnenliegen vorgesehen. An der Steuerbordseite befindet sich vor allem ein klappbarer Balkon die die nutzbare Breite des Cockpits bei Stillstand des Bootes vergrößert. Diese seitliche Terrasse bringt den Salon zudem näher an die Wasserlinie heran.
Am Heck ist die Badeplattform Teil der Bootsstruktur. Nimbus bietet optional eine zusätzliche hydraulische Plattform an, die für den Einbau von Außenbordmotoren ausgelegt ist. Im abgesenkten Zustand kann sie auch als Gangway dienen, wenn das Boot festgemacht ist.
Diese Anordnung lässt das angestrebte Konzept recht deutlich erkennen. Trotz ihrer Leistung und der angegebenen Geschwindigkeit widmet die Sport Weekender 42 Open einen Großteil ihrer 12,70 m den Momenten im Stillstand: Schwimmen, Essen, Ankern und Bewegen im Cockpit. Im Optionskatalog ist übrigens eine gyroskopische Stabilisierung aufgeführt, um das Rollen vor Anker zu reduzieren.

Dank der beiden Kabinen geht das Angebot über das eines einfachen Tagesboots hinaus
Der Name ?Open? könnte den Eindruck erwecken, dass es sich um ein Boot handelt, das fast ausschließlich für Tagesausflüge gedacht ist. Die Ausstattung unter Deck spricht jedoch eine andere Sprache.
Der Sport Weekender 42 Open verfügt über zwei Doppelkabinen , d.?h. vier Schlafplätze. Ein separates Badezimmer verfügt über eine Toilette und eine Dusche und bietet laut Hersteller eine Stehhöhe. Die angegebene maximale Belegung beträgt 12 Personen.
Es handelt sich also nicht nur um eine große, motorisierte Sonnenliegefläche. Ein Paar mit Kindern oder zwei Paare verfügen über getrennte Schlafmöglichkeiten, um ein Wochenende an Bord zu verbringen. Der Kompromiss besteht jedoch darin, dass sich der Großteil der Wohnbereiche auf dem Deck und im Cockpit konzentriert.
Das in Cannes vorgestellte Modell verfügt über die als Option angebotene Innenausstattung ?Legacy?. Nimbus beschreibt diese insbesondere durch helle Stoffe und rautenförmige Ziernähte. Abgesehen von dieser dekorativen Ausstattung ist für das Programm vor allem die Ausstattung mit vier vollwertigen Schlafplätzen wichtig, die sich auf zwei Kabinen verteilen.
Das Boot verfügt über einen Frischwassertank mit einem Fassungsvermögen von 135 Litern und einen Schwarzwassertank mit 80 Litern. Der Grauwasserbehälter ist optional. Diese Volumina geben einen konkreteren Hinweis auf das Konzept: Übernachtungen an Bord sind zwar vorgesehen, doch der Sport Weekender 42 Open ist in erster Linie ein Boot, das auf seine Außenbereiche ausgelegt ist, und weniger ein Kreuzer für lange Fahrten mit großer Autonomie.

Ein Rumpf mit zwei Stufen und bis zu 850 PS
Unterhalb der Wasserlinie übernimmt die Open-Version den Rumpf der Serie 42. Nimbus beschreibt einen Rumpf mit zwei Stufen mit Luftschmierung . Die Steps sind quer verlaufende Absätze, die unter dem Rumpf angebracht sind. Bei hoher Geschwindigkeit tragen sie dazu bei, die benetzte Oberfläche zu verringern, und verändern die Wasserströmung unter dem Rumpf.
Dieses Prinzip gab es bereits bei den Nimbus-Modellen der vorherigen Serie 11. Der W11 hatte somit denselben Rumpf mit zwei Stufen wie der T11 und der C11. Der Hersteller verband diese Bauweise zudem mit einer niedrigen Gleitschwelle und einem sehr schmalen Bug. Diese Eigenschaften bleiben jedoch nur von Nimbus angepriesene Merkmale, solange sie nicht im Test des neuen 42 Open auf die Probe gestellt werden.
Es werden zwei Mercury-Motorvarianten angekündigt. Zur Serienausstattung gehören zwei Verado-V8-Motoren mit 300 Pferdestärken , also insgesamt 600 PS. Die Top-Ausstattung verfügt über zwei Mercury Verado V10 mit jeweils 425 PS, wodurch sich die Gesamtleistung auf 850 PS erhöht. Das in Cannes ausgestellte Boot ist in dieser zweiten Konfiguration ausgestattet.
Nimbus gibt daraufhin eine Höchstgeschwindigkeit von über 45 Knoten , mit einer angegebenen Reisegeschwindigkeit zwischen 20 und 40 Knoten. In der Pressemitteilung werden weder Verbrauchskurven noch Reichweitenangaben für diese Geschwindigkeiten genannt. Daher lässt sich daraus keine verlässliche Aussage über die Reichweite des Bootes ableiten.
Der Kraftstofftank fasst 850 Liter. Der Mercury-Joystick ist sowohl bei den 300-PS-V8-Motoren als auch bei den 425-PS-V10-Motoren mit einem integrierten Bugstrahlruder verbunden.

6,85 Tonnen und eine Sandwichkonstruktion mit Infusionsverfahren
Nimbus kündigt eine Menge von 6.850 kg für das Standardboot mit zwei 425-PS-Motoren . Der Tiefgang beträgt 0,90 m und die maximale Durchfahrtshöhe erreicht 3,85 m. Bei der Konstruktion kommt eine vakuuminfundierte Sandwichkonstruktion mit einem Divinycell-Kern für den Rumpf und das Deck zum Einsatz.
Die angekündigte Zertifizierung erfolgt in Konstruktionsklasse B für 10 Personen und Klasse C für 12 Personen . Die Kategorie B entspricht der europäischen Konstruktionsklasse ?Hochsee?, während die Kategorie C die Navigation in Küstennähe betrifft. Diese Kategorien legen insbesondere Referenzbedingungen für Wind und Wellenhöhe bei der Konstruktion fest; sie stellen keine Definition eines zulässigen Fahrgebiets im Sinne einer Fahrgenehmigung dar.
Zur von Nimbus genannten Standardausstattung gehören unter anderem ein 12-Zoll-Simrad-NSX-Kartenplotter, ein Bugstrahlruder, Zipwake-Interceptoren, ein Landstromanschluss mit Ladegerät, ein Kühlschrank, die Frischwasseranlage sowie die Sanitäranlagen.
Eine umrichterbetriebene Klimaanlage, ein Dieselgenerator, Radar, UKW-Funk, Heizung, gyroskopische Stabilisierung und eine hydraulische Badeplattform gehören hingegen zu den vom Hersteller ausgewählten Optionen. Der tatsächliche Ausstattungsumfang eines ausgelieferten Bootes hängt daher von dessen Konfiguration ab.

Eine ?Open?-Version, die vor allem die Beziehung zur Außenwelt verändert
Der Nimbus Sport Weekender 42 Open zielt letztendlich nicht darauf ab, das Konzept des Weekender zu verändern. Sein Rumpf, sein allgemeiner Aufbau, seine beiden Kabinen und sein großes Cockpit stehen weiterhin im Mittelpunkt des Konzepts. Die Neuerung liegt vielmehr in der Art und Weise, wie diese Räume genutzt werden.
Dank des Targa-Bügels und des abnehmbaren Verdecks lässt sich das Cockpit von einem geschützten in ein fast vollständig offenes Boot verwandeln. Diese Wahl erweist sich bei Sommerausflügen und langen Tagen vor Anker als besonders sinnvoll, bietet aber gleichzeitig eine Rückzugsmöglichkeit, wenn Wind oder Regen an Bord Einzug halten.
Nun gilt es, diese Modularität in der Praxis zu überprüfen: die für das Aufstellen des Verdecks benötigte Zeit, die einfache Verstauung der verschiedenen Paneele, das Schutzniveau während der Fahrt und das Fahrverhalten des Rumpfes bei 850 PS. All dies sind Punkte, über die ein technisches Datenblatt keine Aussage treffen kann. Auf dem Papier hingegen definiert diese Open-Version ihr Konzept ganz klar: ein großer, schneller Daycruiser, der sich auch als Wochenendboot eignet, wenn der Tag länger dauert .

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