Die Sicherheit auf See hängt auch davon ab, dass die Rettungseinheiten frei manövrieren können. Am Abend des 13. Januar wurde diese Selbstverständlichkeit im Fahrwasser von Caronte in Martigues untergraben, als ein Schnellboot der SNSM von Netzen eingeschlossen wurde, die mitten in der Fahrrinne gespannt waren.

Ein routinemäßiges Manöver geht schief
Nach Einbruch der Dunkelheit, gegen 19 Uhr, fährt das Schnellboot SNS Notre Dame des Marins durch das Fahrwasser von Caronte. Die Besatzung trifft sich mit der SNSM-Station von Carro zu einer gemeinsamen Übung, wobei Hilfs- und Schleppmanöver geplant sind.
In der zweiten Hälfte des Fahrwassers, in Richtung Port de Bouc, verfangen sich die beiden Propeller des Schiffes abrupt in Netzen. Das Schnellboot wird dadurch zum Stillstand gebracht.

Fischer auf der Flucht, alle Lichter aus
Laut der Aussage von Christophe Vincent, dem Präsidenten der SNSM-Station von Martigues, wurde in unmittelbarer Nähe ein Boot ohne Navigationslichter gesichtet. In dem Moment, in dem sich das Schnellboot in den Netzen verfing, verließ diese schwarze Silhouette den Bereich.
Für die Rettungskräfte deutet die Konstellation eher auf Wilderei hin als auf eine vorschriftsmäßige Fischerei. Das Auslegen der Netze in einer engen, vom Schiffsverkehr befahrenen Fahrrinne stellt eine direkte Gefahr für die Schifffahrt dar.
Abschleppen und Sichern des Schiffes
Die SNSM von Carro greift schnell ein. Das Schnellboot aus Martigues wird ins Schlepptau genommen, unterstützt von dem starren Halbschiff SNS 682. Das Ganze wird sicher in den Hafen Maritima zurückgebracht.
Dank der Partnerschaft zwischen der SNSM und dem Hafen wird der Kran, der für das Trockenlegen des Schiffes erforderlich ist, ohne Kosten für die Station durchgeführt, deren Betrieb ausschließlich auf Spenden beruht.
Schäden, die nach dem Aufschwimmen festgestellt werden
Nachdem die Netze von den Propellern befreit worden waren, wurden dynamische Tests im Étang de Berre durchgeführt. Dabei wurde ein Wassereinbruch an einer der Propellerwellen festgestellt. Das Echolot lieferte nach dem Vorfall uneinheitliche Daten.

Zu diesem Zeitpunkt wurde das Schnellboot für eine unbestimmte Zeit als nicht verfügbar erklärt, bis der Umfang der durchzuführenden Reparaturen genau eingeschätzt werden konnte.
Eine Beschwerde und eine Warnmeldung
Die SNSM von Martigues hat Anzeige erstattet. Über den materiellen Schaden hinaus beklagen die Rettungsschwimmer eine bewusste Gefährdung des Seeverkehrs und, was noch schlimmer ist, einen direkten Angriff auf die Kette der Seenotrettung.
Ein Rettungsboot festzuhalten, selbst wenn dies unfreiwillig geschieht, bedeutet, einem ganzen Sektor ein Rettungsmittel zu entziehen. Eine brutale Erinnerung daran, dass illegale Praktiken auf See sich nicht auf die Plünderung von Fischbeständen beschränken, sondern unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit von Seefahrern haben können.

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