First 36 Spirit: Beneteau macht das Boot leichter ? und senkt die Kosten

Zwischen der First 36 und der sehr sportlichen First 36 SE beschreitet Beneteau mit der First 36 Spirit neue Wege. Mit einem Preis von 200.000 Euro ohne MwSt., also mehr als 57.000 Euro weniger als die First 36, setzt dieses neue Modell auf Einfachheit und Leichtigkeit, um schnelles Segeln für mehr Segler zugänglich zu machen.

Spirit ? ein Name, der mehr als 30 Jahre später wieder auftaucht

Beneteau greift auf einen etwas in Vergessenheit geratenen Namen aus seiner Geschichte zurück. Anfang der 1990er Jahre brachte die Werft die First 300 Spirit auf den Markt, eine Segelyacht, die bereits damals auf eine gewisse Einfachheit und eine direkte Verbindung zwischen dem Segler, seinem Boot und den Elementen setzte. Mehr als dreißig Jahre später kehrt diese Philosophie in Form der First 36 Spirit in die Modellreihe zurück.

Le <a onclick=First 300 Spirit " width="511" height="387">
Die First 300 Spirit

Diese Entscheidung ist nicht unbedeutend. Die First-Familie hat sich erheblich erweitert und umfasst nun verschiedene Konzepte. Beneteau unterscheidet zwischen den regattaorientierten First SE-Modellen, den First-Modellen für schnelle Kreuzfahrten und das Gleiten sowie den größeren Modellen, die auf das Yachting ausgerichtet sind.

Die First 36 Spirit nimmt in dieser Modellreihe einen neuen Platz ein: den einer bewusst vereinfachten, schnellen Segelyacht, die die Leistungsfähigkeit der First 36 einem breiteren Publikum zugänglich machen soll.

Eine First 36 auf Diät

Die First 36 Spirit entsteht nicht bei Null. Sie basiert auf der Plattform der First 36, doch Beneteau und Seascape haben bei diesem Boot einen Ansatz verfolgt, den Andraz Mihelin, Leiter der First-Baureihe, mit den Worten ?vereinfachen, dann leichter machen? zusammenfasst.

Das Ergebnis macht sich besonders auf der Waage bemerkbar. Die First 36 Spirit weist eine angegebene Leergewicht von nur 4.620 kg auf. Ihr Rumpf wird im Vakuuminfusionsverfahren gefertigt, und Beneteau versichert, dass sie dank dieses geringen Gewichts ins Gleiten kommen kann, sobald der Wind ausreichend stark wird.

80 m² Segelfläche am Am-Wind-Kurs

Die Gewichtsreduzierung bedeutet nicht, dass Beneteau Abstriche bei der Segelleistung gemacht hat. Die First 36 Spirit verfügt über 80 m² Segelfläche beim Am-Wind-Kurs, verteilt auf ein Großsegel von bis zu 42 m² und eine Fock von 38 m².

Bei Vorwindkursen kann die Segelfläche bis zu 183 m² betragen. Der Mastkopf-Gennaker hat eine Fläche von bis zu 141 m², während zudem ein 72,5 m² großer, auf einer Rollvorrichtung montierter Split-Gennaker vorgesehen ist.

Die Werft hat sich außerdem mit der Steuerung des Bootes befasst. Die First 36 Spirit erhält zwei Ruder mit einem CNC-gefrästen Corecell-Kern. Die Beschläge und die Gestaltung des Cockpits sind so konzipiert, dass das Boot mit einer kleinen Crew oder sogar im Einhandbetrieb gesegelt werden kann.

Weniger Ausstattung, aber immer noch ein echtes Interieur

Die schlichte Ausstattung macht die First 36 Spirit jedoch nicht zu einem spartanischen Regattaboat. Beneteau strebt vielmehr einen Kompromiss zwischen geringem Gewicht und Eignung für Kreuzfahrten an.

Der Innenraum verfügt somit weiterhin über einen großen Salon und Einrichtungen für das Leben an Bord. Die Werft hat sich bemüht, die Einrichtungselemente zu vereinfachen ? mit Lösungen wie offenen Stauräumen, abnehmbaren Magnettüren oder einem versenkbaren Waschbecken im Badezimmer. Die ersten Bilder zeigen insbesondere zwei Doppelkabinen und ein Badezimmer sowie einen großzügigen zentralen Salon und eine Küche, die sich zu beiden Seiten der Treppe erstreckt.

57.230 Euro weniger als die First 36

Vor allem beim Preis kommt der Spirit-Ansatz voll zur Geltung. Die First 36 Spirit wird ab 200.000 Euro (ohne MwSt.) angeboten. Bei der Vorstellung positionierte Beneteau parallel dazu die First 36 bei 257.230 Euro und die First 36 SE bei 301.360 Euro.

Die Spirit kostet somit 57.230 Euro (ohne MwSt.) weniger als die First 36, was einer Differenz von über 22 % entspricht. Im Vergleich zur First 36 SE beträgt der Preisunterschied sogar mehr als 100.000 Euro.

Diese Hierarchie ermöglicht zudem ein besseres Verständnis der Strategie von Beneteau: drei Varianten derselben Größe für drei unterschiedliche Einsatzzwecke. Die Spirit verspricht ?Gleitvergnügen für alle?, die First 36 setzt eher auf schnelles Cruisen und die First 36 SE ist nach wie vor das Modell, das am stärksten auf Regatten ausgerichtet ist.

Samuel Manuard weiterhin an der Spitze der Architektur

Die First 36 Spirit verfügt über ein Konstruktionsteam, das eng mit dem der First-Baureihe verbunden ist. Die Schiffsarchitektur stammt von Samuel Manuard, während Lorenzo Argento für das Außendesign verantwortlich ist. Pure Design & Engineering ist für die Struktur zuständig, SITO und Lorenzo Argento für die Innenausstattung. Das Konzept sowie die Forschung und Entwicklung werden gemeinsam von den Teams von Seascape und Beneteau übernommen.

Die First 36 Spirit ist letztlich weniger eine neue Plattform als vielmehr eine Neuinterpretation der First 36. In einer Zeit, in der Seriensegelboote tendenziell immer besser ausgestattet, ausgefeilter und teurer werden, schlägt Beneteau hier den umgekehrten Weg ein: Elemente werden weggelassen, das Gewicht reduziert und der Einstiegspreis gesenkt.

Ein Ansatz, der letztlich an die Ursprünge der First-Reihe erinnert: Segelboote anzubieten, die schnell genug sind, um Spaß am Segeln zu bereiten, aber gleichzeitig geräumig genug, um damit auf Kreuzfahrt zu gehen.

Erst auf der Boot Düsseldorf im Januar 2027 wird die First 36 Spirit als Weltpremiere zu sehen sein.

Weitere Artikel zum Thema