Pardo 43R Außenborder: Wie weit kann man mit drei 600-PS-Motoren gehen?

Mit dem 43R bringt Pardo sein Spitzenmodell als Außenborder auf den Markt. Ein Boot für hohe Geschwindigkeiten, mit bis zu drei 600 PS starken Mercury-Motoren. Aber was gewinnt oder verliert man an Bord dieser außergewöhnlichen Version?

Die italienische Werft Cantiere del Pardo hat mit der Einführung einer Außenbordvariante des Pardo 43 die Codes über Bord geworfen. Dieser fast 15 Meter lange Walkaround mit dem neuen Namen P43R setzt auf motorisierte Leistung, ohne die DNA des ursprünglichen Modells zu verleugnen. Aber wozu dient der neue Rumpfplan? Was gewinnt man unter Deck? Und vor allem: Für wen ist dieser Bootstyp wirklich geeignet?

Ein neu gestalteter Rumpf für 1800 PS

Der Wechsel von Innenbordmotoren zu Außenbordmotoren (bis zu drei Mercury V12 mit 600 PS) kann nicht erfolgen, ohne den Rumpf gründlich zu überdenken. Die Werft entschied sich daher für einen speziellen Rumpf mit einem markanten, umgekehrten Bug, der das Eindringen ins Wasser bei hohen Geschwindigkeiten verbessern soll.

Diese strukturelle Änderung ermöglicht eine stabilere Trimmung über 40 Knoten hinaus. Das Boot fährt nun mit mehr als 50 Knoten Spitze und behält gleichzeitig ein sicheres Verhalten bei hohen Geschwindigkeiten bei. Diese technische Entscheidung zielt eindeutig auf eine Klientel ab, die an schnelle Boote gewöhnt ist und häufig aus dem Freizeit- oder Motorsportbereich kommt.

Trotz der Größe eines Außenborders bleibt das Raumangebot erhalten

Außenbordmotoren werden oft dafür kritisiert, dass sie in den Wohnraum eindringen, vor allem im Heckbereich. Hier hat die Werft diese Klippe umschifft, indem sie den Decksplan völlig neu gestaltet hat. Das Cockpit bietet weiterhin viel Bewegungsfreiheit mit ergonomischen Sitzbänken und einem modularen Tisch, der sich in eine Sonnenliege verwandeln lässt.

Unter Deck wird durch den Wegfall des Motorraums viel Platz geschaffen. Die 43R bietet Platz für bis zu zwei Kabinen mit flexibler Einrichtung: ein fester Schlafplatz oder eine umwandelbare Dinette. Der Platzgewinn kommt auch dem Stauraum zugute, vor allem unter der Heckkoje.

Die Auswirkungen der Wahl des Außenborders auf die Wartung

Die Wahl eines Dreifach-Außenbordmotors bedeutet auch, dass die Wartung in einigen Fällen vereinfacht wird. Die Arbeiten an den Motorblöcken sind leichter zugänglich und die Überwinterung kann ohne systematisches Trockenlegen erfolgen. Dies ist ein attraktiver Punkt für Eigner, die im Mittelmeer oder in wenig erschlossenen Gebieten segeln.

Diese Konfiguration erfordert aber auch eine rigorose Durchführung von Wartungsmanövern. Drei Motoren bedeuten dreimal so viele Kontrollpunkte und Verbrauchsmaterialien, die es zu verwalten gilt, sowie eine erhöhte Aufmerksamkeit für die richtige Auswuchtung des Ganzen. Es handelt sich also nicht um ein Boot, das man einem unerfahrenen Segler anvertrauen sollte.

Die Ausstattung an BordEuros¯: Schlichte Eleganz mit individualisierbaren Ausstattungsmerkmalen

Die 43R bleibt dem Pardo-Stil treu, mit einer straffen Silhouette, einem in die Windschutzscheibe integrierten Carbon-T-Top und nüchternen Materialien, die oft aus der großen Yachtindustrie stammen. Die Verarbeitung ist sorgfältig, aber ohne übertriebene Stileffekte. Jedes Boot kann weitgehend individuell gestaltet werden, sei es in Bezug auf die Holzarten, die Bezüge oder die Konfiguration des Innenquadrats.

Es ist ein Boot, das auf eine Kundschaft mit hohen Ansprüchen an Details abzielt, die unaufdringliche Eleganz einer Anhäufung von auffälligen Extras vorzieht.

Typische Euro-Nutzung: Schnellbootfahren, Day Cruising, Familienkabotage

Mit einer sehr hohen Reisegeschwindigkeit und einer Reichweite, die stark von der Motordrehzahl abhängt, ist die Pardo 43R nicht für lange Überfahrten oder große Kreuzfahrten konzipiert. Es ist eher für den Einsatz in geschlossenen Gewässern (Korsika, Balearen, Côte d'Azur)l geeignet, wo schnelle Etappen es ermöglichen, die Ausdruckskraft der Motoren voll auszunutzen.

An Bord befindet man sich zwischen einem Day-Boat und einem Weekender, mit einer schönen Lebensqualität am Ankerplatz, einem echten Schlafkomfort, aber Treibstoffreserven, auf die man achten muss, wenn man die Motoren antreibt. Kurzum, ein Boot, das Liebhabern von Nervenkitzel gefallen wird, die nicht unbedingt drei Wochen an Bord bleiben müssen.

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