Es brauchte drei Anläufe, um dieses Ziel zu erreichen. Mit einer neuen Referenzzeit bei der Jules-Verne-Trophäe setzt die Sodebo Ultim 3 einen neuen Maßstab für die Geschwindigkeit einer Crew rund um die Welt. Abgesehen von der endgültigen Zahl wirft dieser Versuch ein Schlaglicht auf mehrere Schlüsselfragen des modernen Hochseesegelns, von der schnellen Überquerung des Äquators bis hin zur Fähigkeit eines Ultims, einen Sturm im Nordatlantik zu überstehen.
Ein voll genutztes Wetterfenster

Die am 15. Dezember 2025 in Ouessant gestartete Sodebo Ultim 3 startet nach nur drei Tagen Standby. Die Entscheidung wurde gemeinsam getroffen und beruhte auf einem Wetterfenster, das als zu günstig erachtet wurde, um es zu ignorieren. Das Boot hat eine kurze, aber gezielte Werftarbeit hinter sich, die nach der Transat Café L'Or begonnen wurde.
Die Fahrt über den Nordatlantik bestätigt schnell das Potenzial des Trimarans. Die Überquerung des Äquators am 20. Dezember 2025 erfolgte nach 4 Tagen, 4 Stunden und 2 Minuten auf See. Zu diesem Zeitpunkt beträgt der Abstand zur Referenzzeit von IDEC Sport fast eineinhalb Tage. Ein Vorsprung, der bereits eine Änderung der Haltung an Bord erfordert, nämlich die des Managements über einen längeren Zeitraum.
Ein Werdegang im anspruchsvollen tiefen Süden
Im Südatlantik entschied sich die Mannschaft für eine sehr westliche Route entlang der brasilianischen Küste. Das Kap der Guten Hoffnung wurde am 26. Dezember 2025 mit fast 48 Stunden Vorsprung und mehr als 1.300 Meilen in der Tasche überquert. Der Rest der Reise verlief jedoch weniger geradlinig.

Im Gegensatz zum Kurs von IDEC Sport im Jahr 2017 schreibt der Indische Ozean einen südlicheren Kurs vor. Sodebo Ultim 3 segelt sehr weit nach Süden, kreuzt Growler-Zonen und steigt nördlich der Kerguelen auf. Diese Route verlängert die Distanz und erfordert mehr Manöver, schont aber das Boot. Das Kap Leeuwin wurde am 1. Januar 2026 mit einem Vorsprung von 5 Stunden erreicht, was ein Zeichen dafür ist, dass der Kompromiss zwischen Kurs und Geschwindigkeit immer noch stimmig ist.
Der Pazifik als Terrain für Rekorde

Nach Tasmanien begibt sich die Mannschaft auf eine lange Backbordseite jenseits der 60 Grad Süd. Die Temperaturen sinken, das Meer wird schwerer und die Wachsamkeit steigt. An Bord navigiert Benjamin Schwartz, der an Land von Philippe Legros, Simon Fischer und dem Meteorologen Chris Bedford unterstützt wird.
Kap Hoorn wird am 11. Januar 2026 nach 26 Tagen, 4 Stunden und 46 Minuten auf See überquert. Für sechs von sieben Seglern ist dies eine Premiere. Gleichzeitig stellt Sodebo Ultim 3 einen neuen Rekord für die Überquerung des Pazifiks zwischen Tasmanien und Kap Hoorn in 7 Tagen, 12 Stunden und 12 Minuten auf. Eine wichtige Benchmark, die trotz einer längeren zurückgelegten Strecke als IDEC Sport erreicht wurde.
Die Rückkehr in den Norden, zwischen Bruch und Wetterabwägungen
Der Südatlantik lässt keine Verschnaufpause zu. Das Verlassen des Hochs von St. Helena erschwert den Kurs und zwingt zu einer Navigation am Rande der instabilen Wettersysteme. Dazu kommt noch der Bruch des Vorlieks am J0, ohne dass die Fahrt des Bootes sofort in Frage gestellt wird.

Die Rückkehr zum Äquator am 19. Januar 2026 erfolgt etwas mehr als 20 Stunden vor dem Rekord von 2017. Doch der Vorsprung bleibt brüchig. Das Ende der Reise verspricht mit einer Reihe von Tiefdrucksystemen über dem Nordatlantik spannend zu werden.
Ingrid und die Jungen
Nach dem Azorenhoch muss sich Sodebo Ultim 3 mit dem Sturm Ingrid auseinandersetzen. Böen von über 50 Knoten, Wellen von fast 10 Metern, Navigation oft querab, ein heikler Winkel für ein Mehrrumpfboot dieser Größe. Die Crew hat nicht den nötigen Vorsprung, um das System weiträumig zu umfahren und muss sich zurückhalten.
An Land wird das Boot kontinuierlich überwacht. Der Trimaran kam mit geringen Schäden davon, insbesondere mit dem Verlust der Steuerbord-Rudergabel. Das reicht aus, um nach Ouessant weiterzufahren. Am 25. Januar 2026 um 7.46 Uhr wurde die virtuelle Linie zwischen Ouessant und Cape Lizard überquert.


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