World Sailing verpflichtet den olympischen Segelsport zu einem strukturierten Prozess der Messung und Reduzierung seiner Umweltauswirkungen. Durch ein weltweites Projekt zur Lebenszyklusanalyse (LCA), das alle olympischen Klassen abdeckt, will der Verband die Nachhaltigkeit zu einem zentralen Kriterium der zukünftigen technischen Regeln, der Auswahl der Ausrüstung und der strategischen Entscheidungen bis 2032 machen.
Eine umfassende Analyse des Lebenszyklus von olympischen Booten
Das Projekt basiert auf der Durchführung von 12 Monaten umfassender LCA-Analysen, die den gesamten Lebenszyklus der Boote in den sechs olympischen Klassen abdecken: Herstellung, Transport, Nutzung, Wartung und Ende der Lebensdauer.
Das Ziel ist klar: Den ökologischen Fußabdruck jeder Klasse genau zu quantifizieren, um zuverlässige, vergleichbare und unabhängig geprüfte Daten zu erhalten.
Diese Analysen werden insbesondere die Auswirkungen von Materialien, industriellen Prozessen, Produktionsmengen und Designentscheidungen bewerten und so eine bislang unbekannte globale Sicht auf den olympischen Segelsport ermöglichen.
Ein strukturierendes Instrument für zukünftige Regeln und Standards
Die Ergebnisse des LCA-Projekts werden nicht theoretisch bleiben. World Sailing plant, sie direkt bei der Entwicklung zukünftiger Regeln, technischer Standards und der Auswahlverfahren für die olympischen Klassen zu verwenden.
Die Umweltverträglichkeit wird somit neben der sportlichen Leistung zu einem Schlüsselkriterium bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele ab 2032 werden.
Dieser Ansatz steht im Einklang mit den Verpflichtungen von World Sailing im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsagenda 2030 und der vom IOC getragenen Olympischen Vision, die darauf abzielt, Umweltfragen vollständig in die Entscheidungen über Ausrüstung und Organisation zu integrieren.
Eine mit der Bootsindustrie geteilte Methodik
Die LCA-Methode sowie die dazugehörigen Tools und Schulungen werden von unabhängigen Experten für Lebenszyklusanalyse bereitgestellt, wodurch die wissenschaftliche Robustheit des Projekts gewährleistet wird.
Einer der Schlüsselpunkte liegt in der Bereitschaft, Daten zu teilen: World Sailing plant, die Erkenntnisse aus dem Projekt zugänglich zu machen, um gerechtere und transparentere Standards für Hersteller und Ausrüster zu fördern.
Die Innovationen, die auf höchster Ebene entstehen, sollten auf die gesamte Wassersportindustrie ausstrahlen und das Design von Freizeitbooten, Booten für junge Wassersportler und Ausbildungsflotten auf der ganzen Welt beeinflussen.
Ein schrittweiser Aufbau der Einrichtung
Jede olympische Klasse muss ihre erste Bewertung innerhalb von drei Monaten unter der direkten Koordination von World Sailing abschließen.
In den folgenden Phasen des Projekts wird der Umfang der Analyse auf alle olympischen Kampagnen ausgeweitet und insbesondere integriert:
- den Transport der Ausrüstung,
- die Reisen der Athleten,
- logistik im Zusammenhang mit internationalen Wettbewerben.
Dieser ganzheitliche Ansatz wird es ermöglichen, die wirksamsten Hebel für Verbesserungen zu identifizieren, die weit über das einzelne Boot hinausgehen.

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