UKW entwickelt sich langsamer als Plotter oder Autopiloten. Dennoch bleibt das UKW das Herzstück des Sicherheitsaustauschs, der DSC-Anrufe und der Navigationsüberwachung. Mit der Signal VHF 400- und VHF 220-Reihe versucht Garmin, ein Gerät zu modernisieren, das oft noch als nüchtern gilt, und fügt Funktionen hinzu, die direkt für Segler interessant sind, die mit kleiner Crew oder auf Booten mit wenig Platz im Cockpit segeln.
Ein Farb-Touchscreen in einer traditionell minimalistischen Ausstattung

Bei UKW-Seefunkgeräten ist die Ergonomie oft zweitrangig. Die Menüs sind kompakt, die Tasten zahlreich und die einfarbigen Bildschirme schränken manchmal das schnelle Lesen einer DSC-Meldung oder eines AIS-Ziels ein. Garmin verfolgt hier eine ähnliche Logik wie bei seinen GPS-Plottern mit einem 3,5-Zoll-Farb-Touchscreen.
Das Interesse geht über den rein ästhetischen Aspekt hinaus. Auf einem Motorboot, das Vibrationen ausgesetzt ist, oder im Cockpit einer Segelyacht, wo die Besatzung zwischen zwei Manövern schnell das UKW-Gerät konsultiert, wird die Lesbarkeit zu einem konkreten Thema. Vor allem Segler über 50 Jahre, die immer noch einen Großteil der Eigner ausmachen, werden auf diesen Punkt besonders sensibel reagieren.
Aber auch der Touchscreen auf See hat seine Grenzen. Bei strömendem Regen, feuchten Handschuhen oder rauer See ist die physische Steuerung oftmals im Vorteil. Garmin hat daher ein abgesetztes Mikrofon mit klassischen Bedienelementen und einem leistungsstarken Lautsprecher mit einer Lautstärke von 95 dBA bei 0,5 Metern. Diese Lautstärke soll Motorgeräusche, Windgeräusche und Klatschen übertönen.
Der Hersteller fügt außerdem eine adaptive Geräuschunterdrückung und eine automatische Rauschsperre hinzu. Auf dem Papier werden damit die ständigen Störgeräusche, die das Hörvermögen bei einer langen Küstenfahrt schnell ermüden lassen, eingedämmt. Nutzer von schnellen RIBs oder Außenbordbooten dürften zu den ersten Betroffenen gehören.
Integriertes AIS: Ein echtes Thema für Sportboote

Der wohl interessanteste technische Punkt ist die AIS-Integration. Das Signal VHF 400 hat einen AIS-Transponder der Klasse B direkt an Bord. Das Boot sendet also seine Position, Geschwindigkeit und seinen Kurs an AIS-fähige Schiffe in der Nähe.
Für einen Sportbootfahrer, der nachts, in den Verkehrsschienen oder auf einer Überfahrt nach Korsika, den Balearen oder England unterwegs ist, ändert diese Ausrüstung ganz konkret die Wahrnehmung des Schiffes durch Frachtschiffe und Fähren. Bisher begnügten sich viele Schiffe unter 12 m Länge mit einem einfachen AIS-Empfänger, der an den Plotter angeschlossen war.
Die Unterscheidung zwischen den beiden Modellen bleibt wichtig. Das VHF 220 verfügt nur über einen AIS-Empfänger, während das 400er-Modell einen Transponder besitzt. Die Wahl hängt also von den Finanzen und dem Navigationsprogramm ab.
Die AIS-Integration in das UKW-Gerät reduziert auch die Anzahl der separaten Geräte an Bord. Bei einer kompakten Konsole oder einem schmalen Steuerhaus vereinfacht jedes eingesparte Gerät die Verkabelung, die Stromversorgung und die Installation der Antennen.
Eine einzige VHF-Antenne für mehrere Funktionen

Garmin hebt die Möglichkeit hervor, eine einzige UKW-Antenne für UKW-Kommunikation, DSC und AIS auf dem Signal VHF 400 zu verwenden. Dieser Ansatz ist direkt für Besitzer von 6- bis 10-Meter-Booten interessant, bei denen der Platz auf der Mastspitze oder auf dem Radarbügel begrenzt ist.
Weniger Antennen bedeuten auch weniger Verluste in den externen Verteilern und weniger Kabelverlegungen. Auf Baustellen oder in Refit-Werkstätten kann die Zeitersparnis bei der Installation real werden.
Garmin fügt eine integrierte GPS-Antenne sowie eine 12-V- und 24-V-Kompatibilität hinzu. Diese doppelte Stromversorgung ist besonders für Hausboote und leichte professionelle Einheiten interessant, die 24-V-Netzwerke verwenden.
Die Integration in die Netzwerke NMEA 2000, Garmin Marine Network und Garmin BlueNet ermöglicht außerdem den Austausch von AIS-, GPS- und DSC-Daten mit der übrigen Bordelektronik. In der Praxis erleichtert dies die Anzeige von AIS-Zielen direkt auf dem Plotter und das Auslösen von DSC-Anrufen über den Hauptbildschirm.
Die Rückkehr der Offset-Station auf Flybridge und Zweitstationen
Garmin stattet diese UKWs mit der Remote-Station Signal RM 100 aus. Das Thema mag nebensächlich erscheinen, aber es entspricht einer echten Entwicklung bei bewohnbaren Motorbooten.
Flybridges, Heckaußenstationen und Doppelsteuerungen sind auf Familienbooten mit einer Länge von über 10 Metern immer häufiger anzutreffen. Viele Segler segeln jedoch immer noch mit einem einzigen fest installierten VHF, das sich im Salon oder unter dem Haupt-Hardtop befindet.
Die RM 100 ermöglicht es, die Funkfunktionen über das Garmin Marine Network von einer zweiten Station aus zu steuern. Der Benutzer findet ein 3,5-Zoll-Farbdisplay und ein abgesetztes Mikrofon vor, das mit den Hauptmodellen identisch ist.
Die integrierte Gegensprechfunktion kann auch die Kommunikation zwischen der Flybridge und dem Innenposten vereinfachen. Bei einigen Motorbooten, bei denen aerodynamische Geräusche die Kommunikation zwischen den Besatzungsmitgliedern erschweren, erspart diese Art der Verbindung oft das ständige Hin- und Herlaufen auf der Treppe nach unten.
Audiowiedergabe und Mehrfach-Standby: nützliche Funktionen für eine kleine Crew
Garmin fügt eine Funktion zur Wiedergabe von UKW-Kommunikation hinzu, bei der die letzten drei Minuten auf einem aktiven Kanal automatisch aufgezeichnet werden. Das Radio kann auch bis zu sechs Kanäle gleichzeitig überwachen, je nachdem, welcher Standby-Modus verwendet wird. Eine gute Lösung, um einen Wetterbericht erneut anzuhören.
Unter diesen Umständen einen CROSS-Anruf, eine Hafenanweisung oder eine Sicherheitsmeldung zu verpassen, passiert schnell während eines Anlegemanövers oder einer Segelreduktion.
Die Möglichkeit, eine Nachricht erneut zu lesen, vermeidet auch einige häufige Missverständnisse bei Hafennamen, GPS-Positionen oder Stegnummern. Und in der dichten Küstenschifffahrt kann die gleichzeitige Überwachung mehrerer Kanäle die Notwendigkeit ständiger manueller Änderungen einschränken.
Ein VHF, das mit den vernetzten Cockpits Schritt hält
Abgesehen von den technischen Daten zeigt diese neue Produktreihe vor allem eine Weiterentwicklung des modernen Steuerstandes. Das VHF ist nicht mehr nur eine unabhängige Box, die für Sicherheitsanrufe reserviert ist.
Sie wird zu einem mit dem Bordnetz verbundenen Element, das AIS-, GPS- und DSC-Daten mit anderen elektronischen Geräten austauschen kann. Garmin treibt die Logik sogar so weit, dass Software-Updates und die Programmierung der MMSI-Nummer über die ActiveCaptain-App dank des integrierten Wi Fi möglich sind.
Die Garmin Signal VHF 400 und 220 werden zu einem angekündigten Preis von 1.499,99 ? für das VHF 400 und 999,99 ? für das VHF 220 vermarktet. Die Remote-Station RM 100 wird für 599,99 ? angeboten.

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