Wenige Monate vor den ersten Bootsmessen des neuen Jahres haben sich die Open Days von Fountaine Pajot zu einem bevorzugten Beobachtungspunkt für die strategische Ausrichtung des Herstellers aus La Rochelle entwickelt. Die Ausgabe 2026, die vom 2. bis 4. Juli 2026 stattfindet, verspricht besonders reichhaltig zu werden, da gleich drei neue Modelle vorgestellt werden. Hinter diesen Markteinführungen verbergen sich mehrere Herausforderungen, die Segler, zukünftige Eigner und die gesamte Bootsbranche direkt betreffen.
Eine neue Generation von Segelkatamaranen für Kreuzfahrten
Die Modelle FP48 und FP55 sind die wichtigsten Neuheiten der Sailing-Reihe.

Diese beiden Modelle knüpfen an die Erneuerungsmaßnahmen an, die die Werft mit den Modellen FP41 und FP44 eingeleitet hat. Die Weiterentwicklung betrifft nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern spiegelt auch gründliche Überlegungen zum täglichen Einsatz des Bootes auf Kreuzfahrten wider.
Architekten und Designteams konzentrieren sich nun auf einen reibungslosen Bewegungsfluss an Bord, die Verbindung zwischen den verschiedenen Wohnbereichen und den Blickkontakt zur maritimen Umgebung. Cockpit, Salon, Flybridge und Heckplattformen bilden zunehmend ein zusammenhängendes Ganzes und nicht mehr separate Bereiche.
Für Eigner, die ausgedehnte Segeltörns unternehmen, entspricht dieser Ansatz einem wachsenden Bedürfnis nach Komfort an Bord, ohne dabei die für lange Segeltörns unverzichtbaren seetüchtigen Eigenschaften zu beeinträchtigen.
Probefahrten ? ein Kriterium, das vor dem Kauf entscheidend geworden ist
Einer der größten Reize der Open Days liegt in der Möglichkeit, die Boote unter realen Bedingungen zu testen. Im Gegensatz zu den statischen Präsentationen auf Bootsmessen können die Besucher hier das Fahrverhalten des Katamarans unter Segeln beobachten, die Ergonomie der Steuerstände beurteilen und die Bewegungsfreiheit an Bord einschätzen.

Für einen zukünftigen Eigner ist die Probefahrt oft der entscheidende Schritt im Kaufprozess. Sie ermöglicht es, zu prüfen, ob das geplante Segelprogramm zu den Eigenschaften des Bootes passt.
Dieser Ansatz gewinnt bei Schiffen mit einer Länge von mehr als 45 Fuß besondere Bedeutung, da dort Fragen der Manövrierfähigkeit, der Sichtverhältnisse und der Einsatzplanung der Besatzung von entscheidender Bedeutung sind.
Der FPY70S steht beispielhaft für den Trend zu hochwertigeren großen Katamaranen
Eine weitere wichtige Neuheit ist die FPY70S, die unter dem Namen Fountaine Pajot Yachts vorgestellt wird.
Mit diesem Modell baut die Werft ihr Angebot im Bereich der großen Segelkatamarane weiter aus. Dieses Segment verzeichnet seit mehreren Jahren ein stetiges Wachstum, das von einer Kundschaft getragen wird, die Hochseetauglichkeit in Verbindung mit hohem Wohnkomfort sucht.
Das Modell FPY70S ergänzt eine Produktreihe, die bereits durch das Modell Samana 59 und das Modell Thíra 80 vertreten ist.
Die Marktentwicklung zeigt, dass diese Boote nicht mehr ausschließlich für hochwertige Charterprogramme bestimmt sind. Sie ziehen auch Eigner an, die mehrere Monate an Bord leben oder Weltumsegelungen unter Bedingungen unternehmen möchten, die denen eines Hauptwohnsitzes nahekommen.
Die technischen Herausforderungen verlagern sich somit auf die Bereiche Energiemanagement, Trinkwassergewinnung, Autarkie und die Integration der Bordausrüstung.
Ein Rundgang durch die Produktionsstätten, um den Bau eines Katamarans nachzuvollziehen
Die Open Days bieten zudem einen Einblick in einen weniger bekannten Bereich des Wassersports: die Fertigung. Die Besucher haben die Möglichkeit, die Produktionsstätten in La Rochelle und Aigrefeuille zu besichtigen. Eine seltene Gelegenheit, die verschiedenen Bauphasen eines modernen Katamarans mitzuverfolgen.

Für Segler bietet das Verständnis industrieller Verfahren oft nützliche Einblicke in die Fertigungsqualität, die konstruktiven Entscheidungen und die technischen Herausforderungen, mit denen Werften konfrontiert sind. Das Laminieren der Rümpfe, die Montage der Module, der Einbau der Ausrüstung, die Innenausstattung und die Qualitätskontrolle sind allesamt entscheidende Schritte im Lebenszyklus eines Bootes.
Dieser Einblick ermöglicht es zudem, die Kompetenzen zu bewerten, die in einer Branche zum Einsatz kommen, die an der Atlantikküste mehrere Tausend Menschen beschäftigt.
Bordausrüstung als Kernstück der Entwicklungen im Wassersport
Rund um die ausgestellten Boote werden zahlreiche Ausrüster ihre technischen Lösungen präsentieren.
Die Besucher können sich mit Fachleuten aus den Bereichen Navigationselektronik, Segelmacherei und Bordsysteme austauschen. Zu den angekündigten Unternehmen zählen unter anderem Garmin, B&G und Incidence Sails.
Diese Präsenz verdeutlicht die zunehmende Bedeutung der Ausrüstung bei der Konzeption moderner Schiffe. Vernetzte Navigation, Fernüberwachungssysteme, die Optimierung der Segelleistung sowie das Energiemanagement spielen heute eine zentrale Rolle bei Bauprojekten.
Für Freizeitkapitäne bieten diese Austauschmöglichkeiten die Gelegenheit, sich ein besseres Bild von den verfügbaren Technologien und deren Integration an Bord zu machen, sei es bei der Küstenschifffahrt oder bei Hochseetörns.
Im Laufe der verschiedenen Ausgaben haben sich die Open Days somit als weit mehr als eine bloße Verkaufspräsentation etabliert. Die Veranstaltung ist zu einem Ort geworden, an dem sich die Trends beobachten lassen, die den Markt für Kreuzfahrtkatamarane prägen ? von der Entwicklung der Innenraumgestaltung bis hin zu den neuen Erwartungen der Segler in Bezug auf Reichweite, Komfort und Segelerlebnis.

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