Swan 73, 22 Meter lange Segelyacht zwischen Hochseekreuzfahrt und Sportsegeln

Nautor Swan kehrt mit einem neuen Modell, das 2027 auf den Markt kommen soll, in das 22-Meter-Segment zurück. Die 73 Fuß lange Segelyacht ist auf eine Mischung aus Kreuzfahrt und Langfahrt ausgelegt. Doch hinter den eleganten Linien gibt es eine Reihe von technischen Entscheidungen, die eine nähere Betrachtung verdienen.

Die Swan 73 befindet sich in einer Scharnierkategorie zwischen Grand Cruiser und Maxi Yacht, mit Entscheidungen über Architektur und Ausstattung, die sich direkt auf ihr Segelprogramm auswirken.

Ein asymmetrischer Decksplan, praktisch und wenig umständlich beim Segeln

Die Swan 73 führt ein versetztes Cockpit und ein exzentrisch angeordnetes Niedergangssystem ein, eine Entscheidung, die bei Booten dieser Größe noch selten ist. Das Ziel ist klar, die Bewegungen zwischen Wohn- und Manövrierbereich zu vereinfachen.

Auf dem Papier verbessert dies den Verkehr am Ankerplatz und am Kai. Auf See ist diese Art von Konfiguration jedoch gewöhnungsbedürftig. Die Besatzungsmitglieder müssen sich mit weniger intuitiven Kursen vertraut machen, vor allem bei schnellen Manövern.

Das Cockpit ist in zwei verschiedene Bereiche unterteilt. Hinten befindet sich der Navigationsbereich mit Steuerrädern, Winschen und Trimmsystemen. Vorne befindet sich ein geschützteres Gästecockpit, das das Leben an Bord fördert.

Diese Aufteilung entspricht einem häufigen Wunsch bei schnellen Fahrtenseglern, nämlich die Manöver zu isolieren, um mehr Sicherheit zu gewährleisten. Sie reduziert aber auch die Interaktion zwischen Ruder und Crew, was bei sportlichen Segeltörns belastend sein kann.

Ein 73 Fuß langes Segelboot, das für eine kleine Besatzung konzipiert ist

Mit einer Gesamtlänge von 23,67 m und einer leichten Verdrängung von 38.800 kg bleibt der Swan 73 in großen Dimensionen. Dennoch wirbt die Werft mit einer vereinfachten Bedienung.

Die beiden Steuerstände bieten eine gute Sicht auf die Vorsegel und die Anhänge. Der Segelplan, kombiniert mit einem Rumpf von Germán Frers, legt Wert auf Ausgewogenheit und Kursstabilität.

Die Integration der üblichen Manöver auf dem Deck zielt darauf ab, die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dies kommt dem Segeln mit einer kleinen Crew oder sogar einem erfahrenen Paar entgegen.

Composite-Konstruktion und Karbonverstärkungen, ein kontrollierter Standard

Der Rumpf verwendet eine Laminierung aus Glasfaser mit Vinylesterharz, die mit einer Sandwichstruktur verbunden ist. Kohlefaserverstärkungen werden lokal im Rumpf und im Deck positioniert. Dieses Verfahren ist bei Segelbooten dieser Baureihe mittlerweile üblich. Es ermöglicht die Kontrolle des Gewichts bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer guten strukturellen Steifigkeit.

Der Ballast von 8.500 kg in Kombination mit einem Standardtiefgang von 3,20 m deutet auf ein Programm hin, das auf Leistung beim Cruisen ausgerichtet ist. Es wird ein Teleskopkiel angeboten, der in der höchsten Position einen Tiefgang von 2,80 m aufweist.

Bewohnbarkeit und innere Organisation, zwischen Modularität und technischen Zwängen

Die Inneneinrichtung bietet drei oder vier Gästekabinen mit einem separaten Crewbereich auf der Backbordseite. Diese Trennung verbessert das Management an Bord bei langen Segeltörns.

Die Eignerkabine im Vorschiff kann entweder ein vergrößertes Badezimmer oder einen begehbaren Kleiderschrank enthalten. Diese Wahl zeigt den Willen, sich an die Bedürfnisse von Familienkreuzfahrten oder Fahrten mit Gästen anzupassen.

Die Volumen bleiben mit einer Breite von 6,12 m kohärent. Die Verkehrswege sind so gestaltet, dass die Lärmbelästigung zwischen technischen Bereichen und Ruhezonen begrenzt wird.

Positionierung des Swan 73 in der Produktpalette und Navigationsprogramm

Mit diesem Modell positioniert sich Nautor Swan neu im 22-Meter-Segment, das seit mehreren Jahren nicht mehr vertreten ist. Die Swan 73 ist zwischen den Modellen für Hochleistungskreuzfahrten und den Maxi-Yachten angesiedelt. Das Zielprogramm ist klar: schnelle Hochseekreuzfahrten mit der Fähigkeit, an Offshore-Regatten teilzunehmen. Die Unterschrift von Frers bestätigt diese Ausrichtung.

Das Boot richtet sich an erfahrene Eigner, die in der Lage sind, eine Segelyacht dieser Größe zu betreiben, ohne unbedingt auf eine komplette Crew zurückgreifen zu müssen.

Der angekündigte Stapellauf im Jahr 2027 lässt noch Raum für Anpassungen. Die aktuellen Entscheidungen lassen jedoch ein kohärentes Segelboot entstehen, sofern man Kompromisse zwischen dem Komfort an Bord, der technischen Komplexität und den Anforderungen an die Navigation eingeht.

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