Die erste Etappe der Solitaire du Figaro Paprec 2026 hat erneut gezeigt, warum dieses Rennen eine der anspruchsvollsten Übungen im Einhand-Offshore-Rennsport bleibt. Zwischen dem Ärmelkanal, dem Golf von Biskaya und der heiklen Annäherung an die spanische Küste segelten die Skipper fast vier Tage lang in einem engagierten Wetter, mit wenig Verschnaufpausen und lange Zeit geringen Abständen.

Bei der Ankunft am Kap Finisterre hatte Tom Dolan dank einer entscheidenden Beschleunigung in den letzten Stunden des Rennens schließlich die Nase vorn.
Eine Nordoption, die die Etappe kippt
Das Szenario spielte sich in der Nacht vor der Ankunft ab. Während eine Gruppe von Führenden Seite an Seite segelte, entschied sich Tom Dolan für eine Position etwas weiter nördlich als seine direkten Konkurrenten. Um ihn herum segelten Loïs Berrehar, Nicolas Lunven, Paul Morvan, Alexis Thomas und Victor Mathieu. Doch der Ire schaffte es, durch eine höhere Geschwindigkeit bei den letzten Wenden einen Abstand aufzubauen.
Dieser Unterschied in der Kadenz auf dem Wasser wird schnell unmöglich auszugleichen. Im Morgengrauen kontrolliert der Skipper von Kingspan die Ankunft am Kap Finisterre und kappt die Linie nach 3 Tagen, 20 Stunden, 21 Minuten und 36 Sekunden. Die taktische Entscheidung scheint von außen betrachtet einfach zu sein. In Wirklichkeit ging es darum, genügend physische Energie zu sparen, um die letzten Windschwankungen nach mehreren sehr anstrengenden Nächten auszunutzen.
Das Duell Dolan-Berrehar, ein Klassiker bei der Solitaire
Hinter Tom Dolan bestätigte Loïs Berrehar, dass mit ihm in diesem Jahr noch zu rechnen ist. Als Zweiter mit etwas mehr als 37 Minuten Rückstand bleibt der Skipper von Banque Populaire nach einer Etappe, in der er oft die vorderen Plätze belegte, im Spiel.

Die sportliche Rivalität zwischen den beiden Seglern beginnt übrigens, sich zu einem der jüngsten roten Fäden der Solitaire du Figaro Paprec zu entwickeln. Im Jahr 2024 gewann Loïs Berrehar zwei Etappen, konnte aber die Gesamtwertung nicht für sich entscheiden, die schließlich von Tom Dolan gewonnen wurde. Und die Ausgabe 2026 setzt genau diese Dynamik fort. Die beiden Segler haben in der immer noch sehr dichten Figaro-Flotte eine besonders hohe Konstanz.
Für Loïs Berrehar geht es nun darum, seine Durchschnittsgeschwindigkeit ab der nächsten Strecke nach Pornichet in einen Etappensieg umzuwandeln.
Paul Morvan erzielt sein erstes großes Ergebnis
Paul Morvan, der mit weniger als 41 Minuten Rückstand auf den Sieger Dritter wurde, lieferte eine der bemerkenswertesten Leistungen dieser ersten Etappe ab. Der Skipper von Foricher - French Touch holte sich hier seinen ersten Podiumsplatz bei der Solitaire. In einem Rennen, in dem die Abstände nach mehreren hundert Meilen oft in Minuten gemessen werden, bestätigt diese Konstanz seinen Aufstieg in der Figaro-Serie.

Sein Schlafmanagement in den letzten Stunden scheint eine wichtige Rolle gespielt zu haben. Der Skipper erklärte bei der Ankunft, dass es ihm gelungen sei, sich vor dem Endanflug auszuruhen, um die letzte Sequenz mit mehr Klarheit in Angriff zu nehmen. Bei so langen Strecken ist das körperliche Management mittlerweile fast genauso entscheidend wie die reine Taktik.
Alteingesessene halten gegen neue Profile stand
Eine weitere interessante Erkenntnis dieser Etappe ist, dass die erfahrenen Segler voll im Spiel bleiben.
Martin Le Pape und Nicolas Lunven wurden nach einem besonders sauberen Rennen Vierter und Fünfter. Zusammen haben sie neunzehn Mal an der Solitaire du Figaro Paprec teilgenommen, aber die neue Generation drängt stark hinter ihnen. Paul Loiseau beendete das Rennen als erster Bizuth auf einem soliden siebten Platz. Paul Cousin schaffte es bei seiner ersten Teilnahme ebenfalls in die Top 10.
Die Flotte hat nun etwas mehr als 48 Stunden Zeit, um sich zu erholen, bevor die zweite Etappe nach Pornichet startet. Und angesichts der noch geringen Abstände nach dieser ersten Runde ist die Gesamtwertung noch weitgehend offen.

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