Galeon 420 FLY: zwei Kabinen und drei Außenbereiche in kompakter Bauweise

Die Galeon 420 FLY greift das Konzept der 400 FLY auf und verfügt über eine überarbeitete Raumaufteilung auf drei Ebenen. Mit ihren seitlichen Balkonen, den zwei Kabinen mit eigenem Bad und den zwei Antriebsvarianten eignet sich das Boot für vielfältige Einsatzzwecke. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Entscheidungen auf die Navigation, im Hafen und vor Anker auswirken.

Die Galeon 420 FLY wirft mehrere Fragen auf, die Eignern von Flybridge-Yachten bekannt sind: Wie lässt sich mehr Platz gewinnen, ohne dass der Liegeplatz darunter leidet? Wie lassen sich die Wohnbereiche voneinander trennen? Und welches Antriebssystem sollte man je nach Einsatzgebiet wählen? Die polnische Werft antwortet darauf mit einem Boot, das auf drei Decks angelegt ist, über zwei Kabinen verfügt und wahlweise mit DPI-Antrieb oder Wellenantrieb angeboten wird.

Balkone zur Vergrößerung des Cockpits vor Anker

Die größte Besonderheit der Galeon 420 FLY befindet sich im Heck. Zwei seitliche Abschnitte des Schanzkleids lassen sich ausklappen, um das Cockpit bis auf Wasserebene zu erweitern. Im ausgeklappten Zustand erhöht sich die angegebene Gesamtbreite auf 5,90 m.

Diese Anordnung verwandelt das Heck in eine Terrasse mit einer vergrößerten Badeplattform, einer L-förmigen Sitzbank, einem Klapptisch und einer Bar. Für eine Familie, die mehrere Stunden vor Anker verbringt, liegt der Unterschied nicht nur in der Anzahl der Quadratmeter. Die Bewegungsfreiheit wird größer, und der Zugang zum Badebereich erfolgt, ohne dass man den Außenbereich zwischen Tellern und Servietten durchqueren muss. An Bord erspart diese Art von Detail schnell einige umständliche Manöver.

Im Hafen behält das Schiff seine Rumpfbreite bei. Der Platzgewinn kommt daher vor allem bei Zwischenstopps zum Tragen, ohne dass ständig ein breiterer Liegeplatz erforderlich ist. Darin liegt der zentrale Vorteil dieser Vorrichtung.

Drei Wohnbereiche, aber klar voneinander getrennte Nutzungsbereiche

Der Grundriss verteilt die Funktionen auf das Unterdeck, das Hauptdeck und die Flybridge. Diese Aufteilung richtet sich an Segler, die in einer Gruppe unterwegs sind und vermeiden möchten, dass ein einziger Bereich gleichzeitig als Steuerstand, Essbereich und Sonnenliegefläche dient.

Auf dem Hauptdeck ist das Cockpit mit dem Innensalon verbunden. Die Küche befindet sich an Steuerbord, nahe dem Eingang, was die Wege zwischen Kühlschrank, Salon und Außentisch verkürzt. Der Salon verfügt über eine C-förmige Sitzbank an Steuerbord und eine zusätzliche Sitzgelegenheit an Backbord. Der Innensteuerstand befindet sich im vorderen Bereich, ebenfalls an Steuerbord, und ist mit einem Doppelsitz ausgestattet.

Der Grundriss zeigt einen recht geradlinigen zentralen Durchgang zwischen dem Achterdeck und dem Zugang zu den Kabinen. Er bestätigt zudem das Vorhandensein einer Sonnenliegefläche auf dem Vordeck. Die Flybridge bietet einen zweiten Außenbereich mit einem Tisch, einem Grill und einer Bar. Der Steuerstand befindet sich in der Mitte, vor den Sitzgelegenheiten. Diese Position begünstigt die Rundumsicht. Bei schönem Wetter wird die Flybridge zum Hauptsteuerstand. Bei Regen oder Wellengang übernimmt logischerweise wieder das Innensteuerhaus den Dienst.

Zwei Kabinen mit eigenem Bad, um die Privatsphäre zu wahren

Auf dem Unterdeck befinden sich zwei Kabinen, die jeweils über ein eigenes Bad verfügen. Die Eignerkabine erstreckt sich über die gesamte Breite des Bootes in der Mitte des Rumpfes. Sie ist mit einem quer angeordneten Doppelbett, seitlichen Stauräumen und einem eigenen Bad ausgestattet.

Durch diese Anordnung in der Mitte des Schiffes wird der breiteste Bereich des Bootes optimal genutzt. Außerdem wird die Hauptkoje dadurch vom Buglärm abgeschirmt, wenn der Rumpf bei kurzer See auf die Wellen trifft. Allerdings liegt die Kabine dadurch näher am Motorraum.

Im vorderen Bereich verfügt die Gästekabine ebenfalls über ein Doppelbett und ein Badezimmer. Diese Aufteilung eignet sich für zwei Paare oder eine Familie, die zwei separate Sanitärbereiche nutzen möchten. So lassen sich Wartezeiten beim Aufstehen vermeiden ? ein durchaus reales Problem, wenn vier Personen an Bord leben.

DPI-Wellenlinie oder DPI-Sockel ? zwei Navigationskonzepte

Die Galeon 420 FLY wird mit zwei Antriebsvarianten angeboten. Die erste basiert auf DPI-Antriebssockeln. Die zweite nutzt einen herkömmlichen Antrieb über Wellen.

Schwenkbare Antriebsbasen erleichtern in der Regel das Manövrieren im Hafen, wenn sie mit einem Joystick kombiniert werden. Sie ermöglichen zudem die Anpassung der Trimmung und sorgen für eine auf Gleitrümpfe abgestimmte Leistung. Aufgrund ihres Tiefgangs und ihrer freiliegenden Anbauten ist jedoch in flachen Gewässern, in mit Treibgut belasteten Gewässern sowie bei versehentlichem Auflaufen Vorsicht geboten.

Die Wellenantriebslinie basiert auf einer eher klassischen Konstruktion mit innenliegenden Motoren, Wellen, Lagerböcken und feststehenden Propellern. Diese Lösung wird nach wie vor wegen ihrer übersichtlichen Mechanik und ihrer Robustheit im regelmäßigen Einsatz geschätzt. Sie erfordert jedoch fest installierte Antriebsstränge unter dem Rumpf und bietet nicht die gleiche Steuerfähigkeit wie ein schwenkbarer Antriebssockel.

Die Wahl hängt also weniger von einer Rangordnung zwischen den beiden Systemen ab als vielmehr vom jeweiligen Einsatzzweck. Die Flanschbefestigungen sind ideal für Eigner, die in engen Häfen häufig Manöver durchführen. Die Wellenverbindungen sprechen hingegen eher Nutzer an, die Wert auf eine bewährte Konstruktion und eine Wartung legen, die auf vielen Werften bekannt ist.

Die angegebene Höchstleistung beträgt zweimal 353 kW, also 2 × 480 ch. Angaben zu Höchstgeschwindigkeit, Reisegeschwindigkeit, Verbrauch oder Reichweite liegen nicht vor.

Eine kompakte Flybridge, die speziell für Familienkreuzfahrten konzipiert wurde

Die Galeon 420 FLY richtet sich an Segler, die ein bewohnbares Motorboot für Küstenfahrten, verlängerte Wochenenden oder Törns zu viert suchen. Dank seiner drei Außenbereiche kann man je nach Wind, Sonneneinstrahlung oder den Aktivitäten an Bord zwischen dem Cockpit, dem Vordeck und der Flybridge wählen.

Das Modell folgt dem allgemeinen Konzept der Galeon 400 FLY, verfügt jedoch über großzügigere Seitenverglasungen und eine überarbeitete Raumaufteilung. Die großen Glasflächen lassen Licht in den Salon strömen und sorgen für einen Blickkontakt nach draußen. Außerdem vergrößern sie die Flächen, die in heißen Regionen vor der Sonne geschützt werden müssen. Die Qualität der Markisen, der Belüftung und der Klimaanlage wird daher einen direkten Einfluss auf den Komfort haben.

Weitere Artikel zum Thema