Es kommt nicht oft vor, dass eine neue Werft mit einem innovativen Konzept gegründet wird. Dieser 9-Meter-Katamaran von Marc Lombard Design Group ist Teil einer Reflexion über die tatsächliche Nutzung von Motorbooten, zwischen Kurzstreckensegeln und dem Leben vor Anker, mit technischen Entscheidungen, die sowohl Fragen aufwerfen als auch Perspektiven eröffnen.
Ein Boot, das eher für das Ankern als für die Distanz konzipiert ist
Die erste Frage betrifft die Übereinstimmung zwischen Design und tatsächlicher Nutzung. Die beobachteten Daten zeigen, dass die 6- bis 12-Meter-Boote fast 80 % ihrer Zeit vor Anker verbringen. Dennoch werden auf dem Markt häufig Boote angeboten, die für lange Kreuzfahrten ausgelegt sind oder im Gegensatz dazu sehr schlicht gehalten sind. Die Loopia geht einen anderen Weg. Die Loopia ist ein Schiff mit einem flachen Deck ohne Stufen, breiten Verkehrswegen und einem offenen Heck.

Diese Entscheidung zielt auf Küstensegler, Vercharterer und Tagessegler ab. Hochseeambitionen werden hingegen bewusst eingeschränkt. Das Programm ist nicht auf engagiertes Segeln ausgerichtet, sondern auf geschützte Ankerplätze, Seen oder ruhige Küstengebiete.
Katamaran-Architektur für Stabilität und Zugänglichkeit
Die Verwendung einer Katamaran-Plattform erfüllt zwei Anforderungen: Stabilität beim Stehen und Zugänglichkeit. Mit einer Breite von 3,90 m bietet der Loopia eine stabile Lage vor Anker, was die Bewegung an Bord erleichtert.

Da es keine Stufen gibt und das Deck durchgehend ist, nähert sich das Schiff den an Land beobachteten Standards für Barrierefreiheit. Die Arbeit mit APF France Handicap Vendée hat es ermöglicht, konkrete Einschränkungen in Verbindung mit den verschiedenen Arten von Behinderungen zu integrieren. Diese Positionierung richtet sich an ein breiteres Publikum, Familien, ältere Menschen, Nutzer mit eingeschränkter Mobilität. Aber diese Architektur bedeutet auch einen Kompromiss, insbesondere beim Verhalten in der Brandung oder bei der Leistung bei hohen Geschwindigkeiten.
Konstruktion aus Aluminium und biobasierten Verbundstoffen
Der Aluminiumrumpf wird bei Alubat hergestellt. Diese Wahl bringt Robustheit und Wiederverwertbarkeit mit sich und ist zudem wartungsarm. Für das Deck und die Aufbauten werden Verbundwerkstoffe aus biobasiertem Epoxid und Flachsfasern verwendet. Diese Kombination zielt darauf ab, die Umweltauswirkungen am Ende der Lebensdauer zu reduzieren.

Die Montage findet in Les Sables d'Olonne statt, wobei die Lieferkette für die meisten Komponenten auf einen Radius von 30 Kilometern beschränkt ist. Dies verringert den Transportaufwand, führt aber zu einer Abhängigkeit von einem lokalen Industrienetzwerk.
Elektrischer Antrieb und Reichweite
Der elektrische Antrieb besteht aus zwei Außenbordmotoren, die von einem Batteriepark gespeist werden, der am Kai aufgeladen wird. Die Solarpaneele versorgen nur die Komfortgeräte mit Strom. Die angekündigte Leistung beträgt etwa 10 Meilen bei 13 Knoten und bis zu 25 Meilen bei 9 Knoten. Diese Werte beziehen sich auf Tagesausflüge mit Rückkehr in den Hafen oder auf Fahrten auf Binnengewässern. Das Aufladen und das Energiemanagement bleiben Schlüsselparameter für den Betrieb, insbesondere beim Verleih.

Es werden kohlenstofffreie Alternativen geprüft, ein Zeichen dafür, dass das Energiemodell nicht starr ist. Die Nutzung bleibt jedoch von der verfügbaren Infrastruktur am Kai abhängig. Für den Rest der Bordausrüstung hat SeaLoop Raymarine für die Elektronik, Ruchaud für die Sattlerei und TTop für die Depont-Beschläge gewählt.
Modularität der Einrichtung und Multi-Use-Logik
Das Loopia ist als modulare Plattform konzipiert. Es sind mehrere Versionen vorgesehen, family, fishing, diving oder promenade.
Der Decksplan legt Wert auf gesellige Bereiche mit einem vorderen Salon für acht Personen, einer integrierten Küche und offenen Räumen. Es wird eine Kapazität von 20 Personen in der Kategorie D und 16 Personen in der Kategorie C angegeben. Einfache Ausstattungen vervollständigen das Ganze, wie z. B. eine Toilette unter dem Bolster mit einer Textiltrennwand, um die Privatsphäre zu wahren. Das Ziel bleibt die Benutzerfreundlichkeit und die schnelle Einarbeitung.
Eine Positionierung zwischen privater Freizeitgestaltung und professioneller Flotte
Das Projekt zielt auf mehrere Segmente ab. Privatpersonen, aber auch Verleihfirmen oder Hybridmodelle, bei denen der Eigentümer sein Boot einem Verwalter anvertraut. Die leichte Manövrierbarkeit, die Aufnahmekapazität und die Einfachheit der Systeme weisen in diese Richtung. Der Markt für Seen oder bestimmte Gebiete wie Kanada, die empfindlich auf Umweltauflagen reagieren, werden ebenfalls anvisiert.
Die angekündigte Produktion bleibt schrittweise, mit einem ersten Stapellauf im Frühjahr 2027, gefolgt von einem 25-Fuß- und einem 35-Fuß-Schiff. Für 2029 ist eine Steigerung auf 60 Einheiten geplant. Letztendlich versucht der Loopia nicht, alle Programme abzudecken. Es konzentriert sich auf einen bestimmten Verwendungszweck, nämlich das Leben vor Anker. Und vielleicht liegt hierin auch sein Vorteil, denn es geht darum, sich an die Realität der Praxis anzupassen, anstatt das Spektrum um jeden Preis zu erweitern.

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