Die ?Hermione? darf ihren Sanierungsplan bis September 2026 fortsetzen

Ein weiterer Aufschub für die berühmte Fregatte
Ein weiterer Aufschub für die berühmte Fregatte © Association Hermione-La Fayette

Die Zukunft der ?Hermione? ist noch nicht gesichert, doch die Justiz gewährt ihr eine weitere Frist. Das Gericht in La Rochelle verlängert die Beobachtungsphase für den Trägerverein des Projekts und ist der Ansicht, dass ein Sanierungsplan weiterhin denkbar ist. Diese Entscheidung lässt die Aussicht auf eine vollständige Restaurierung der berühmten Fregatte und ihre Rückkehr nach Rochefort offen.

Das von der Vereinigung ?Hermione, La Fayette? eingeleitete Insolvenzverfahren tritt in eine neue Phase ein. Mit der Verlängerung der Beobachtungsphase bis zu einer für den 23. September 2026 angesetzten Anhörung gewährt das Gericht von La Rochelle dem Restaurierungsprojekt der Fregatte eine Atempause. Diese Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere Finanzierungsmöglichkeiten und ein neues Betriebsmodell derzeit ausgearbeitet werden.

Das Gericht schließt das Szenario einer Liquidation vorerst aus

In seiner Urteilsbegründung vertritt das Gericht die Auffassung, dass ein Sanierungsplan angesichts der vom Verein vorgelegten Unterlagen nicht ausgeschlossen werden kann. Die Richter heben die Fortschritte hervor, die bei der Ausarbeitung einer Lösung zur Überwindung der Krise erzielt wurden.

Das Gericht stellt ferner fest, dass keines der bisher eingereichten Übernahmeangebote über ausreichende finanzielle Garantien verfügt, um die Zukunft des Schiffes zu sichern. Es ist zudem der Ansicht, dass eine gerichtliche Liquidation unmittelbare Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der Fregatte hätte und eine spätere Wiederinbetriebnahme gefährden würde.

Diese Analyse bestätigt die vom Verein eingeschlagene Strategie, die darauf abzielt, das Schiff unter seiner Verantwortung zu behalten und gleichzeitig die für die Fortsetzung der Bauarbeiten erforderlichen Finanzmittel zu beschaffen.

Ein Konjunkturprogramm, das auf der Sanierung des Rumpfes basiert

Das vorgestellte Wirtschaftsmodell deckt den Zeitraum von 2026 bis 2036 ab. Es wurde in Zusammenarbeit mit der Boston Consulting Group im Rahmen eines Kompetenz-Sponsorings erarbeitet und legt mehrere Meilensteine fest, die den Fortbestand des Projekts sichern sollen.

Der Zeitplan sieht vor, dass die Arbeiten am Rumpf in Anglet bis 2029 abgeschlossen sein werden. Nach Abschluss dieser Phase soll die ?Hermione? Mitte 2029 in ihren Heimathafen Rochefort zurückkehren.

Der geplante Betrieb basiert somit auf einem Gleichgewicht zwischen öffentlicher Zugänglichkeit und Schifffahrt. Nach diesem Szenario wäre das Schiff während etwa 80 % seiner Betriebszeit als Museumsschiff zugänglich, die restlichen 20 % wären für Ausfahrten auf See vorgesehen. Dieses Modell stützt sich auf die früheren Betriebszeiten der Fregatte und berücksichtigt dabei technische, denkmalpflegerische und wirtschaftliche Vorgaben.

Ein Treuhandfonds zur Sicherung künftiger Finanzierungen

Eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung bleibt das Vertrauen der Förderer und Investoren. Um diesem Anliegen Rechnung zu tragen, kündigt der Verein die Gründung einer philanthropischen Treuhandgesellschaft in Zusammenarbeit mit der Kanzlei HETYS Fiducie an.

Diese Regelung soll gewährleisten, dass die eingezahlten Beträge ausschließlich für die Restaurierung und Aufwertung der ?Hermione? verwendet werden. Die Mittel bleiben vom Gerichtsverfahren unberührt und würden den Spendern zurückerstattet, sollte der Sanierungsplan scheitern. Die mit dem Mäzenatentum verbundenen steuerlichen Vorteile bleiben ebenfalls erhalten.

Für die Projektinitiatoren stellt diese Rechtsform ein Instrument dar, mit dem die künftigen finanziellen Zuwendungen gesichert werden sollen, die für die Fortsetzung der Bauarbeiten unerlässlich sind.

Eine Baustelle, die im Sommer für die Öffentlichkeit zugänglich ist

Parallel zum Gerichtsverfahren setzt der Verein seine Maßnahmen zur Stärkung seiner Liquidität fort. Die Werft ?Grand Carénage? in Anglet ist im Juli und August 2026 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Besucher können die laufenden Arbeiten im Rahmen von freien Rundgängen oder täglichen Führungen erkunden. Außerdem stehen maritime Veranstaltungen, Konzerte und verschiedene Aktivitäten auf dem Programm.

In Rochefort empfangen die ehrenamtlichen Helfer weiterhin Besucher im Ausstellungsbereich, der der Fregatte gewidmet ist. Die ?Hermione? wird auch bei den Maritimfesten in Douarnenez und beim Festival du Chant de Marin in Paimpol zu sehen sein ? zwei bedeutende Veranstaltungen zum maritimen Kulturerbe.

Künstler und Spender engagieren sich weiterhin

Die Mittelbeschaffung bleibt eine der Prioritäten des Vereins. Vom 28. August bis zum 3. September 2026 findet an Bord der ?Hermione? im Hafen von Bayonne eine Verkaufsausstellung mit Werken von 19 Künstlern statt. Der Erlös aus den Verkäufen wird auf fast 230.000 %C2Euro geschätzt, sofern alle Werke einen Käufer finden.

Seit der Einleitung des Insolvenzverfahrens im September 2025 sind bereits Spenden in Höhe von fast 292.500 %C2Euro eingegangen. Mehr als 6.000 Spender haben das Projekt seit Beginn der Spendenkampagne im Jahr 2023 unterstützt, während 4.750 Personen das Manifest zur Erhaltung der Fregatte unterzeichnet haben.

Es müssen noch 5 Millionen Euro aufgebracht werden

Die zwischen 1997 und 2014 in Rochefort gebaute ?L?Hermione? ist eine Nachbildung der Fregatte, die den Marquis de La Fayette im Jahr 1780 in die Vereinigten Staaten beförderte. Seit 2021 liegt das Schiff in Anglet zur umfassenden Restaurierung seines Rumpfes vor Anker, nachdem strukturelle Schäden festgestellt worden waren.

Die Gesamtkosten der Arbeiten werden auf 10 Mio. %C2Euro geschätzt. Die Hälfte dieses Betrags wurde bereits finanziert, wodurch ein Teil der Arbeiten in Angriff genommen werden konnte. Nun müssen noch etwa 5 Mio. %C2Euro aufgebracht werden, um die Restaurierung abzuschließen.

Die nächste Verhandlung vor dem Gericht in La Rochelle, die für den 23. September 2026 angesetzt ist, wird einen entscheidenden Meilenstein darstellen. Dabei soll geprüft werden, wie tragfähig der Sanierungsplan ist und inwieweit der Verein in der Lage ist, die Zukunft eines der symbolträchtigsten Schiffe des französischen maritimen Erbes langfristig zu sichern.

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