Das traurige Ende des Trimarans Amiliee, eines in Amateurbauweise hergestellten Mehrrumpfbootes

Der in einem Garten in British Columbia gebaute Trimaran Amiliee wurde nach einer langen Drift über den Pazifik entmastet und halb im Wasser liegend gefunden. Ein trauriger Höhepunkt einer meisterhaft durchgeführten Amateurkonstruktion.

Der in einem Garten in British Columbia gebaute Trimaran Amiliee wurde nach einer langen Drift über den Pazifik entmastet und halb im Wasser liegend gefunden. Ein trauriger Höhepunkt einer meisterhaft durchgeführten Amateurkonstruktion.

Ein rigoroser Amateuraufbau, der von John in British Columbia geleitet wird

Der Trimaran Amilie wurde 2019 in Ladysmith an der kanadischen Küste zu Wasser gelassen. Am Steuer des Projekts saß der Hobbykonstrukteur John, der fast fünf Jahre lang Vollzeit an dem Boot gearbeitet hat.

©Trimaran Amilee
trimaran Amilee

Die Basis beruht auf einem Entwurf von Kurt Hughes, einem anerkannten Architekten für schnelle Mehrrumpfboote. Der ursprüngliche Entwurf, ein Hughes 40, wurde hier auf 35 Fuß gekürzt.

Trotz Johns Status als Hobbykonstrukteur ist das Niveau der Ausführung bemerkenswert. Die Konstruktion kombiniert Strukturschaum und Glasfaserlaminat mit Karbonverstärkungen an beanspruchten Stellen, insbesondere an den Verbindungsarmen. Das Strip-Planking aus Zedernholz rundet das Ganze ab, das Ganze wird mit Epoxidharz zusammengefügt.

©Trimaran Amilee
trimaran Amilee

Das Ergebnis ist eine Verdrängung von fast 4,5 Tonnen beim Start, was mit einem Programm für schnelle Kreuzfahrten mit einem Flügelmast übereinstimmt.

Ein aus gesundheitlichen Gründen erzwungener Weiterverkauf

Johns Pläne mit dem Boot werden jedoch abrupt unterbrochen. John entschließt sich aus gesundheitlichen Gründen, Amiliee zu verkaufen.

©Trimaran Amilee
trimaran Amilee

Und das ist ein heikler Punkt bei dieser Art von Projekt. Ein amateurhaft gebautes Mehrrumpfboot, auch wenn es noch so gut gemacht ist, beruht auf einer genauen Kenntnis seiner Strukturen, Toleranzen und möglichen Grenzen.

©Trimaran Amilee
trimaran Amilee

Der Wechsel zu einem neuen Eigner setzt eine vollständige Einarbeitung voraus, bei der die Systeme vom Schwert bis zum Masttop aufmerksam gelesen werden. Ohne diese Kontinuität können einige Schwachstellen in den Hintergrund treten.

Ein Ruderbruch mit dem neuen Besitzer

©Trimaran Amilee
trimaran Amilee

Noch bevor sie mit ihrem neuen Skipper zu einer Überführungsfahrt aufbricht, wird eine Schwäche am Ruder festgestellt. Trotz dieser Entdeckung sticht die Mannschaft in See.

80 Meilen vor der Küste von Oregon bricht das Ruder. Die Besatzung bittet um Evakuierung. Das Gebiet blieb jedoch für Hilfe zugänglich. Ein Abschleppen oder eine Intervention von außen war möglich, sofern eine zuverlässige Position übermittelt werden konnte.

Die Besatzung wurde unversehrt geborgen, aber der Trimaran wurde ohne verwertbare Ortungsgeräte zurückgelassen. Weder ein aktives AIS noch ein EPIRB, mit dem das Schiff verfolgt werden kann.

Ein langer Drift bis in hawaiianische Gewässer

Am 28. April ortet die US-Küstenwache Amiliee schließlich etwa 150 Meilen südlich von Hawaiis Big Island. Der Trimaran wurde entmastet und teilweise unter Wasser gesetzt.

Amilee trieb mehrere Monate lang ganz allein durch den Pazifik. Trotz der Schäden ist der Auftrieb weiterhin gewährleistet. Die Schwimmkörper behalten ein ausreichendes Volumen, um das Ganze an der Oberfläche zu halten, was beweist, dass die Auftriebsreserve beim Bau richtig dimensioniert wurde.

Ein konkreter Fall

Die Geschichte von Amilie beleuchtet mehrere technische und praktische Punkte.

Die Qualität der Konstruktion reicht nicht aus, wenn sie nicht über die Zeit verfolgt wird. Der Erwerb einer Amateurkonstruktion erfordert besondere Aufmerksamkeit, auch wenn Serienboote in der Vergangenheit ebenfalls ihr Ruder verloren haben.

Amilee hat den Pazifik ganz allein überquert und damit wieder einmal bewiesen, dass ein Mehrrumpfboot, sei es ein Katamaran oder ein Trimaran, eine gute Idee ist. Selbst wenn es mit Wasser überflutet wird, schwimmt es weiter. Ein gutes Beispiel dafür ist die Geschichte der Seglerin Charline Picon, deren Outremer selbst dann noch schwamm, als ein Rumpf komplett überflutet war.

Schließlich wird ein Vorfall durch das Fehlen einer Markierung oder einer aktiven Positionierung schnell zu einem endgültigen Verlassen.

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